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Diabetes – So vermeiden Sie die Amputation

Diabetes - so vermeiden Sie die Amputation

 

„Uns geht es vor allem um die Prävention. Beine oder Füße zu retten – das ist das Ziel.“ Stephan Büchler weiß, worüber er spricht. Der 38-jährige ist erster Ansprechpartner beim Exoprothesennetz Schleswig-Holstein. Hier kümmert er sich um die Fragen der Menschen rund um das Thema Amputation. Darüber hinaus spricht er aus eigener Erfahrung. Stephan Büchler ist selbst amputiert.

 

„Beine oder Füße zu retten – das ist das Ziel“

 

Mit 17 Jahren amputierte man bei ihm den rechten Unterschenkel. Knochenkrebs. Als Netzwerk-Manager beim Exoprothesennetzwerk versucht er heute, genau das zu verhindern. „Wir arbeiten zweigleisig. Menschen, die bereits amputiert wurden bzw. bei denen eine Operation unmittelbar bevorsteht, geben wir alle wichtigen Informationen an die Hand. An welche Kliniken sie sich wenden können. Wie die anschließende Versorgung aussehen sollte“, so Büchler.

 

Ein wichtiger Teil dieser Hilfe besteht auch darin, den Kontakt zu Peers – also anderen Betroffenen – zu vermitteln. „Die Erfahrung, die hier weitergegeben wird, ist für die Betroffenen sehr, sehr wichtig“, so Mareike Chalkley, ebenfalls Mitarbeiterin im Netzwerk.

 

Mareike Chalkley und Stephan Büchler vom Exoprothesennetz Schleswig-Holstein
Mareike Chalkley und Stephan Büchler vom Exoprothesennetz Schleswig-Holstein

 

Doch Priorität hat die Prävention. Große Sorgen bereitet Büchler die Volkskrankheit Diabetes: „Wir bewegen uns in dieser Gesellschaft immer weniger. Dazu das nährstoffreiche Essen. Immer mehr Menschen sind übergewichtig und können Diabetes entwickeln.

 

„Wenn sich der Fuß verfärbt, ist Eile geboten!“

 

Bei Diabetes handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung. Das Herz hat mit Fortschreiten der Krankheit immer mehr Probleme, sauerstoffreiches Blut in die Extremitäten des Körpers zu pumpen. „Deshalb fühlen viele Betroffene in den Füßen oder an den Fingern viel schlechter als früher. Und genau das ist die Gefahr“, warnt Stephan Büchler.

 

Entzündungen in den Zehen oder am Fuß würden gesunde Menschen durch entsprechende Schmerzen spüren und anschließend zum Arzt gehen. Diabetiker hingegen spüren von Entzündungen in den Füßen hervorgebrachte Schmerzen oft nicht. „Und da Diabetes meistens mit Übergewicht einhergeht, kommen viele Betroffene gar nicht dazu, ihre Füße genauer zu betrachten“, so Mareike Chalkley.

 

Exoprothese, Endoprothese, Epithese - das sind die Unterschiede
Exoprothese, Endoprothese, Epithese – das sind die Unterschiede

 

Daher gilt: Gerade Diabetiker sollten sich ihren Körper regelmäßig ganz genau anschauen. „Wenn sich der Fuß schon verfärbt, ist Eile geboten“, macht Büchler deutlich. „Sofort zum Arzt. Denn wer rechtzeitig etwas unternimmt, kann die Amputation in den meisten Fällen verhindern!“

 

Und darum geht es beim Exoprothesennetz Schleswig-Holstein: „Wenn die Menschen mehr über Diabetes wüssten und sensibler auf Veränderungen in ihrem Körper reagieren würden, müsste auch nicht so viel amputiert werden“, macht Mareike Chalkley Hoffnung. Stephan Büchler ergänzt: „Das bedeutet natürlich, dass die Leute ihr Leben umstellen müssen. Mehr Bewegung. Gesündere Ernährung.“ Aber es lohnt sich, denn man erhält seine Füße bzw. Beine.

 

Mehr Informationen zum Exoprothesennetz Schleswig-Holstein finden Sie im Internet.

 

Der Sozialverband Deutschland hilft in sozialen Angelegenheiten. Wir vertreten unsere Mitglieder bis zum Sozialgericht, unter anderem bei Auseinandersetzungen rund um das Thema Rente und Behinderung.

 

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