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Wenn die Decke auf den Kopf fällt

Durch die Corona-Krise müssen derzeit viele Familien zu Hause bleiben. Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass das für Kinder Alleinerziehender besonders schwer ist. SoVD-Bundesfrauensprecherin Jutta König begrüßt, dass jetzt Beratungen über die schrittweise Rückkehr zum Kita-Betrieb beginnen.

Weinendes Kind guckt von unten in die Kamera
Die Zeit, die gezwungenermaßen in der eigenen Wohnung verbracht werden muss, ist gerade für kleine Kinder nicht einfach. Foto: nadezhda1906 / Adobe Stock

In Zeiten des Kontaktverbotes, geschlossenen Schulen und Kitas sowie gesperrter Sportanlagen sind viele Familien auf sich selbst zurückgeworfen und leben in beengten Verhältnissen. Laut einer Untersuchung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) verfestigen sich derzeit soziale Unterschiede zwischen Familien.

Denn die Möglichkeiten für Bewegung und Aktivitäten unterscheiden sich stark je nach Wohnform. Jede dritte Familie mit Kindern unter 18 Jahren lebt in Mehrfamilien- oder Hochhäusern ohne Gartennutzung.

Körperliche Folgen des Lockdowns

Diese befinden sich häufig in Ballungsgebieten, wo Familien nur schwer auf Parks oder Wälder ausweichen können, zumal der Aufenthalt dort auch nicht immer gestattet ist. In Großstädten ist auch der Anteil von Familien, die auf engem Raum leben, höher. Mehr als jeder vierten Familie mit zwei Kindern stehen laut BiB weniger als 80 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung.

Alleinerziehende und ihre Kinder haben besonders häufig keinen Zugang zur Natur vor der Haustür. Nicht einmal bei jedem zweiten Haushalt ist das der Fall. Die Folgen können gravierend sein: „Mangelnde Bewegung, aber auch fehlender Zugang zu Tageslicht und frischer Luft kann sich negativ auf die psychische und körperliche Verfassung auswirken“, so der BiB-Forschungsdirektor Martin Bujard.

Jutta König fordert Perspektive für Eltern

Zuhause bleiben ist während der Corona-Pandemie nicht immer leicht. Das spüren vor allem Eltern mit ihren Kindern und besonders Eltern, die zum Beispiel körperliche oder psychische Beeinträchtigungen haben und Alleinerziehende, so Jutta König, Bundesfrauensprecherin und Präsidiumsmitglied des SoVD. „Sie brauchen endlich eine Perspektive“, fordert die Bundesfrauensprecherin. Sie begrüßt, dass jetzt die Jugend- und Familienministerkonferenz der Länder (JFMK) gemeinsam mit dem Bundesfamilienministerium einen behutsamen Wiedereinstieg in den Normalbetrieb der Kindertagesbetreuung beschlossen haben.

Geplant ist eine Öffnung in vier Stufen von der Notbetreuung über eine erweiterte Notbetreuung und einen eingeschränkten Regelbetrieb bis zum vollständigen Regelbetrieb. Die Bundesfrauensprecherin bewertet es als positiv, dass das Infektionsgeschehen schrittweise, mindestens aber alle zwei Wochen beobachtet werden soll, bevor eine weitere Maßnahme ergriffen werden soll. Darüber hinaus muss auch auf die besondere Situation der Erzieherinnen und Erzieher sowie Tagespflegepersonen eingegangen werden.

Stufenweise Eröffnung möglich

Da kleine Kinder das Abstandsgebot nur schwer einhalten können, solle besonderer Wert auf Hygiene- und Desinfektionspläne gelegt werden, heißt es in dem Beschluss. Die stufenweise Öffnung der Kindertagesbetreuungsangebote soll von breit angelegten Studien unter Berücksichtigung des sozialen Kontextes begleitet werden, um die mögliche Übertragung des Virus beurteilen zu können.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beabsichtigt, das Robert-Koch-Institut und das Deutsche Jugendinstitut – eventuell auch im Verbund mit anderen Forschungsvorhaben - mit einer aussagekräftigen Studie zu beauftragen.

Mehr Möglichkeiten im öffentlichen Raum

Zur Entlastung der Familien schlagen die Ministerinnen und Minister des Bundes und der Länder zudem vor, die Öffnung von Spielplätzen und Einzelspielgeräten im öffentlichen Raum zu überprüfen. Außerdem soll die Erlaubnis familiärer Betreuungsformen in Betracht gezogen werden, um Kindern, die im Rahmen der stufenweisen Öffnung nicht an der Kindertagesbetreuung teilnehmen können, ein kleines Maß sozialer Kontakte zu ermöglichen und ihre Eltern zu entlasten.

Der Beschluss der JFMK und des Bundesfamilienministeriums wird in die Beratung der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsident*innen am 30. April einfließen.


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