Gütezeichen des SoVD: Das sind die Preisträger

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Januar 1975: Der Reichsbund – so der traditionelle Name des Sozialverbands Deutschland – vergibt das erste Mal sein „Gütesiegel für ein besonderes Engagement für die Teilhabe von behinderten und älteren Menschen in der Gesellschaft“. Preisträger damals ist die Städtische Sparkasse Westerland. Was genau die konkreten Gründe für die Auszeichnung waren, kann heute leider nicht mehr rekonstruiert werden. Ganz sicher war diese Verleihung jedoch der Beginn einer langen Serie, die bis heute anhält.

 

„An behinderte und ältere Mitbürger gedacht“

Seit 1975 hat der Sozialverband Schleswig-Holstein weit mehr als 200 Einrichtungen mit seinem Gütesiegel ausgezeichnet. Mal mit großem, mal mit kleinerem Bahnhof. Preisträger waren in der Anfangszeit oft Einzelhändler und Behörden – aber auch Pflegeheime und sogar Arztpraxen. Das ist heute anders: Der SoVD zeichnet keine Gebäude bzw. Einrichtungen mehr aus, die allein durch ihre Aufgabe barrierefrei sein müssen. Ein Seniorenheim würde heute nicht mehr die begehrte Plakette erhalten. In diesem Wandel sieht man, wie sehr sich der Blick der Öffentlichkeit auf das Thema Teilhabe von Menschen mit Behinderung in den letzten 40 Jahren verändert hat.

Oktober 2008: Der damalige SoVD-Landesvorsitzende Sven Picker (2. v.r.) und die Kieler Kreisvorsitzende Jutta Kühl übergeben das Gütesiegel und die Urkunde an den Kapitän der „Color Fantasy“, Erling B. Hansen.
Das Prozedere

Die Liste der Preisträger ist so unterschiedlich wie die Gründe für die Vergabe des SoVD-Gütesiegels. Hotelbetriebe, Bahnhöfe und  Schwimmbäder finden sich unter den Auszeichnungen. Im Herbst 2008 überreichte der damalige SoVD-Landesvorsitzende Sven Picker das Gütezeichen an die Reederei Color Line – aufgrund der vorbildlichen Ausstattung der beiden Fähren, die täglich zwischen Kiel und Oslo pendeln.

Heute wie damals ist der Weg zu einer Auszeichnung mit dem Gütesiegel in etwa gleich: In  der Regel machen die Ortsverbände des SoVD Vorschläge zu Einrichtungen, die für eine Ehrung in Frage kommen. Stimmt der Vorstand des Landesverbands einer Prüfung zu, schaut sich eine Gruppe von Experten des SoVD die Gegebenheiten vor Ort an. Seit einigen Jahren ist dabei auch ein Fachmann aus dem Büro des Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung dabei. Oftmals werden bei diesem Termin zusätzliche Hinweise gegeben, was noch verbessert werden kann. Wird dann alles abgearbeitet, steht einer Auszeichnung nichts mehr im Wege.

 

Andere Zeiten, andere Maßstäbe

In 40 Jahren hat sich nicht nur in der Gesellschaft einiges getan. Barrierefreiheit hieß früher in erster Linie rollstuhlgerecht. Vor diesem Hintergrund erfolgten auch die Auszeichnungen des SoVD in der Vergangenheit. Und selbst aus diesem engen Blickwinkel würden einige Objekte heute sicherlich nicht mehr die bronzene Plakette erhalten. Seit einiger Zeit achten unsere Experten bei der Prüfung verstärkt auf Maßnahmen für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen. Natürlich ist es nach wie vor von hoher Bedeutung, ob Wege schwellenlos und die Türen ausreichend breit sind. Aber genauso wichtig ist, ob bei der farblichen Gestaltung auf Kontraste gesetzt wird – um nur ein Beispiel zu nennen.

 

Die bisherigen Preisträger des SoVD-Gütesiegels seit 1975 bis heute finden Sie in dieser Liste als Download.

