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"Das will ich auch mal werden!"

Aktuelles Ehrenamt Über uns

Einmal im Monat stellen wir Ihnen jemanden aus dem Ehrenamt des SoVD in Schleswig-Holstein vor. Heute haben wir mit Horst Koop aus Bekmünde gesprochen, der im Ortsverband Itzehoe-Mitte seit fast 30 Jahren die Geschicke als Vorsitzender leitet.

Horst Koop engagiert sich ehrenamtlich für den SoVD in Schleswig-Holstein

Hallo Herr Koop, Sie sind seit mehr als 40 Jahren ehrenamtlich für den SoVD im Einsatz. Warum engagieren Sie sich in Ihrer Frezeit für den Sozialverband?

Ich habe in meinem Leben viel Elend gesehen. Menschen, die kein Geld hatten und nicht wussten, wie sie im nächsten Monat die Miete zahlen sollten. Menschen, die schwer krank geworden sind und um ihre Leistungen von den Sozialbehörden kämpfen mussten. Da möchte ich gern helfen.

Sie spielen auf Ihre Zeit als Angestellter beim SoVD an?

Richtig. Ich habe hier 1980 mehr oder weniger gleichzeitig im Haupt- als auch im Ehrenamt begonnen. In der Sozialberatung erlebst Du dann viele schöne, aber auch sehr viele traurige Geschichten. Und im Sozialrecht kenne ich mich aus, da habe ich meine Stärken. Die bringe ich gern für den SoVD ein, um den Menschen zu helfen.

Darüber hinaus macht mir die Arbeit mit Menschen aber auch generell Spaß.  Auch das Organisieren, das kommt mir in meinem Ehrenamt als Vorsitzender natürlich entgegen.

Wie sind Sie denn zum SoVD gekommen?

Mein Vater hat im damaligen "Reichsbund" auch schon als Rechtsschutzsekretär gearbeitet. Da muss ich wohl schon als vier- oder fünfjähriger Steppke in seinem Büro gesagt haben: "Das will ich auch mal werden!" Naja, gelernt habe ich bei der AOK. Und ich habe dann auch erst einmal als Sozialversicherungsfachangestellter bei Krankenkassen gearbeitet.

Irgendwann war dann hier im Kreisverband Steinburg des SoVD Not am Mann - und ich bin für ein, zwei Jahre in der Beratung eingesprungen. So war es zumindest geplant. Daraus sind dann 28 Jahre geworden.

Zum Ehrenamt bin ich auch eher zufällig gekommen. Zwei Tage, nachdem ich hauptamtlich angefangen hatte, bin ich zu einer Versammlung in Hohenfelde mitgegangen. Dort wurde ein zweiter Vorsitzender für den Ortsverband gesucht. Tja, man hat mich angesprochen - und so war ich dann auch ehrenamtlich aktiv. Und das bis heute.

Warum bringen Sie sich ausgerechnet beim SoVD so viel ein? Warum nicht anderswo?

Ich bin nicht nur mit dem Sozialverband verheiratet. Auch im Betreuungsverein Steinburg wirke ich im Vorstand mit. Aber im SoVD kann ich eben das machen, was ich gut kann. Im Sozialrecht helfen. Man könnte das durchaus als Hobby bezeichnen - ich habe sogar schon im Urlaub anderen Menschen dabei geholfen, den Schwerbehindertenausweis oder die Erwerbsminderungsrente durchzubekommen.

Aber trotzdem muss es doch auch Dinge geben, die Sie manchmal nerven. Oder?

Undankbarkeit ist etwas, das mich fuchsig machen kann. Ich kann mich an einen Fall erinnern, bei dem wir mit viel Kraft und Einsatz eine EM-Rente durchsetzen konnten. Und das damalige Mitglied hat kurz danach die Mitgliedschaft gekündigt. So nach dem Motto: Jetzt brauche ich Euch nicht mehr. Machen kannst Du da nichts, aber darüber habe ich mich sehr geärgert.


Aber im Großen und Ganzen mag ich meine Tätigkeit hier so sehr, da fallen diese Kleinigkeiten nicht wirklich ins Gewicht.

Was ist das Schönste für Sie am Ehrenamt?

Die dankbaren Augen, die lachenden Gesichter, wenn wir jemandem zu seinem Recht verhelfen können. Wenn die Rente durchkommt zum Beispiel. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl und baut Dich richtig auf.

Wie haben Sie im Ehrenamt denn Corona erlebt?

Für unsere Arbeit im Ortsverband war das natürlich schlimm. Und es gibt ja immer noch Probleme, eine lange Reise mit Masken ist nicht für jeden etwas. Mit Veranstaltungen fangen wir jetzt langsam wieder an. Aber klar - Corona hat viel kaputt gemacht, wir leben ja hier vom persönlichen Miteinander. Telefonisch kann man das nicht alles auffangen.

Das heißt, über das Telefon hatten Sie schon noch Kontakt zu Ihren Mitgliedern?

Die Leute haben natürlich auch weiterhin angerufen, wenn sie Hilfe brauchten. Machen sie immer noch. Aber wir im Vorstand haben auch versucht, den Mitgliedern auf andere Weise zur Seite zu stehen. So haben wir etwa im Februar 2020 für jedes Mitglied fünf FFP2-Masken bestellt und die dann mit der Post verschickt. Das war eine Heidenarbeit, aber die Leute haben sich sehr darüber gefreut. Sie glauben gar nicht, wie viele Anrufe wir in den Tagen danach hatten.

Ehrenamtlich arbeiten wäre auch für Sie ein Thema? Dann melden Sie sich bei:

Christian Schultz
Referent für Sozialpolitik
Telefon: 0431 / 65 95 94 - 22
Mail: sozialpolitik(at)sovd-sh.de

Der Sozialverband Schleswig-Holstein hilft in sozialen Fragen. Wir vertreten unsere Mitglieder bis zum Sozialgericht, zum Beispiel bei Problemen mit der Erwerbsminderungsrente oder dem Behindertenausweis.

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