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Bund-Länder-Gipfel: SoVD fordert stärkeren Blick auf soziale und psychische Auswirkungen

SoVD-Präsident Adolf Bauer: „Wir müssen raus aus dem Reaktions- und rein in den Aktionsmodus"

Berlin. „Der Schutz besonders vulnerabler Personengruppen hat nach wie vor oberste Priorität. Dennoch dürfen die Auswirkungen von zwölf Monaten sozialer Isolation und massiven Einschränkungen von den politisch Verantwortlichen nicht unterschätzt werden“, mahnt SoVD-Präsident Adolf Bauer mit Blick auf den Bund-Länder-Gipfel am 3. März. Der SoVD beobachtet mit Sorge, dass insbesondere ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen immer stärker vereinsamen. Aber auch Kinder leiden immer mehr unter dem anhaltenden Kontaktverbot. 

Dass bereits vor der Corona-Krise junge wie ältere Menschen unter Einsamkeitsgefühlen litten, belegt eine Studie, die der SoVD im Dezember 2020 präsentiert hat. Die Folgen der Corona-Pandemie haben diese Situation insbesondere für sozial benachteiligte Menschen noch einmal deutlich verschärft. „Unser Gutachten hat gezeigt, dass vor allem Armut zu Einsamkeit führt. Wenn das Geld aber an allen Ecken und Enden fehlt, ist gesellschaftliche Teilhabe nicht möglich. Um derartige Auswirkungen etwas abzufedern, brauchen wir eine Gesamtstrategie“ 

Der SoVD bekräftigt daher erneut seine Forderung nach einem Beratungsgremium, in welchem auch Vertreter*innen der besonders betroffenen Personengruppen in die Bewertung der getroffenen Maßnahmen involviert werden. „Wenn die Menschen immer mehr das Gefühl bekommen, dass ihre Sorgen und Ängste nicht ernst genommen werden, verlieren sie mehr und mehr das Vertrauen in die Politik. Die besten Maßnahmen nützen nichts, wenn die Menschen sie nicht mittragen“, so Bauer.

Neben der Forderung nach mehr Fokussierung auf die besonders stark belasteten Personengruppen, hat Bauer eine klare Erwartungshaltung gegenüber der Politik: „Wir brauchen endlich einen Strategiewechsel. Wir müssen raus aus dem Reaktions- und rein in den Aktionsmodus. Der Blick muss nach vorne gehen. Bund und Länder müssen einen klaren Plan vorlegen, wie die durch die Pandemie entstandenen Defizite einheitlich korrigiert werden können. Insbesondere in der schulischen Bildung sind durch ungleiche Bedingungen im Distanzunterricht große Lücken entstanden, die es zu schließen gilt.“ Und er ergänzt: „Wir brauchen insgesamt eine Debatte darüber, welche Schlüsse wir aus der Corona-Krise ziehen müssen.“

V.i.S.d.P.: Christian Draheim 

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