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Überfällige Pflegereform: Häusliche Pflege nicht vergessen

SoVD-Präsident Adolf Bauer: „Pflegende An- und Zugehörige sind ein wesentlicher Stützpfeiler unseres Pflegesystems.“

Berlin. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) appelliert an die Ampel-Verhandler*innen, endlich die notwendigen und längst überfälligen Reformschritte für ein gerechtes und leistungsfähiges Pflegesystem in Deutschland anzugehen. „Die Corona-Pandemie hat auf sehr schmerzliche Weise deutlich gemacht, wie dringlich der Handlungs- und Unterstützungsbedarf in der Pflege ist. Dennoch ist es in fast zwei Jahren Pandemie nicht gelungen, eine ernsthafte Pflegereform auf den Weg zu bringen. Geredet wurde inzwischen genug, jetzt müssen notwendige Taten folgen“, fordert SoVD-Präsident Adolf Bauer.

Mit großer Sorge beobachtet der SoVD, dass in der öffentlichen Debatte insbesondere die häusliche Pflege häufig zu kurz kommt. Rund 4 von 5 der mittlerweile über 4,5 Millionen Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt. Über 60 % von ihnen werden ohne professionelle Pflege allein durch An- und Zugehörige gepflegt. „Pflegende An- und Zugehörige sind ein wesentlicher Stützpfeiler unseres Pflegesystems. Für sie müssen deshalb mehr Entlastungs- und Unterstützungsangebote geschaffen werden. Dazu müssen insbesondere mehr Angebote der Tages- und Verhinderungspflege flächendeckend zur Verfügung stehen. Zugleich brauchen wir angemessene Pflegezeiten und akzeptable Lohnersatzleistungen für entgangenes Arbeitsentgelt, wenn wir die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf während einer akuten Pflegezeit ernsthaft ermöglichen wollen“, so Bauer. Pflege von An- oder Zugehörigen darf nicht zur finanziellen und sozialen Armut führen. Deshalb müssen pflegende Angehörige mit einer besseren rentenrechtlichen Absicherung unterstützt werden.

V.i.S.d.P.: Christian Draheim

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