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Premiere des SoVD-Inklusion-Talks

Aktuelles Behinderung Veranstaltung

Starke Statements von Ursula Engelen-Kefer, Saskia Esken und Jan Haller.

Foto der Teilnehmenden während der Diskussion
Ursula Engelen-Kefer, Jan Haller und Saskia Esken beim SoVD-Inklusions-Talk am 2. August. Foto: Wolfgang Borrs

Die neue Bundesregierung steht vor großen Herausforderungen. Eine davon besteht aus Sicht des SoVD darin, die Inklusion in Deutschland endlich ernsthaft und konsequent voranzubringen. Doch was sind die dringlichsten Baustellen? Über diese und andere Fragen hat SoVD-Vizepräsidentin Ursula-Engelen-Kefer am 2. August beim ersten SoVD-Inklusions-Talk live mit der Bundesvorsitzenden der SPD, Saskia Esken und dem Kapitän der deutschen Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft, Jan Haller, diskutiert.

Die Coronapandemie habe bestehende Schwachstellen, zum Beispiel im Bereich Mobilität, Unterbringung aber auch in der Kommunikation gegenüber Menschen mit Behinderung, deutlich aufgezeigt, stellte Ursula Engelen-Kefer fest. Es sei sogar zu Rückschritten in Sachen Inklusion gekommen.

SoVD sieht weiteren Handlungsbedarf

Saskia Esken stimmte ihr darin zu, dass Verbesserungsbedarfe aufgezeigt worden seien und leitete Handlungsbedarf für die Politik ab: „Zukünftig muss noch viel stärker mit den Betroffenen gemeinsam erarbeitet werden, wie welche Probleme angegangen werden müssen, statt über die Köpfe der Betroffenen hinweg“, so Esken. 

Ursula Engelen-Kefer sprach viele politische Anliegen des SoVD an – beispielsweise im Personenbeförderungsgesetz, das Barrierefreiheit im Personenverkehr festschreibt oder im Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, an dem sie die langen Übergangsfristen kritisierte, bis der barrierefreie Zugang Pflicht wird. Sie wiederholte zudem die SoVD-Forderung nach einer deutlich höheren Ausgleichsabgabe für Unternehmen, die keine Menschen mit Schwerbehinderung beschäftigen.

Spontane Mobilität kaum möglich

Jan Haller berichtete anschaulich von seinen Erfahrungen als Betroffener. Er sprach über die fehlenden Sportangebote für Menschen mit Behinderung und die Schwierigkeiten von Menschen in der Bahn oder in Taxen. „Wenn ich mit dem Zug von A nach B unterwegs bin und bereits alle Rollstuhlstellplätze besetzt sind, muss ich einen anderen Zug nehmen. Spontan reisen ist so sehr schwierig“, schildert der Sportler.

Baustellen gibt es viele. Aus diesem Grund hat der SoVD den Monat August unter das Motto „Inklusion“ gestellt. „Echte Teilhabe kann nur gelingen, wenn wir Chancengleichheit schaffen. Dafür brauchen wir aber eine umfassende und verbindliche Barrierefreiheit in allen Lebenslagen. Hier ist die Politik gefordert“, sagt Engelen-Kefer. 

Den SoVD-Inklusions-Talk zum nochmal Ansehen

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