Direkt zu den Inhalten springen

"Das Ehrenamt lässt mich nicht mehr los"

Aktuelles Ehrenamt Über uns

Rund 3500 Menschen in Schleswig-Holstein engagieren sich ehrenamtlich im größten Verband des Nordens. Einmal im Monat stellen wir Ihnen einen davon vor. Heute: Manuela Fick aus Zarpen im Kreis Stormarn. In den letzten vier Jahren hat sich die Mitgliederzahl im dortigen Ortsverband - zu dem auch die Gemeinden Heilshoop und Rehhorst gehören - verdoppelt. Auf heute 220 Personen.

Manuela Fick ist Vorsitzende des SoVD-Ortsverbands in Zarpen

Hallo Frau Fick, Sie engagieren sich schon länger ehrenamtlich. Warum eigentlich?

Weil es einfach Spaß macht. Ich bin hier im SoVD ja viel mit Menschen zusammen, das ist schon faszinierend. Man kann durchaus sagen, dass mich das Ehrenamt infiziert hat - positiv natürlich. Am besten gefällt mir, dass ich sehr kreativ sein kann. Als Vorsitzende im Ortsverband kann ich viele Ideen einbringen. Einige davon setzen wir dann auch um.

Wie haben Sie denn im Sozialverband angefangen?

Mitglied bin ich seit 2001, also schon über 20 Jahre. Ich brauchte damals keine Unterstützung im Sozialrecht - den SoVD kannte ich aber, weil schon meine Mutter und meine Oma Mitglied gewesen sind. Was der Verband aber genau leistet - das wusste ich damals gar nicht. Ich bin auch nie zu den Versammlungen hier im Ort gegangen.

Geändert hat sich das, als die damalige Vorsitzende wegziehen musste. Sie hat mich damals angesprochen und gefragt, ob ich nicht im Vorstand mitarbeiten möchte. Vorstellen konnte ich mir das, allerdings nicht direkt als Vorsitzende. Also bin ich zur nächsten Mitgliederversammlung gegangen und wurde da zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Das war 2016. Zwei Jahre später wurde ich dann Vorsitzende hier in Zarpen.

Und was sind Ihre Aufgaben als Vorsitzende des Ortsverbands?

Das ist von Ortsverband zu Ortsverband sehr unterschiedlich, man wächst da ja auch ein bisschen rein. Aber ich habe natürlich viel mit der Verwaltung zu tun. Wenn Mitglieder Fragen oder Probleme haben, rufen die oft erstmal bei mir an. Und auch Veranstaltungen müssen vorbereitet werden. Das alles mache ich - natürlich zusammen mit meinen Vorstandskollegen. Oder auch das Marketing, also Werbung und Öffentlichkeitsarbeit. Die Arbeit hier vor Ort ist schon sehr vielseitig.

Klingt nach viel Arbeit ...

Das ist es auch. Aber wie gesagt: Im Ehrenamt kann man das ja zum größten Teil selbst bestimmen. Aber in meinem Fall kommen schon zwei, drei Stunden am Tag zusammen. Ich bin ja auch im Kreisverband Stormarn des SoVD aktiv. Langweilig wird es nicht (lacht).

Was ist denn nach Ihrer Meinung die wichtigste Aufgabe des SoVD hier in Schleswig-Holstein?

Unser Motto lautet ja nicht umsonst "Nah bei den Menschen". Bei uns im Ortsverband kommen die Menschen zusammen. Wir wirken aktiv der Einsamkeit entgegen. Und natürlich sind viele Mitglieder auch bei uns, weil sie ein sozialrechtliches Problem haben. Zum Beispiel, weil die Krankenkasse nicht zahlt oder man schwer krank geworden ist und Rente beantragen muss.

Hand aufs Herz: Auch im Ehrenamt gibt es doch Dinge, die richtig nervig sind. Oder?