 

Kontakt

Wenn Sie in Ihrem Ort etwas gesehen haben, das für Menschen mit Behinderung ebenso geeignet ist wie für Menschen ohne Behinderung, danken schreiben Sie uns gern. Wir prüfen dann vor Ort, ob eine Auszeichnung mit dem SoVD-Gütesiegel in Frage kommt.

Ihr Ansprechpartner:

Christian Schultz
Referent für Sozialpolitik
Telefon: 0431 / 98 388 – 70
Mail: sozialpolitik@sovd-sh.de

 

Weitere Informationen zu den Auszeichnungen der letzten Jahre

 


MarktTreff in Heidgraben

Begegnungsstätte für Alt und Jung

SoVD-Gütesiegel für MarktTreff in Heidgraben

SoVD Schleswig-Holstein vergibt Guetesiegel an Markttreff in Heidgraben

Großer Bahnhof für die Gemeinde Heidgraben im Kreis Pinneberg: Das barrierefreie Begegnungszentrum mit angeschlossenem Supermarkt, der MarktTreff, ist vom Sozialverband Schleswig-Holstein mit seinem „Gütesiegel für ein besonderes Engagement für die Teilhabe von behinderten und älteren Menschen in der Gesellschaft“ ausgezeichnet worden.

Was ist ein Rückholgriff?

„Ein MarktTreff soll eine Begegnungsstätte für alle Menschen sein. Deshalb ist es besonders wichtig, dass bei der Gestaltung auch an die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung gedacht wird. Dies ist den Machern des MarktTreffs in Heidgraben in vorbildlicher Weise gelungen“, so SoVD-Landesvorsitzender Wolfgang Schneider bei der Auszeichnung. Zum MarktTreff in Heidgraben gehören zwei Behindertenparkplätze. Alle Eingänge und Wege des Gebäudes sind schwellenlos zu erreichen. Im WC mussten die Verantwortlichen von Heidgraben vor der Ehrung noch einmal nachbessern: Jetzt hebt sich die Schnur zum Notruf in roter Farbe auch für Menschen mit Sehbehinderung gut von der weißen Wand ab. Außerdem wurde an der Innenseite der WC-Tür ein Rückholgriff installiert. Dieser hilft vor allem Rollstuhlfahrern beim selbstständigen Schließen der Tür.

„Hervorragende Zusammenarbeit“

Stellvertretend für die Gemeinde dankte Bürgermeister Ernst-Heinrich Jürgensen dem Sozialverband: „Zwischen dem SoVD-Ortsverband und der Gemeinde Heidgraben funktioniert die Zusammenarbeit hervorragend. Wir danken Ihnen für die guten Tipps zur Barrierefreiheit. Bei der ersten Begutachtung waren nur Kleinigkeiten seitens der Gemeinde zu korrigieren. Diese waren relativ schnell zu beheben und haben für die notwendige Sicherheit gesorgt.“

Auf dem Bild zu sehen (v.l.n.r.): Bürgermeister Ernst-Heinrich Jürgensen, Markleiter Manfred Langer, SoVD-Landesvorsitzender Wolfgang Schneider, Hans Böttcher (Experte beim SoVD für Barrierefreiheit), SoVD-Kreisvorsitzende Siegried Tenor-Alschausky sowie Rosemarie und Dirk Weber vom SoVD-Ortsverband.

 



famila-Markt in Stockelsdorf

An Senioren und Menschen mit Behinderung gedacht

SoVD Schleswig-Holstein zeichnet famila in Stockelsdorf aus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine besondere Auszeichnung für den famila-Markt in Stockelsdorf: Der Sozialverband Schleswig-Holstein hat den im Mai 2016 wieder eröffneten Supermarkt mit seinem „Gütesiegel für ein besonderes Engagement für die Teilhabe von behinderten und älteren Menschen in der Gesellschaft“ geehrt. Hintergrund ist der Focus von Marktleiter Oliver Wehr auf eine barrierefreie Gestaltung des Gebäudes.

