Direkt zu den Inhalten springen
Marion Lange hilft SoVD-Mitgliedern über die ehrenamtliche Sozialberatung - Hero

Marion Lange: Weil niemand mit seinen Problemen allein bleiben sollte

Wenn Marion Lange über ihr Ehrenamt spricht, geht es ihr nicht um Posten oder Titel. Viel wichtiger ist ihr die Frage, wie sie anderen Menschen helfen kann. Die 55-Jährige aus Tornesch hat selbst erlebt, wie belastend der Umgang mit Behörden, Anträgen und komplizierten Verfahren sein kann. Heute nutzt sie diese Erfahrungen, um andere auf ihrem Weg zu unterstützen.

Die Erwerbsminderungsrentnerin war früher selbstständig und führte eine Massage- und Fußpflegepraxis. Davor arbeitete sie unter anderem in der Pflege und im Verkauf. Kommunikation, Beratung und der Umgang mit Menschen gehörten über viele Jahre zu ihrem Alltag. Fähigkeiten, die ihr heute im Ehrenamt zugutekommen.

Wer mit ihr spricht, merkt schnell: Marion Lange möchte etwas zurückgeben. Und sie möchte verhindern, dass Menschen in schwierigen Lebenslagen allein gelassen werden.

Vom Mitglied zur Ansprechpartnerin

Zum SoVD kam Marion Lange zunächst über eine Freundin. Als sie selbst Unterstützung brauchte, lernte sie die Beratung des Verbands kennen. Aus der Mitgliedschaft wurde mit der Zeit aktives Engagement. Erst half sie bei Veranstaltungen mit, später übernahm sie Verantwortung im Vorstand. Heute ist sie eine von zwei Vorsitzenden im Ortsverband Tornesch.

Doch ihr eigentliches Herzensprojekt liegt an einer anderen Stelle.

Seit drei Jahren engagiert sie sich als ehrenamtliche Sozialberaterin. Das bedeutet: Sie unterstützt Menschen, die Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen benötigen, Orientierung im Behördendschungel suchen oder nicht wissen, an welche Stelle sie sich wenden können.

Hilfe, bevor die Verzweiflung zu groß wird

Viele Menschen wenden sich erst dann an den SoVD, wenn sie nicht mehr weiterwissen.

Dann liegt ein Pflegeantrag auf dem Tisch. Ein Antrag auf Schwerbehinderung. Ein Schreiben vom Sozialamt. Oder die Betroffenen sind gesundheitlich und emotional so belastet, dass schon ein vierseitiges Formular zur großen Hürde wird.

Genau hier setzt Marion Lange an.

Sie hilft beim Ausfüllen von Unterlagen, erklärt Formulare in verständlicher Sprache und zeigt auf, welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt. Wenn nötig, vermittelt sie an die hauptamtliche Rechtsberatung des SoVD in Pinneberg weiter. Sie versteht sich dabei als erste Ansprechpartnerin und Wegbegleiterin, nicht als Juristin.

„Ich kann nicht alles lösen, aber ich kann Menschen dabei helfen, den nächsten Schritt zu gehen“, wird in ihrem Engagement deutlich.

Eigene Erfahrungen weitergeben

Ihre Motivation hat viel mit ihrer eigenen Geschichte zu tun.

Durch ihre Erwerbsminderung und persönliche Schicksalsschläge hat Marion Lange selbst erfahren, wie kompliziert soziale Sicherungssysteme sein können. Sie weiß, wie schnell Menschen überfordert sind, wenn sie plötzlich mit Behörden, Krankenkassen oder Rentenversicherung zu tun haben.

Deshalb möchte sie ihr Wissen weitergeben.

Nicht, weil sie Expertin für alles sein möchte. Sondern weil sie weiß, wie wertvoll es sein kann, wenn jemand zuhört, Orientierung gibt und erklärt, welche Möglichkeiten es gibt.

Besonders motiviert sie das Feedback der Menschen, denen sie geholfen hat.

Wenn ein Antrag erfolgreich bearbeitet wurde. Wenn jemand Unterstützung bekommt, die ihm zusteht. Oder wenn Betroffene einfach das Gefühl haben, mit ihren Sorgen nicht allein zu sein. Genau diese Rückmeldungen geben ihr die Motivation, weiterzumachen.

Ein Projekt mit Zukunft

Derzeit stemmt Marion Lange die ehrenamtliche Sozialberatung im Ortsverband Tornesch weitgehend allein. Doch das soll nicht so bleiben. Ihr Ziel ist es, weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu gewinnen, die Menschen in ähnlicher Weise unterstützen möchten.

Denn der Bedarf ist groß.

Gerade ältere Menschen, Angehörige oder Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen brauchen oft jemanden, der ihnen den Weg durch Formulare, Anträge und Zuständigkeiten erleichtert. Gleichzeitig sieht Marion Lange großes Potenzial darin, auch jüngere Menschen stärker für den SoVD zu begeistern und die sozialen Angebote des Verbands bekannter zu machen.

Ihr Projekt zeigt, dass Ehrenamt heute weit mehr sein kann als die Übernahme eines klassischen Vereinsamtes. Es geht darum, eigene Erfahrungen einzubringen und daraus etwas zu machen, das anderen konkret hilft.

Ehrenamt, das Sinn stiftet

Für Marion Lange ist ihr Engagement deshalb auch eine Form persönlicher Weiterentwicklung.

Sie besucht Fortbildungen zu Gesprächsführung, Rhetorik und Resilienz, lernt ständig dazu und entwickelt ihre Fähigkeiten weiter. Gleichzeitig erlebt sie jeden Tag, welchen Unterschied ein offenes Ohr und eine helfende Hand machen können.

Ihr Beispiel zeigt: Man muss im SoVD kein Jurist sein, um Menschen zu unterstützen. Oft reicht es schon, Erfahrungen weiterzugeben, zuzuhören und die richtigen Ansprechpartner zu kennen.

Du möchtest ebenfalls etwas zurückgeben?

Vielleicht hast Du berufliche Erfahrungen gesammelt, die anderen Menschen helfen können. Vielleicht kannst Du gut organisieren, zuhören, erklären oder Menschen begleiten.

Im SoVD Schleswig-Holstein gibt es viele Möglichkeiten, daraus ein eigenes Ehrenamtsprojekt zu machen. Flexibel, sinnvoll und passend zu Deinen Stärken.

Bring Deine Erfahrungen ein, unterstütze andere Menschen und gestalte ein Ehrenamt, das wirklich etwas bewegt.


Stell uns Deine Idee vor!Dein Kontakt beim SoVD

Du bist neugierig geworden und hast Lust, Dich ehrenamtlich beim SoVD einzubringen? Wir freuen uns, Dich und Deine Projektidee kennenzulernen!

Meld Dich gern bei Jenni Richter, unserer Referentin für Ehrenamt und Mitgliederservice:

Jenni Richter
Telefon: 0431 65 95 94 19
Mail: gutesachenmacher(at)sovd-sh.de