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Gute Gründe für den Booster

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Nach sechs Monaten lässt die Wirkung der Corona-Impfung vor allem bei Risikogruppen deutlich nach. Eine dritte Dosis erhöht den Infektionsschutz wieder.

Ärztin verabreicht Patientin eine Impfung
Um sicher durch den Winter zu kommen, ist für viele ein dritte Corona-Impfung ratsam. Foto: Konstantin Yuganov / Adobe Stock

Studien belegen, dass die Wirksamkeit von Corona-Impfstoffen nach einiger Zeit nachlässt. Eine Auswertung schwedischer Daten von mehr als 800.000 Geimpften und genauso vielen Ungeimpften weisen darauf hin, dass der anfangs sehr gute Schutz vor symptomatischen Infektionen nach mehreren Monaten deutlich nachlässt. Beim in Deutschland vor allem genutzten Vakzin von Biontech / Pfizer, ist er nach rund sieben Monaten demnach kaum noch gegeben.

Ältere und Vorerkrankte besonders gefährdet

Mit Blick auf schwere Verläufe - also Klinikeinweisungen und Todesfälle - sinkt die Effektivität über alle Impfstoffe hinweg von anfangs 89 Prozent auf 42 Prozent nach sechs Monaten. Besonders stark trete dieser Effekt bei gebrechlichen älteren Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen auf.

Die Studie ist bisher noch nicht von anderen Expert*innen begutachtet worden und noch nicht in einem wissenschaftlichen Journal erschienen. Andere Studien zeigen ebenfalls eine nachlassende Schutzwirkung im Laufe der Zeit, allerdings in weniger drastischem Ausmaß.

Unklarheit bei Verteilung

Während die Sinnhaftigkeit der Booster-Impfung außer Frage steht, gestaltet sich die Organisation der Auffrischungsimpfungen in Deutschland als schwierig. Derzeit gibt es viele Berichte über Menschen, die vom Impfzentrum oder Arzt abgewiesen werden, da ihre zweite Impfung noch nicht genau sechs Monate zurückliegt. Bisher empfahl die ständige Impfkommission (STIKO) die dritte Dosis lediglich für Risikogruppen und Menschen ab 70 Jahren. Seit dem 18. November gilt diese Empfehlung für alle Personen ab 18 Jahren. 

Auch die sechsmonatige Wartezeit soll flexibilisiert werden. „Der gemäß Zulassung vorgesehene Abstand von sechs Monaten zur vollständigen Immunisierung bei Personen ab 18 Jahren ist als zeitliche Richtschnur zu verstehen, der natürlich nicht tagesgenau einzuhalten ist“, heißt es in einem Brief des geschäftsführende Gesundheitsministers Jens Spahn und dem Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, an alle Vertragsärzte in Deutschland. Doch in einer Verordnung festgeschrieben ist das noch nicht. Das Land Berlin hat festgelegt, dass die dritte Impfung bereits nach fünf Monaten gegeben werden kann.

Wer unsicher ist, ob er schon für eine Auffrischungsimpfung infrage kommt, sollte den Hausarzt oder ein Impfzentrum konktaktieren. 

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