So gibt es beispielsweise spezielle Einkaufswagen für Kunden, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Auch für ältere Menschen, die nicht mehr gut zu Fuß sind, stehen besondere Einkaufswagen bereit, die ähnlich wie Rollatoren gestaltet sind – zudem sind sie mit einer Lupe ausgestattet . An der Tür zum Behinderten-WC ließ der Marktleiter nach Vorschlag des Sozialverbands einen Rückholgriff installieren. Auf diese Weise können Rollstuhlfahrer die Tür komfortabler schließen als vorher. Besonders ins Auge fällt der abgesenkte Tresen an der Information. Auch Kinder und Rollstuhlfahrer begegnen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von famila nun auf Augenhöhe. „Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und der damit einhergehenden steigenden Anzahl von Menschen mit Behinderung ist das Konzept von famila beispielhaft“, so SoVD-Landesvorsitzender Wolfgang Schneider.

famila-Pressesprecherin Bärbel Hammer: „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung des SoVD. Für die Hinweise des Verbands sind wir dankbar, da wir auf diese Weise wirklich allen Kunden ein noch angenehmeres Einkaufen anbieten können.“

Auf dem Bild zu sehen (v.l.n.r.): Prof. Dr. Ulrich Hause (Landesbeauftrager für Menschen mit Behinderung), Marktleiter Oliver Wehr, Lucian Steingräber (famila-Regionalleiter Lübeck und Ostholstein), SoVD-Landesvorsitzender Wolfgang Schneider, SoVD-Ortsverbands-Vorsitzender Manfred Mohr, Werner Bürger (Vorsitzender des SoVD-Kreisverbands Ostholstein), davor: Hans Böttcher (SoVD-Experte für Barrierefreiheit).

 



Klettergarten Filu in Leck

Keine Barrieren im Hochseilgarten

Klettergarten „Filu“ im nordfriesischen Leck mit SoVD-Gütesiegel ausgezeichnet

Auszeichnung für den Klettergarten Filu in Leck mit dem SoVD-Gütesiegel

Ein Hochseilgarten ist nichts für Menschen mit schwachen Nerven. Seilkonstruktionen in bis zu zehn Metern Höhe, steile Kletterwände und eine Seilbahn, die mit hoher Geschwindigkeit in die Tiefe führt. Ganz oben, irgendwo zwischen den Hindernissen in den Baumwipfeln, versucht Jennifer Wrustau gerade, von einer baumelnden Plattform auf die nächste zu kommen. Keine leichte Aufgabe – erst recht nicht, weil Jennifer im Rollstuhl sitzt.

Dass Jennifer als Rollstuhlfahrerin dennoch den Klettergarten nutzen kann, ist Betreiber Hans-Günter Lund zu verdanken. „Bei einem Seminar vor vielen Jahren in Kiel habe ich eine Handicap-Sportgruppe kennenlernen dürfen und fortan mit dem Gedanken gespielt, auch etwas Sportliches zur Inklusion beizutragen. Da ist die Idee für den barrierefreien Klettergarten entstanden“, so der Apotheker aus Leck. Jetzt hat der SoVD Schleswig-Holstein den Klettergarten „Filu“ mit dem „Gütesiegel für ein besonderes Engagement für die Teilhabe von behinderten und älteren Menschen in der Gesellschaft“ ausgezeichnet.

Es gibt im „Filu“ einen „Kern-Kletterbereich“, der mit flachen Ebenen so gebaut wurde, dass Rollstuhlfahrer hier mit oder ohne Hilfe klettern können. Darüber hinaus wurde eine Kletterwand gebaut, die ebenfalls von Menschen mit einer Gehbehinderung bewältigt werden kann. Hilfe ist ständig vor Ort. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben alle Konstrukte im Rollstuhl sitzend selbst ausprobiert. Neben Menschen mit Gehbehinderung nutzen den Klettergarten schon jetzt häufig auch Gäste mit kognitiven Einschränkungen – in diesem Fall immer mit Unterstützung. Bei allen Formen von Behinderung ist das Team bemüht, Lösungen zu finden.

