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Was ein abgesenkter Tresen mit Inklusion zu tun hat

Auszeichnung für den famila-Markt in Kiel-Russee: Der Sozialverband Schleswig-Holstein hat den Einkaufsmarkt mit seinem „Gütesiegel für ein besonderes Engagement für die Teilhabe von behinderten und älteren Menschen in der Gesellschaft“ gewürdigt. SoVD-Landesvorsitzender Wolfgang Schneider sagte während der kleinen Feier: „Wer dieses Gütesiegel erhält, hat sich wirklich Gedanken über die Wünsche von Menschen mit Behinderung gemacht. In der Geschäftsführung von famila hat man verstanden, worauf die Kunden bei der Auswahl ihres Supermarkts Wert legen.“

 

Abgesenkter Tresen ist ein besonderer Service für Kunden im Rollstuhl

Der Sozialverband hatte den Markt in Russee im April dieses Jahres besucht und durch eine kleine Expertengruppe hinsichtlich der Maßnahmen für ältere und behinderte Kunden prüfen lassen. Hans Böttcher, Vorsitzender der Expertengruppe, kam zu dem Schluss, dass das Gütezeichen vergeben werden kann: „Insbesondere der abgesenkte Tresen hat uns sehr gut gefallen. Hier kann man auch als Rollstuhlfahrer auf Augenhöhe mit dem Personal sprechen.“ Weitere Gründe für die Auszeichnung waren das moderne Behinderten-WC, ausreichend breite Gänge zwischen den Regalen sowie spezielle Einkaufswagen für Menschen mit Gehbehinderung.

 

Auf dem Bild (v.l.n.r.): Gerd Schwertfeger (SoVD-Ortsverbandsvorsitzender Hassee-Russee), Jutta Kühl (Kreisvorsitzende im SoVD Kiel), Kay Schnoor (Regionalleitung famila Kiel), Marktleiterin Ina Herbst, SoVD-Landesvorsitzender Wolfgang Schneider, Fritz Philip Langness (Geschäftsführer famila), Hans Böttcher (im Rollstuhl, SoVD-Experte für Barrierefreiheit), Sven Picker (stellvertretender SoVD-Landesvorsitzender) und Ulrich Hase (Landesbeauftragter für Menschen mit Behinderung).

 

Den Sozialverband haben außerdem die von famila getroffenen Maßnahmen für Menschen mit Sehbehinderung überzeugt. „Auf großen Glasflächen finden sich im ganzen Markt farbige Schriftzüge, so dass man dort nicht versehentlich gegen läuft“, so Böttcher. „Die Preisschilder sind dazu etwas größer, so können vor allem ältere Kunden die Zahlen besser erkennen.“

 

„Qualitätsmerkmal bei der Erneuerung der Märkte“

Seit vielen Jahren vergibt der Sozialverband sein Gütesiegel gemeinsam mit dem Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung. Prof. Ulrich Hase freute sich über die Firmenpolitik bei famila und ermutigte das Unternehmen, diesen Weg weiter zu verfolgen. Für famila bedankte sich Geschäftsführer Fritz Philip Langness: „Wir haben die Vorschläge des Sozialverbands mittlerweile fest in unsere Neu- und Umbaupläne integriert. Herzlichen Dank für die sehr gute Zusammenarbeit mit dem SoVD.“

 

Seit 1975 vergibt der Sozialverband in Schleswig-Holstein sein Gütezeichen. Die Auszeichnung an famila in Kiel-Russee ist Nummer 236.

 

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