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Kann ich meine Eltern zu Hause pflegen?

Die wichtigsten Infos für pflegende Angehörige

Rund 2,8 Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig. Mehr als 2 Millionen davon werden zu Hause gepflegt, ein großer Teil davon von Angehörigen. Wie organisieren diese Menschen ihren Alltag mit der Pflege ihrer Eltern oder Geschwister? Und wie kommen sie mit dem Geld aus?

 

Geld für die Pflege zu Hause gibt es nur für zehn Tage

 

Tritt ein Pflegefall in der Familie auf, haben Sie die Möglichkeit, sich bei der Arbeit freistellen zu lassen. Maximal zehn Tage ist das möglich. In dieser Zeit sollten Sie die wichtigsten Dinge für die spätere Pflege Ihres Verwandten organisieren: Soll zu Hause gepflegt werden, oder ist ein Platz in einer Einrichtung der bessere Weg? Falls zu Hause – übernehmen Sie das selbst, oder entscheiden Sie sich für einen ambulanten Pflegedienst? Oder für eine Mischung aus beiden Varianten?

 

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In diesen maximal zehn Tagen zahlt Ihnen der Arbeitgeber kein Geld. Aber: Sie erhalten in der Regel bis zu 90 Prozent Ihres gewohnten Netto-Einkommens von der Pflegekasse. Maximal aber 70 Prozent der kalendertäglichen Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung.

 

Doch was geschieht danach, wenn Sie sich dazu entschließen, Ihren Vater oder Ihre Mutter zu Hause zu pflegen? In diesem Fall lautet die erste Frage: Wie viele Beschäftigte gibt es in Ihrer Firma? Sind es weniger als 16, haben Sie keinen Rechtsanspruch, Ihre Arbeit ruhen zu lassen. Sind Sie in einem größeren Betrieb beschäftigt, können Sie die maximal sechsmonatige Pflegezeit in Anspruch nehmen.

 

Die wichtigsten Fakten für die Pflege zu Hause

 

Ihr Arbeitgeber darf Sie in dieser Zeit nicht kündigen. Bezahlen wird er Sie allerdings auch nicht. Von der Pflegeversicherung Ihres Verwandten erhalten Sie Pflegegeld. Wie hoch dieses ausfällt, hängt vom Pflegegrad ab. Je höher dieser ausfällt, desto mehr Unterstützung benötigt der Betroffene. Dementsprechend höher fällt auch das Pflegegeld aus. Ein adäquater Ersatz für Ihr Gehalt ist das Pflegegeld aber nicht.

 

Finanziell sind die maximal sechs Monate Pflegezeit also ein Kraftakt. Wenn der Partner keinen gut bezahlten Job hat, wird es schwierig. Es besteht die Möglichkeit, ein zinsloses Darlehen zu nutzen. Die Leihsumme muss nach Beendigung der Pflege aber selbstverständlich zurückgezahlt werden.

 

Kein Rechtsanspruch in kleinen Betrieben

 

Wer es sich finanziell leisten kann, darf seine Verwandten sogar länger als sechs Monate zu Hause pflegen. Über die sogenannte Familienpflegezeit können Sie Ihre Arbeitszeit um bis zu 50 Prozent reduzieren. Eine vollständige Freistellung von der Arbeit ist nur für sechs Monate möglich.

 

 

Auch während der Familienpflegezeit erhalten Sie keine Lohnersatzleistung. Sie beziehen lediglich Ihr reduziertes Gehalt – plus das Pflegegeld Ihres Verwandten. Einen Rechtsanspruch haben Sie nur dann, wenn Sie in einer Firma mit wenigstens 26 Beschäftigten tätig sind.

 

Zwischenfazit: Wenn Angehörige schwer erkranken und pflegebedürftig werden, können diese auch von Ihnen zu Hause gepflegt werden. Probleme kann es in kleinen Betrieben geben, wo nach zehn Tagen kein Rechtsanspruch auf eine Freistellung bzw. die Reduzierung der Arbeitszeit besteht. Finanziell ist die Pflege von Angehörigen eine Herkulesaufgabe. Nach Ablauf von zehn Tagen erhalten pflegende Angehörige keine Lohnersatzleistung. Zu Hause pflegen kann also nur, wer es sich leisten kann.

 

Wir brauchen ein steuerfinanziertes Pflegegeld als Lohnersatzleistung

 

Dass Pflege eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, betonen Politiker aller Parteien immer wieder. Bei der Pflege im häuslichen Umfeld werden Angehörige jedoch trotz leichter Verbesserungen weitgehend allein gelassen – zumindest aus finanzieller Sicht.

 

Aus diesem Grund muss eine Lösung gefunden werden, die es den Betroffenen ermöglicht, Ihre Verwandten ohne größere finanzielle Nachteile selbst zu pflegen. Eine Möglichkeit wäre ein steuerfinanziertes Pflegegeld für Angehörige. Dieses könnte zunächst auf ein Jahr befristet maximal 65 Prozent des letzten Netto-Einkommens betragen – analog zum Arbeitslosengeld. Auch in dieser Variante müssten finanzielle Einbußen ausgehalten werden. Für viele Menschen, die bereit wären, Ihre Angehörigen selbst zu pflegen, wäre dies aber machbar. Im Gegensatz zu den aktuell gültigen Optionen von Pflege- und Familienpflegezeit.

 

Der Sozialverband Deutschland vertritt in Schleswig-Holstein mehr als 150.000 Mitglieder. Wir helfen in sozialen Angelegenheiten, etwa bei Problemen mit der Rente oder rund um das Thema Behinderung.

 

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2 Gedanken zu „Kann ich meine Eltern zu Hause pflegen?

  1. Meine Frage..wenn ich eine Schwerbehinderung „Darmkrebs“ von 50% hatte, die mir mein Hausarzt, mit der Begründung aberkannte“bei diesem Händedruck kann man nicht mehr Krank sein“! Zumal ich Leider erst vor kurzem Erfuhr,das dieses Wahrscheinlich nicht ganz Gesetzeskonform gewesen wäre.Würde gerne Ihre Meinung dazu Erfahren.!?
    Ach ja, war vor einem guten Jahrzehnt,bin mittlerweile in Rente.

    1. Hallo Herr Leonfellner, normalerweise gehört zur Bestimmung des GdB natürlich mehr als ein Händedruck. Ohne die Details zu kennen, können wir das aus der Ferne aber nicht abschließend beurteilen.

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