Der Klettergarten Filu in Leck

Bei der Verleihung sagte SoVD-Landesvorsitzender Wolfgang Schneider: „Noch vor wenigen Jahren wäre es für viele wohl unvorstellbar gewesen, dass auch Menschen mit Behinderung – sogar Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer – problemlos einen Klettergarten nutzen können. Die Betreiber des Klettergartens „Filu“ haben eindrucksvoll bewiesen, dass nichts unmöglich ist, wenn man es nur will. Sie haben Vorbildliches geleistet und dem inklusiven Miteinander in Schleswig-Holstein einen großen Dienst erwiesen.“

Hinweis an alle interessierten Gäste mit Gehbehinderung: Die offiziellen Parkplätze zum Klettergarten sind etwas weiter weg. Bitte klären Sie vor Ihrem Besuch telefonisch mit dem Team des Klettergartens, wie Ihre Anreise am einfachsten zu gestalten ist.



Ferienhof für Menschen mit Behinderung in West-Bargum

„Das Gesamtpaket hat uns einfach überzeugt“

Ferienhof für Menschen mit Behinderung in West-Bargum erhält Gütesiegel des Sozialverbands

Gütezeichen des SoVD für Ferienhof für Menschen mit Behinderung in West-Bargum

Als Kerstin-Tüchsen Jürgensen den Bauernhof ihrer Familie vor rund 15 Jahren umbauen wollte, gab es in ihrem Umfeld die eine oder andere warnende Stimme: Zu groß sei das Risiko, das Gebäude von 1844 zum Ferienbetrieb umzugestalten. Und dann auch noch für Menschen mit Behinderung. Heute kann man sagen – sie hat alles richtig gemacht. Der Ferienhof für Menschen mit Behinderung in West-Bargum (Nordfriesland) ist ein wunderbares Beispiel dafür, was Menschen mit guten Ideen und Engagement erreichen können.

Jetzt ist Kerstin-Tüchsen Jürgensens Hof mit dem „Gütesiegel für ein besonderes Engagement für die Teilhabe von behinderten und älteren Menschen in der Gesellschaft“ ausgezeichnet worden. Überreicht wurde das Siegel von Wolfgang Schneider, dem Landesvorsitzenden des Sozialverbands Schleswig-Holstein.

Die gesamte Anlage samt der Gemeinschaftsräume, der Grillplätze, des Spielplatzes und des Bereichs für Tiere ist barrierefrei und wurde mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Ein paar Beispiele: Fast alle der komfortabel ausgestatten 23 Zimmer sind mit einem Pflegebett ausgestattet. Alle Türen auf dem Gelände sind besonders breit, so dass sie auch großen Rollstühlen genügend Platz zum Durchfahren bieten. Etwas Besonderes ist die farbenfrohe Gestaltung der Anlage, die hervorzuheben ist. Hier wurde bei der Planung vor allem an Menschen mit Sehbehinderung oder einer kognitiven Einschränkung gedacht. Die Orientierung auf dem Gelände ist auf diese Weise deutlich einfacher.

Bei der Verleihung sagte Wolfgang Schneider: „Mit ihrem Ferienhof für Menschen mit Handicap ist Frau Kerstin-Tüchsen Jürgensen ein großer Wurf gelungen. Das gesamte Gelände ist hinsichtlich der Barrierefreiheit vorbildlich gestaltet und vermittelt den Gästen eine angenehme und komfortable Urlaubsatmosphäre. Mit seiner gelungenen Konzeption ist der Ferienhof in West-Bargum ein wichtiger Mosaikstein auf dem Weg zur Verwirklichung des inklusiven Tourismus in Schleswig-Holstein. Das Gesamtpaket hat uns hier einfach überzeugt.“

