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Pflege ist mehr als eine Branche

SoVD-Präsident: „Die neue Regierung muss endlich Angehörige in der häuslichen Pflege stärken.“

Berlin. Wenn heute der Deutsche Pflegetag sich in Berlin versammelt, ist das ein Treffen der professionellen Pflegebranche. SoVD-Präsident Adolf Bauer begrüßt dies: „Vor allem vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus der Coronakrise wissen wir, wie schlecht es teilweise um die professionelle Pflege bei uns bestellt ist. Gut, dass hier jetzt Forderungen an die Politik formuliert werden.“ Darüber hinaus weist Adolf Bauer aber auch darauf hin, dass 2,1 Millionen Deutsche von ihren Angehörigen zu Hause gepflegt werden: „Das sind mehr als die Hälfte aller 4,1 Millionen Pflegebedürftigen. Für die pflegenden Angehörigen bedeutet dies eine physische und psychische Herausforderung. Für sie müssen mehr und bessere Entlastungs- und Unterstützungsangebote geschaffen werden, etwa durch den Ausbau von stundenweiser Verhinderungspflege und Tagespflegeansprüchen.“

Der Handlungsbedarf wird auch vom gerade erschienen DAK-Pflegereport bestätigt. Eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach hat gezeigt, dass eine Mehrheit der unter 40-Jährigen eigene Angehörige pflegen würde. „Die neue Regierung muss die Rahmenbedingungen für häusliche Pflege verbessern und nicht nur die Pflegebranche im Blick haben“, findet der SoVD-Präsident.
Bauer fordert darüber hinaus: „Wir brauchen außerdem ein Sofortprogramm, in dem der bisher entstandene Kaufkraftverlust der Leistung der Pflegeversicherung der vergangenen Jahre durch ausgebliebene Anpassungen an die Lohnkostenentwicklung nachgeholt wird. Außerdem muss eine jährliche und gesetzlichen Dynamisierung anhand der durchschnittlichen Bruttolohnentwicklung eingeführt werden.“

Eine pflegerische Versorgung, beispielsweise im vollstationären Bereich ist längst nicht mehr bezahlbar. Adolf Bauer: „Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Dem bundesweit durchschnittlichen Eigenanteil von 2.125 Euro im Monat steht eine durchschnittliche Rente in Höhe von 1.311 Euro gegenüber. Da hilft nur eins: In der vollstationären Pflege müssen die einrichtungseinheitlichen Eigenanteile zunächst und mittelfristig vollständig von der Pflegeversicherung übernommen werden.“

V.i.S.d.P.: Peter-Michael Zernechel

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