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Rente und Krankenversicherung: Es gibt Neuigkeiten

Insbesondere Frauen, die im Laufe ihres Lebens aufgrund der Kindererziehung im Beruf kürzer getreten sind, haben den Begriff schon einmal gehört: 9/10-Regelung.

 

90 Prozent der zweiten Hälfte des Erwerbslebens

Die 9/10-Regelung betrifft Bürgerinnen und Bürger, die mit dem Beginn ihrer Altersrente klären müssen, wie es nun mit der Krankenversicherung weitergeht. War man zuletzt gesetzlich versichert, scheint der Weg klar – es steht ein Wechsel in die Krankenversicherung der Rentner (KVdR) an, man bleibt also gesetzlich versichert. Bei jedem Wechsel prüft die Kasse den Fall allerdings nach der sogenannten 9/10-Regelung. Demnach wird man nur ordentliches Mitglied der Krankenversicherung der Rentner, wenn man in der zweiten Hälfte des Arbeitslebens 90 Prozent dieser Zeit Pflichtbeiträge in die gesetzliche Krankenversicherung gezahlt hat.

 

 

Beispiel: Das Berufsleben von Frau Mustersen ging vom 19. bis 65. Lebensjahr, also insgesamt 46 Jahre. Berücksichtigt werden aber nur die letzten 23 Jahre.  Sie ist verheiratet, hat in dieser Zeit zwei Kinder bekommen und lange bei ihrem Mann im Betrieb mitgeholfen. Lange Jahre war sie deswegen privat versichert. Seit ihrem 50. Lebensjahr hat Frau Mustersen wieder abhängig gearbeitet, war gesetzlich bis 65 versichert. Ein Blick auf die zweite Hälfte dieser Zeit: Von insgesamt 23 Jahren wurden 15 Jahre Pflichtbeiträge gezahlt – also rund 65 Prozent der Zeit. In diesem Beispiel wäre die 9/10-Regelung nicht erfüllt: Frau Mustersen müsste sich privat versichern oder freiwilliges Mitglied der gesetzlichen Kasse werden. In beiden Fällen kämen sicherlich hohe Beiträge auf sie zu.

 

Entschärfung seit August 2017

Seit dem 01.08.2017 gibt es eine leichte Verbesserung bei der 9/10-Regelung. Für jedes Kind werden bei der Berechnung jeweils drei zusätzliche Jahre veranschlagt. In unserem Beispiel hieße das: Nicht 15 Jahre fänden Berücksichtigung, sondern 21. 15 Jahre Pflichtversicherung durch das Angestelltenverhältnis plus je drei Jahre für die beiden Kinder.

 

Wichtig: Die Krankenkassen haben mit der Gesetzesänderung nicht die Pflicht erhalten, die Betroffenen zu benachrichtigen. Man muss selbst aktiv werden. Wenn Sie also von der 9/10-Regelung betroffen sind, melden Sie sich am besten umgehend bei Ihrer Krankenkasse!

 

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