Link zum Ferienhof für Menschen mit Behinderung in West-Bargum



Markant Alte Weide in Kiel

Barrierefreies Einkaufen in Kiel

SoVD-Gütesiegel für Markant-Markt in der Alte Weide

Gütezeichen des SoVD Schleswig-Holstein an Markant-Markt Alte Weide in Kiel

Der Markant-Markt in der Alten Weide in Kiel ist vom Sozialverband Schleswig-Holstein mit dem „Gütesiegel für ein besonderes Engagement für die Teilhabe von behinderten und älteren Menschen in der Gesellschaft“ ausgezeichnet worden.

„Aus Sicht des Sozialverbands freuen wir uns besonders über die breiten Gänge im ganzen Markt. Richtig innovativ sind die Einkaufswagen für Rollstuhlfahrer. Die gut eingerichteten Behindertenparkplätze und das Behinderten-WC runden das gute Angebot für ältere und behinderte Mitbürger ab“, sagte SoVD-Landesvorsitzender Wolfgang Schneider bei der Verleihung.

Der Landesbehindertenbeauftragte Dr. Ulrich Hase lobte die Markant-Geschäftsführung für ihr durchdachtes Konzept und bezeichnete die Gestaltung des Markes gerade im Hinblick auf das Ziel einer inklusiven Gesellschaft als beispielhaft. Hier sei nicht nur an Rollstuhlfahrer gedacht worden – auch Menschen mit einer Sehbehinderung finden im Markt beispielsweise kontrastreiche Bodenmarkierungen vor, die für eine einfachere Orientierung sorgen.

Marktleiter Jens-Uwe Heinath dankte dem Sozialverband sehr für die Auszeichnung und bewertete sie als Ansporn, auch weiterhin auf besonderen Einkaufskomfort zu setzen.



FH Westküste in Heide

Auszeichnung für barrierefreies Studieren in Heide

FH Westküste erhält als erste Hochschule Schleswig-Holsteins das SoVD-Gütesiegel

FH Westküste erhält SoVD-Gütezeichen

Als erste Hochschule in Schleswig-Holstein ist die Fachhochschule Westküste in Heide vom SoVD Schleswig-Holstein mit dem „Gütesiegel für ein besonderes Engagement für die Teilhabe von behinderten und älteren Menschen in der Gesellschaft“ prämiert worden.

Der SoVD-Landesvorsitzende Wolfgang Schneider und Frank Dietrich aus dem Büro des Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung haben das Gütesiegel und die dazugehörige Urkunde im Senatssitzungssaal der FH an den Präsidenten Prof. Dr. Hanno Kirsch übergeben. Bei der Verleihung dabei waren unter anderem auch der stellvertretende Landrat Dithmarschens Volker Nielsen sowie der stellvertretende Vorsitzende des SoVD-Kreisverbands Günter Hollm.

Die Fachhochschule wurde ausgezeichnet, weil die Gebäude durch bauliche Veränderungen den Bedürfnissen von Menschen mit Behinderungen angepasst wurden. Besonders hervorzuheben ist unter anderem die kontrastreiche Gestaltung von Fahrstuhlknöpfen, Türöffnern und Treppenstufen. Dies ist insbesondere für Sehbehinderte eine wesentliche Erleichterung. Außerdem wurden sämtliche Behinderten-WCs mit Alarmknöpfen versehen, die mit den Computern von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in unmittelbarer Nähe arbeiten, gekoppelt sind – eine sehr innovative und vorbildliche Lösung.  Dazu sind die Türen in und zwischen den Gebäuden so eingestellt worden, dass sie nun für alle Studierenden und Mitarbeiter einfacher zu öffnen sind. Prof. Dr. Kirsch hat zudem angekündigt, zwischen den Gebäuden Automatik-Türen installieren zu lassen – sobald die finanziellen Mittel für diese wichtige Maßnahme bereitgestellt werden.

