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So setzen wir Ihre Ansprüche im Sozialrecht durch

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Viele Menschen in Schleswig-Holstein haben bereits vom Sozialverband gehört. Dass er in „sozialen Fragen“ hilft. Wie er sich für seine Mitglieder einsetzt. Aber was genau heißt das? Wie sieht die Sozialberatung des SoVD konkret aus? Wir durften an einem Beratungstag in unserer Eutiner Geschäftsstelle dabei sein.

Alexander Pieper

Ein Tag in der Sozialberatung des SoVD in Ostholstein

Donnerstag, 9 Uhr. Zwei Männer sind bereits in der Albert-Mahlstedt-Straße und warten auf den Beginn der Sprechstunde. Seit zwei Jahren berät hier der Jurist Alexander Pieper (Foto oben) die Mitglieder des Sozialverbands in sozialen Fragen. Während er das erste Gespräch führt, können wir mit Willi Burmeister sprechen. Der 65-Jährige aus Kleinneudorf ist durch einen Hinweis seines Nachbarn zum Sozialverband gekommen, füllt gerade das Beitrittsformular aus. Seit etwa sechs Monaten ist er an den Augen erkrankt, kann seinen Job als LKW-Fahrer deshalb nicht ausüben. Das Problem: Weil Burmeister im Nebenerwerb auch Landwirt ist, will seine Versicherung kein Krankengeld zahlen.

Im Beratungsgespräch stellt Alexander Pieper viele Fragen: Bekommen Sie zurzeit Arbeitslosengeld? Sind Sie gesetzlich krankenversichert? Aus welchem Grund weigert sich die Kasse, ein Krankengeld zu zahlen? Eine Altersrente ist schon beantragt? Pieper bittet Willi Burmeister, ihm die Unterlagen der Krankenkasse nachzureichen. „Da werden wir mal nachhaken, warum genau es kein Krankengeld geben soll.“

Ablehnung nach Aktenlage

Nach einem kurzen Gespräch, in dem für eine junge Frau (19) nur kurz geklärt werden muss, wie genau sie nach Ihrer Ausbildung weiter krankenversichert ist, erscheint Uwe Heimowski im Beratungszimmer. Der 57-Jährige ist gelernter Tiefbauer, hat rund 40 Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Bis vor ca. einem Jahr sein Rücken streikte: „Mit dem Wirbelleiden kann ich nicht auf der Baustelle arbeiten.“

Heimowski ist bereits zum zweiten Mal in der Beratung des SoVD. Den Tipp bekam er von einem Arbeitskollegen. Das erste Mal kam er gleich, nachdem seine Kasse das Krankengeld eingestellt hat – nach Aktenlage. Uwe Heimowski: „In dem Brief stand, dass das Krankengeld nun nicht mehr gezahlt wird. Angeblich bin ich nicht mehr krank, dabei sagen meine Ärzte etwas ganz anderes!“ Alexander Pieper legte Widerspruch ein, doch die Kasse blieb hart. Jetzt wird der Fall an den Rechtsschutz des Sozialverbands weitergegeben, es läuft auf eine Klage am Sozialgericht hinaus.

„Viele Menschen fühlen sich abgehängt“

Inzwischen ist es 10:30 Uhr. Sieben Personen sind bisher in der Beratung gewesen. „Ein ruhiger Tag“, sagt Alexander Pieper. „Im Schnitt kommen an Sprechtagen etwa fünf bis 17 Personen zu uns.“ Sehr oft geht es bei den Problemen der Mitglieder um Auseinandersetzungen rund um den Schwerbehindertenausweis oder um Fragen zur Erwerbsminderungsrente. Auch heute wird Pieper zwei Widersprüche zu diesen Rechtsgebieten schreiben.

„Wir spüren in unserer Beratung, dass sich immer mehr Menschen abgehängt fühlen.“ Prof. Ingo Heberlein ist seit dem Frühjahr ehrenamtlicher Vorsitzender des Ostholsteiner Kreisverbands im SoVD. Er warnt: „Die großen wirtschaftlichen Erfolge in diesem Land finden nicht den Weg zu den Menschen, für die wir uns hier einsetzen.“

Heberlein macht besonders bei den gesetzlichen Krankenkassen ein großes Problem aus: „Eigentlich sind das Sozialleistungsträger. Aber die Krankenkassen werden immer mehr wie Unternehmen geführt. Dadurch werden viele Mitglieder schlecht behandelt, das sehen wir zum Beispiel beim Krankengeld.“

Der Sozialverband Schleswig-Holstein hilft in sozialen Fragen. Wir vertreten unsere Mitglieder bis zum Sozialgericht, zum Beispiel bei Problemen mit der Erwerbsminderungsrente oder dem Behindertenausweis.

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Kommentare (1)

  • Kirsten Vidal
    Kirsten Vidal
    am 17.07.2018
    Sehr geehrte Absender,
    ich danke Ihnen vielmals für Ihre wertvollen Informationen.Diese sind für mich und mein Team sehr hilfreich.Ihr Beratungsangebot im Kreis Herzogtum Lauenburg ist für Menschen mit Behinderung eine große Bereicherung. Mit freundlichen Grüßen Kirsten Vidal

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