Klar gibt es die. Aber nicht mehr als anderswo auch. Richtig ärgern kann ich mich zum Beispiel, wenn sich Leute zu Veranstaltungen anmelden und dann einfach nicht auftauchen. So etwas gehört sich nicht. Außerdem entstehen ja auch Kosten, die dann auf den Ortsverband zurückfallen. Manchmal finde ich auch, dass das Ehrenamt immer noch zu wenig Anerkennung findet.

Wirklich? Sie bekommen keine positiven Rückmeldungen?

Doch, doch. Die bekommen wir im Ortsverband sogar sehr häufig. Man hat aber immer den einen oder anderen, der unsere Arbeit für selbstverständlich hält. Und das kann einen schon ärgern. Aber Sie haben schon recht: Die allermeisten Menschen sind sehr dankbar für das, was hier hier vor Ort leisten. Ich freue mich über jede Veranstaltung, wenn die Menschen mit einem Lächeln im Gesicht kommen. Oder sich im Anschluss persönlich bei mir und meinen Kollegen bedanken.

Wir haben hier schon oft über die Corona-Zeit berichtet. Und darüber, wie schwer das für die Ortsverbände im SoVD war. Ist das bei Ihnen auch so gewesen?

Ehrlich gesagt sind wir als Ortsverband sehr gut durch diese Phase gekommen. Wir haben einfach das beste daraus gemacht. Klar, Veranstaltungen liefen auch in Zarpen nicht. Aber wir haben uns immer wieder etwas Neues einlassen lassen und haben unseren Mitgliedern kleine Geschenke an der Haustür gemacht. Corona-Masken, Weihnachts-Präsente oder Blumen im Frühjahr. Da sind wir mit dem Bollerwagen durchs Dorf gezogen und konnten so mit den Menschen ins Gespräch kommen. Das ist super angekommen.

Ehrenamtlich arbeiten wäre auch für Sie ein Thema? Dann melden Sie sich bei:

Christian Schultz
Referent für Sozialpolitik
Telefon: 0431 / 65 95 94 - 22
Mail: sozialpolitik(at)sovd-sh.de

Der Sozialverband Schleswig-Holstein hilft in sozialen Fragen. Wir vertreten unsere Mitglieder bis zum Sozialgericht, zum Beispiel bei Problemen mit der Erwerbsminderungsrente oder dem Behindertenausweis.

Sie wollen regelmäßig über neue Beiträge in unserem Blog informiert werden? Melden Sie sich einfach zu unserem Newsletter per E-Mail an!


Kommentare (1)

  • user
    Imka Ruesch
    am 12.02.2024

    Moin,

    ehrenamtlich tätig zu sein, ist für mich eine Herzensangelegenheit. Ich bin erst seit kurzem als 1 Vorsitzende im Ortsverband -Glinde dabei.

    Für mich war es schon immer wichtig, mich für andere einzusetzen. Wir bieten bei uns im Ort für unsere Mitglieder verschiedene Veranstaltungen, wie gemeinsam BINGO spielen und Frühstücken an. Besonders für die älteren Mitglieder ist das immer ein besonderer Tag.

    Die Freude , welche man den Menschen ansieht, der freundliche soziale Umgang ist das , was zählt. Die Empathie ist mein Antrieb.

    Die gemeinsame ehrenamtliche Tätigkeit mit dem gesamten Vorstand und den vielen Helfern ist etwas , was ich zur Zeit nicht missen möchte.

    Gerade die Tätigkeit im Ortsverband nah bei den Menschen ist eine herausfordernde aber auch eine erfühlende.

    Imka Ruesch

Neuen Kommentar schreiben

Das Feld Name muss ausgefüllt sein.
Bitte geben Sie Ihren Namen ein.
Das Feld E-Mail muss ausgefüllt sein.
Die eingegebene E-Mail Adresse ist nicht korrekt.
Der Kommentar darf nicht leer sein.
Bitte stimmen Sie der Datenschutzbestimmungen zu.

Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.