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Zweiklassen-Pflege stoppen – Jetzt die Bürgerversicherung einführen

Pressemeldung

„Das Maß ist voll“, sagt Alfred Bornhalm, Landesvorsitzender des SoVD Schleswig-Holstein und meint damit die Ergebnisse einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der DAK-Gesundheit zur Pflege: Der zufolge halten zwei Drittel der Menschen die Versorgung für unzureichend, drei Viertel fürchten die finanzielle Überforderung.

„Die Menschen im Norden haben das Vertrauen in das aktuelle System verloren. Sie sehen, dass die Kosten explodieren, während die Leistungen schrumpfen. Das ist sozialer Sprengstoff“, so Bornhalm. Der SoVD fordert einen radikalen Systemwechsel.

Die Zahlen sind alarmierend: 86 Prozent der Befragten empfinden es als ungerecht, trotz jahrelanger Einzahlungen im Pflegefall nicht ausreichend abgesichert zu sein.  Der SoVD betont, dass die Finanzierung der Pflege auf ein völlig neues Fundament gestellt werden muss. Die bisherige Trennung in gesetzliche und private Absicherung verschärfe die Ungerechtigkeit. „Wir brauchen eine Pflege-Bürgerversicherung, in die alle einzahlen“, fordert Alfred Bornhalm. „Es darf keine Zweiklassen-Pflege geben. Wenn wir eine verlässliche und würdevolle Pflege wollen, müssen auch Beamte, Selbstständige und Politiker ihren Beitrag leisten. Nur wenn die solidarische Basis verbreitert wird, bleibt Pflege für alle bezahlbar.“

Der SoVD stellt klar, dass eine Reform nicht ohne eine Anpassung der Beitragssätze auskommen wird. Personalmangel und steigende Qualitätsanforderungen lassen sich nicht zum Nulltarif lösen. „Gute Pflege kostet Geld, das muss uns als Gesellschaft klar sein“, so Bornhalm weiter. „Eine Anhebung der Beiträge ist unumgänglich, aber sie darf nicht einseitig die gesetzlich Versicherten belasten. Wenn alle – wirklich alle – in denselben Topf einzahlen, verteilen wir die Last auf starke Schultern und sichern die Versorgung für die Zukunft.“

Der SoVD Schleswig-Holstein appelliert an die Landes- und Bundespolitik, die Umfrageergebnisse als letzten Weckruf zu verstehen. Eine strukturelle Neuausrichtung sei überfällig, um die Angst vor dem sozialen Abstieg im Pflegefall zu nehmen.