In sämtliche Pläne zu baulichen Veränderungen wurden Menschen mit Behinderung einbezogen. Viele der nun umgesetzten Vorschläge etwa gehen auf Tipps von Jonas Jessen, einem Studenten an der FH, zurück. Er und weitere Personen haben daher einen großen Anteil daran, dass die Fachhochschule nun ausgezeichnet wurde.

Im Rahmen der Feierstunde sagte Wolfgang Schneider: „Gerade die Barrierefreiheit von Bildungseinrichtungen ist ein zentraler Faktor für das Gelingen von Inklusion in unserem Land. Die Verantwortlichen der Fachhochschule haben hier Vorbildliches geleistet.“ Auch Frank Dietrich lobte das Engagement der Fachhochschule und betonte, dass die Barrierefreiheit im Bildungswesen dem Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung ein besonderes Anliegen sei, weil nur auf diese Weise das Leitbild einer „gleichberechtigten Bildung für alle“ zu realisieren ist.

Prof. Kirsch zeigte sich  „sehr stolz, dass wir als Fachhochschule Westküste ab sofort das Gütesiegel des Sozialverbands Deutschland tragen. Es zeichnet uns als barrierefreie und damit in besonderem Maße offene Hochschule aus. Mindestens ebenso bedeutsam war für uns jedoch der gesamte Prozess der Prüfung durch den SoVD, durch welchen wir viele Hinweise, Anregungen und Empfehlungen aufnehmen und nachfolgend umsetzen konnten. Das Verfahren hat zudem viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch einmal für die besonderen Bedarfe von Menschen mit Behinderungen sensibilisiert.“



TSV Hattstedt

SoVD-Gütezeichen für TSV Hattstedt

„Großartiges Beispiel für gelebte Inklusion“

Der TSV Hattstedt erhält das SoVD-Gütezeichen

Der TSV Hattstedt ist vom SoVD Schleswig-Holstein mit dem „Gütesiegel für ein besonderes Engagement für die Teilhabe von behinderten und älteren Menschen in der Gesellschaft“ ausgezeichnet worden. SoVD-Landesvorsitzender Wolfgang Schneider und der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung, Prof. Ulrich Hase, haben die Auszeichnung an den Vorsitzenden des TSV, Thorsten Schulze, übergeben.

Besonders hervorzuheben sind die ebenerdige Gestaltung der Anlage, das für ein Sportlerheim ungewöhnlich großzügige Behinderten-WC sowie ein klappbarer Zusatztresen im Versammlungsraum, der insbesondere für Rollstuhlfahrer geeignet ist. Außerdem unterhält der TSV Hattstedt eine eigene Abteilung für Inklusionssport. Landesweit bekannt wurde der TSV durch seine Benefizaktionen zugunsten des Fußballtrainers Kay Eckmann, der seit einem schweren Unfall auf den Rollstuhl angewiesen ist. Kay Eckmann war bei der Auszeichnung ebenfalls anwesend.

Wolfgang Schneider bezeichnete den Verein als vorbildlich in seinem Engagement für Menschen mit Behinderung: „Der TSV Hattstedt ist ein großartiges Beispiel für gelebte Inklusion. Hier treiben Menschen mit und ohne Behinderung zusammen Sport, lernen sich kennen und werden zu einer echten Gemeinschaft. Genau so soll es ein.“

Auch Ulrich Hase betonte das inklusive Miteinander beim TSV Hattstedt: „Das neue Vereinsheim trägt in gelungener Weise dazu bei, dass Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen Fußballspiele verfolgen und so am Vereinsleben teilhaben können. Beim Bau der Anlage wurde vieles bedacht, das eine Nutzung der Anlage durch behinderte Menschen möglich macht. Auch Vereinssport von behinderten und nichtbehinderten Aktiven ist hier möglich. Das begrüße ich sehr!“

