EhrenamtÜber den SoVD

„Im Ehrenamt lebst Du vom Schulterklopfen“

Rainer Steinfeldt aus Elmenhorst ist seit 1965 Mitglied im Sozialverband

 

Warum bringen sich Menschen ehrenamtlich ein? Warum ausgerechnet beim Sozialverband? In unserer monatlichen Serie sprechen wir heute mit Rainer Steinfeldt aus Elmenhorst. Mit 18 Jahren ist er dem damaligen „Reichsbund“ beigetreten, kurz darauf wurde er in den Kreisvorstand in Stormarn gewählt – und ist dem SoVD bis heute treu geblieben.

 

Rainer Steinfeldt: „Darum engagiere ich mich für den SoVD“

 

Hallo Herr Steinfeldt, kommen wir gleich zur Sache: Was ist der Grund dafür, dass Sie ein Ehrenamt ausüben?

Vielleicht ein Helfer-Syndrom? Man gibt anderen Menschen im Ehrenamt etwas. Aber dafür bekommen wir ja auch viel zurück. Ich glaube, sonst würde es auch nicht so viele Menschen geben, die sich ehrenamtlich einbringen. Als Ehrenamtler kommst Du jeden Tag mit anderen Menschen zusammen, Du bildest Dich ständig weiter. Außerdem kommt man auch ganz schön rum: Schon als junger Mann bin ich durch mein Ehrenamt nach Bonn oder Berlin gefahren – das hätte ich damals sonst nie so erlebt.

 

Und wie hat das bei Ihnen alles angefangen?

Ich bin mit 11 Jahren an Polio (Kinderlähmung) erkrankt und habe dadurch schon früh erlebt, was eine Behinderung im Leben bedeutet. Vermutlich dadurch habe ich mich schnell für das Sozialrecht interessiert und bin dadurch mit dem Reichsbund, so hieß der SoVD damals, in Kontakt gekommen. Der Vorsitzende hier in Elmenhorst war noch ein sogenannter „Kriegsbeschädigter“ mit nur einem Arm. Und in der Geschäftsstelle in Bad Oldesloe hat mich der damalige Leiter ein bisschen unter seine Fittiche genommen und mir viel zu lesen gegeben. Mit 18, nach meiner Lehre, bin ich eingetreten, und fünf Jahre später gehörte ich dem Kreisvorstand an. Es hat mich einfach interessiert, auch aus eigener Betroffenheit.

 

Darüber hinaus bin ich auch beim Polio-Verband in Schleswig-Holstein engagiert, seit zwei Jahren als zweiter Landesvorsitzender. Hier stand für mich früher vor allem der Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen im Mittelpunkt.

 

Noch einmal zurück zum Sozialverband. Warum bringen Sie sich ausgerechnet beim SoVD so stark ein?

Als einzelne Person bist Du in Deutschland verloren, wenn Du krank wirst. Deshalb brauchen wir Interessenvertretungen wie den SoVD oder den Polio-Verband. Ich habe nach all den Jahren einen relativ guten Überblick in vielen Dingen, mit denen einige Menschen nicht allein klarkommen. Wie beantragt man den Schwerbehindertenausweis. Macht ein Antrag zur Erwerbsminderungsrente Sinn? Wie läuft das mit dem Krankengeld? Und ich freue mich, dass ich viel davon an Ratsuchende zurückgeben kann. Diese Möglichkeit bietet mir der SoVD.

 

In all den Jahren haben Sie doch sicherlich auch Dinge erlebt, die nicht so schön sind. Was nervt Sie manchmal an Ihrem Ehrenamt?

Klar gibt es auch im ehrenamtlichen Bereich Reibungen. Wie überall, wo Menschen zusammenkommen. Ich störe mich vor allem an Leute, die das Ehrenamt nur zur eigenen Profilierung suchen.

 

Und andersherum? Was sind die schönen Dinge, durch die Sie zum Weitermachen angetrieben werden?

Wenn sich Leute dafür bedanken, dass etwas gut gegangen ist. Egal, ob man einfach nur einen Hinweis gegeben hat, dass sie in unsere Geschäftsstelle nach Bad Oldesloe fahren sollen oder ich selbst aktiv helfen konnte – wenn die Menschen sich bedanken, ist das ein schönes Gefühl. Im Ehrenamt lebst Du nun mal vom Schulterklopfen. Außerdem gibt es so viele schöne Erinnerungen, die ich ohne meine Tätigkeit für den Sozialverband nie erfahren hätte. Zum Beispiel die Einweihung der Bundesgeschäftsstelle in Berlin. Das möchte ich nicht missen.

 

Interesse geweckt? Bei Fragen können Sie sich gern an uns wenden, siehe unten – via GIPHY

 

Ehrenamtlich arbeiten wäre genau Ihr Ding? Dann melden Sie sich bei:

Christian Schultz
Referent für Sozialpolitik
Telefon: 0431 / 98 388 – 70
Mail: sozialpolitik@sovd-sh.de

 

Der Sozialverband Schleswig-Holstein hilft in sozialen Fragen. Wir vertreten unsere Mitglieder bis zum Sozialgericht, zum Beispiel bei Problemen mit der Erwerbsminderungsrente oder dem Behindertenausweis.

 

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