Direkt zu den Inhalten springen

„Wenn die Leute glücklich nach Hause gehen, ist das Lohn genug“

Aktuelles Ehrenamt Über uns

Ohne ehrenamtlich Aktive wäre der SoVD in Schleswig-Holstein kaum vorstellbar. Rund 4000 Ehrenamtliche engagieren sich landesweit in etwa 300 Ortsverbänden – so wie Helga Heins im SoVD-Ortsverband Kattendorf-Winsen. Die gebürtige Brokdorferin ist dort seit 2019 Frauensprecherin und kümmert sich mit viel Herzblut um die Gemeinschaft im Dorf. Im Gespräch erzählt sie, warum Ehrenamt für sie schon immer selbstverständlich war, weshalb das Dorfleben manches einfacher macht – und wie sie selbst zum SoVD gekommen ist.

Helga Heins engangiert sich ehrenamtlich für den SoVD in Kattendorf

Frau Heins, warum engagieren Sie sich ehrenamtlich?

Irgendwie hat man das einfach so gelernt. Ehrenamt gehörte bei uns immer dazu. Ich kenne das gar nicht anders. Ich bin Gründungsmitglied unseres Theaterclubs, habe mich im Sportverein engagiert und war Elternvertreterin im Kindergarten und in der Grundschule. Irgendwer muss es ja machen – und meistens sind es doch immer die gleichen Leute, die Verantwortung übernehmen.

Und wie sind Sie Frauensprecherin geworden?

Da war tatsächlich mein Mann ausschlaggebend. Er ist selbst Vorsitzender bei uns im Ortsverband und sagte irgendwann: „Keiner will das machen, kannst du das nicht übernehmen?“ Und ich habe gedacht: Warum eigentlich nicht? 2019 wurde ich dann gewählt.

Wie sieht Ihre Aufgabe als Frauensprecherin konkret aus?

Gerade am Anfang bin ich viel durchs Dorf gegangen und habe alleinstehende Frauen angesprochen. Ich wollte einfach signalisieren: Wenn Hilfe gebraucht wird oder jemand mal reden möchte, dann bin ich da. Aber auf dem Dorf funktioniert vieles anders als in der Stadt. Viele Menschen haben Familie oder Nachbarn direkt nebenan. Man kennt sich hier eben.

Hat sich das Dorfleben auch während der Corona-Zeit bemerkbar gemacht?

Ja, auf jeden Fall. Während der Lockdowns haben wir im Vorstand überlegt, was wir für die Mitglieder machen können. Dann kamen wir auf die Idee mit den „Zaungesprächen“. Wir haben Zettel verteilt und angeboten, sich draußen mit Abstand zu unterhalten. Einer aus dem Ort hat mich sogar angerufen und gesagt, was das doch für eine tolle Idee sei. Das hat mich natürlich gefreut.

Was bedeutet Ihnen das Ehrenamt persönlich?

Am schönsten ist es doch, wenn die Leute hinterher sagen: „Das hat mir richtig gutgetan.“ Dieses Gefühl kenne ich auch vom Theater oder von Dorffesten. Wenn Menschen mit einem glücklichen Lächeln nach Hause gehen, dann ist das für mich der größte Lohn.

Wie sind Sie denn selbst zum SoVD gekommen?

Das war 2009. Ich war längere Zeit krankgeschrieben und meine Kur wurde zweimal abgelehnt. Mein Mann meinte dann: „Frag doch mal beim SoVD nach.“ Also bin ich eingetreten. Der damalige Vorsitzende hat sich sofort gekümmert – und innerhalb von drei Wochen hatte ich einen Termin für die Kur. Das hat mich wirklich beeindruckt.

Sie sind also aus eigener Erfahrung überzeugt vom SoVD?

Ja, absolut. Ich habe damals direkt erlebt, wie hilfreich der Verband sein kann.

Wie entwickelt sich der Ortsverband Kattendorf-Winsen?

Eigentlich ganz gut. Als mein Mann den Ortsverband übernommen hat, gab es ungefähr 155 Mitglieder, inzwischen sind es rund 190. Natürlich gibt es immer wieder Schwankungen, auch durch Sterbefälle. Aber insgesamt sind wir auf einem guten Weg.

Welche Angebote kommen bei den Mitgliedern besonders gut an?

Wir haben zum Beispiel einmal im Jahr ein gemeinsames Frühstück für alle. Dann natürlich die Spielenachmittage, die es einmal pro Monat gibt. Und die Klassiker: Weihnachtsfeier und Grillfest.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Ehrenamts?

Dass sich weiterhin Menschen finden, die Verantwortung übernehmen. Gerade auf dem Dorf lebt vieles davon, dass man sich gegenseitig unterstützt. Und Gemeinschaft entsteht eben nicht von allein – dafür müssen Menschen bereit sein, etwas zu tun.

Ehrenamtlich arbeiten wäre auch für Sie ein Thema? Dann melden Sie sich bei:

Christian Schultz
Referent für Sozialpolitik
Telefon: 0431 / 65 95 94 - 22
Mail: sozialpolitik(at)sovd-sh.de


Kommentare (0)

Be the First to Comment

Neuen Kommentar schreiben

Das Feld Name muss ausgefüllt sein.
Bitte geben Sie Ihren Namen ein.
Das Feld E-Mail muss ausgefüllt sein.
Die eingegebene E-Mail Adresse ist nicht korrekt.
Der Kommentar darf nicht leer sein.
Bitte stimmen Sie der Datenschutzbestimmungen zu.

Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.