Thorsten Schulze vom TSV bedankte sich für die Auszeichnung und lobte insbesondere das große Engagement von Hans Böttcher, Husumer Ortsverbandsvorsitzender des SoVD, und von Kay Eckmann, „die beide während der Bauphase des Vereinsheims mit hilfreichen Hinweisen zu dem Gelingen des Projekts maßgeblich beigetragen haben.“ Außerdem zeigte sich Schulze erfreut über „die positive Resonanz der Hattstedter Bevölkerung, die sich nicht zuletzt darin ausdrückt, dass der Verein entgegen dem Trend steigende Mitgliederzahlen verzeichnen kann.“



Regionalzentrum Sandesneben

Regionalzentrum Sandesneben mit SoVD-Gütesiegel ausgezeichnet

„Vorausschauend geplant“

Das Regionalzentrum in Sandesneben erhält das Gütesiegel des SoVD für Barrierefreiheit

Am Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung ist das Regionalzentrum Sandesneben mit dem „Gütesiegel für ein besonderes Engagement für die Teilhabe von behinderten und älteren Menschen in der Gesellschaft“ ausgezeichnet worden. Astrid Kosiolek, die SoVD-Vorsitzende im Kreis Herzogtum Lauenburg, überreichte die dazugehörige Plakette, der schleswig-holsteinische Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung, Prof. Ulrich Hase, übergab die entsprechende Urkunde.

„Großes Lob an die Verwaltung und den Architekten“

Anlass zur Auszeichnung ist die hervorragend geplante und anschließend umgesetzte Bauweise des Amtes – insbesondere aus Sicht von Menschen mit Behinderung. Das komplette Gebäude ist schwellenlos zu erreichen, die Eingangstür öffnet sich automatisch. Hervorzuheben ist, dass an dieser Stelle auch an Menschen mit Sehbehinderung gedacht wurde: Denn ein akustischer Signalton gibt an, dass sich die Tür öffnen wird.

Ansprechende Gestaltung im barrierefreien WCDiese Vorausschau setzt sich im Fahrstuhl fort: Neben den kontrastreichen Bedienelementen gibt eine akustische Ansage darüber Auskunft, in welcher Etage der Lift zum Halten kommt.

Barrierefrei und stilvoll schließen sich nicht aus

Das barrierefreie WC im Erdgeschoss ist nicht nur zweckmäßig eingerichtet. Der Spiegel lässt sich in seiner Neigung einfach verstellen. Vor dem WC selbst ist ausreichend Raum zum Manövrieren vorhanden, und darüber hinaus befinden sich in den Haltegriffen Tasten zum Bedienen der Spülung. Gut nutzbar und komfortabel also – außerdem stilvoll eingerichtet.

Auszeichnung an einem besonderen Tag

Der Landesbehindertenbeauftragte Ulrich Hase verband seine Ausführungen mit einem großen Kompliment an die verantwortlichen Personen, vor allem den Architekten. Denn: „Auch in dieser Berufsgruppe wünschen wir uns manchmal ein wenig mehr Fachwissen, was den Bereich der Barrierefreiheit angeht“, so Hase.

Das Regionalzentrum in Sandesneben erhält das SoVD-Gütesiegel für Barrierefreiheit

Da die Verleihung des Gütesiegels mit dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung zusammenfiel, wurde die Gelegenheit genutzt, die Rollstuhlbasketballer „Nusse Rams“ vorzustellen. In einer kleinen Talkrunde berichtete deren Trainer Bernd Eickemeyer über diesen Sport und den dahinterstehenden Alltag als Rollstuhlfahrer.



Restaurant Rhodos in Lunden

Restaurant „Rhodos“ in Lunden erhält SoVD-Gütesiegel

Dithmarscher Betrieb besticht durch barrierefreies Ambiente

Restaurant

Das Restaurant Rhodos in Lunden ist vom Sozialverband Schleswig-Holstein mit dem „Gütesiegel für ein besonderes Engagement für die Teilhabe von behinderten und älteren Menschen in der Gesellschaft“ ausgezeichnet worden. Der Vorsitzende des SoVD-Kreisverbands Dithmarschen, Lothar Dufke, hat das Gütesiegel und die dazu gehörende Urkunde an das Betreiberehepaar Mavi übergeben.

Mit dieser Ehrung würdigt der SoVD die baulichen Veränderungen am Gebäude, die den Bedürfnissen von Menschen mit Behinderung und Senioren entgegenkommen. Besonders hervorzuheben sind die Rollstuhl gerechten Tische, die Ebenerdigkeit im Gebäude und auf dem Parkplatzbereich sowie das großzügig und modern gestaltete Behinderten-WC.

Rollstuhlauffahrt am Restaurant Schwellenlose Wege

Am Haupteingang des griechischen Restaurants führt eine schwellenlose Auffahrt hinauf – ideal für Rollstuhlfahrer und Nutzer von Rollatoren. Komfortabel ist diese Lösung darüber hinaus für junge Familien mit Kinderwagen.

Nahezu der komplette Restaurantbereich befindet sich auf einer Ebene. Ehemals vorhandene Türschwellen wurden auf Anraten einer Beratungsgruppe des SoVD mit kleinen Rampen erweitert. Auf diese Weise müssen im Innenbereich keine Stufen mehr überwunden werden.

 

Barrierefreies WC

Im Badezimmer ist ausreichend Platz vorhanden, so dass dieses auch von Nutzern größerer Rollstühle ohne Probleme in Anspruch genommen werden kann. Nach dem Besuch der Beratungsgruppe wurde die Tür zum WC so umgebaut, dass sie sich nach außen öffnet – auf diese Weise verbleibt mehr Platz im WC selbst. An der Innenseite der Tür wurde ein Rückholgriff installiert.

Der Spiegel wurde abgesenkt und ist nun auch für Rollstuhlfahrer von Nutzen.

Barrierefreies Badezimmer im Restaurant

Kontraste an den Glasflächen

Beschriftung der Glastüren im Restaurant

Die zahlreichen Glastüren und weitere transparente Flächen im Restaurant wurden vom Ehepaar Mavi mit Schriftzügen versehen. Auf diese Weise kann nicht nur der Name des Betriebs großflächig im Geschäft angezeigt werden. Auch die Sicherheit von Gästen und Personal wird durch die nun vorhandenen Kontraste an den Glasflächen verbessert. Das Risiko, aus Unachtsamkeit gegen eine gläserne Tür zu laufen, ist damit deutlich gesenkt worden.



famila-Markt in Schleswig

SoVD-Gütesiegel für den famila-Markt in Schleswig

Supermarkt mit besonderem Angebot für Senioren und Menschen mit Behinderung

guetezeichen_famila_schleswig

Der SoVD Schleswig-Holstein hat einen weiteren Markt der famila-Kette mit dem „Gütesiegel für ein besonderes Engagement für die Teilhabe von behinderten und älteren Menschen in der Gesellschaft“ ausgezeichnet. Besonders hervorzuheben ist neben dem gut ausgestatteten Behinderten-WC und den speziellen Einkaufswagen für Menschen mit Gehbehinderung insbesondere ein teils abgesenkter Tresen: Menschen im Rollstuhl, aber auch Kinder, sind hier auf Augenhöhe mit dem Servicepersonal.

Im Rahmen der Verleihung lobte SoVD-Landesvorsitzender Sven Picker die Anstrengungen des Unternehmens. Christian Lahrtz, Geschäftsführer von famila-Nordost, betonte, dass man neue Märkte in Zukunft mit einem besonderen Blick auf das Thema Barrierefreiheit planen werde. Die Vorschläge des SoVD nehme man hierbei dankbar an.

Auch der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung, Prof. Ulrich Hase, war angesichts des famila-Marktes in Schleswig positiv angetan. Seine Prognose angesichts unserer alternden Bevölkerung: „Heute reden wir von Barrierefreiheit. In einigen Jahren werden diese Errungenschaften schon Standard sein.“


 

 

 

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