barrierefreiBehinderungSoVD-Gütesiegel

Im Einsatz für Barrierefreiheit

So prüfen wir Ihre Vorschläge für das SoVD-Gütesiegel

 

Einsatzort Bad Segeberg: Auf dem Pausenhof der Schule am Seminarweg empfängt die Schulleiterin eine Gruppe von Personen. Im vergangenen Jahr wurde der Altbau, der über 100 Jahre auf dem Buckel hat, durch einen komplett neuen Anbau ergänzt. Da die Stadt Bad Segeberg bereits gute Erfahrungen mit dem SoVD-Gütesiegel machen konnte, ist der Sozialverband erneut eingeladen worden, das neue Gebäude in Sachen Barrierefreiheit zu testen.

 

Überlegt geplant – an behinderte und ältere Mitbürger gedacht

Seit 1975 prüft der Sozialverband in Schleswig-Holstein Gebäude und Transportmittel. Bis heute wurden 240 Einrichtungen mit der bronzenen Plakette ausgezeichnet. Am Anfang steht immer ein Vorschlag – entweder durch die Einrichtung selbst oder von Mitgliedern des Sozialverbands, die vor Ort gute Erfahrungen gemacht haben. Seit einigen Jahren vergeben wir das Gütezeichen gemeinsam mit dem Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung.

 

In Bad Segeberg stehen heute gleich zwei Projekte im Focus: An beiden öffentlichen Schulen wurden Neubauten angeschlossen, die nun von Experten des SoVD sowie Jan Homfeldt, Mitarbeiter im Büro des Landesbehindertenbeauftragten, besichtigt werden.

 

Hans Böttcher vom SoVD und Jan Homfeldt messen beim Behinderten-WC nach

 

Die Segeberger Verantwortlichen haben an so gut wie alles gedacht: Automatik-Türen sorgen dafür, dass auch Menschen mit Gehbehinderung das Gebäude ohne Schwierigkeiten betreten und verlassen können. Im barrierefreien WC, das mit Hilfe des Euroschlüssels geöffnet werden kann, ist ausreichend Platz vorhanden. Das WC selbst verfügt an beiden Seiten über Stützgriffe, auch der Spiegel hängt in der richtigen Höhe.

 

Vorschläge machen die Experten für die Treppe. Diese sollte durch auffälligere Farben, insbesondere an der obersten und untersten Stufe, besser erkennbar gemacht werden. Ein Punkt, von dem nicht nur Menschen mit Sehbehinderung profitieren würden. Viel kosten würde die Nachbesserung ebenfalls nicht. „Viele Bauherren denken immer, dass Barrierefreiheit die Kosten beim Bau immens in die Höhe treibt. In den meisten Fällen ist das aber Quatsch“, so Architekt Jan Homfeldt.

 

 

„Aus Sicht der Betroffenen“

Für die Schule am Seminarweg ergeben sich nach der Besichtigung nur wenige Punkte, an denen nachbessert werden muss. Die Fachleute von SoVD und dem Büro des Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung empfehlen, die großen Glasflächen durch Aufkleber oder Malereien besser sichtbar zu gestalten. Auch am Behinderten-WC soll eine Ergänzung erfolgen: An der Innenseite der Tür fehle ein Rückholgriff, so Hans Böttcher vom Sozialverband. „Für mich als Rollstuhlfahrer ist es sehr aufwendig, im Zurücksetzen die Tür hinter mir zu schließen. Mit einem Rückholgriff gibt es dieses Problem nicht.“

 

Überhaupt, die Kleinigkeiten: „Durch frühere Termine mit dem SoVD wissen wir bereits, worauf wir achten müssen“, sagt Claudia Schwarz von der Stadt Segeberg. „Aber wenn dann ein Rollstuhlfahrer selbst Dinge vor Ort ausprobiert, bekommen wir weitere Hinweise – immer aus Sicht der Betroffenen:“

 

Treppe und Geländer im Anbau sollten für Menschen mit Sehbehinderung besser zu erkennen sein

 

Im Neubau der zweiten Schule fallen den Experten ähnliche kleinere Punkte auf. Auch bei Fluchtwegen müssen bei Menschen mit Behinderung bestimmte Dinge Beachtung finden. Die Ansprechpartner von Stadt und Schulen zeigen sich aufgeschlossen – zur Freude von Hans Böttcher: „Es ist nicht überall so, dass unsere Vorschläge positiv aufgenommen werden. In manchen Fällen hören wir nach unserem Besuch nie wieder etwas von den Antragstellern. Hier in Segeberg zeigt man sich sehr interessiert, da macht die Arbeit gleich umso mehr Spaß.“

 

Nach rund eineinhalb Stunden ist die Besichtigung der Gebäude abgeschlossen. Bis zur Auszeichnung mit dem „Gütesiegel für ein besonderes Engagement für die Teilhabe von behinderten und älteren Menschen in der Gesellschaft“ müssen in Bad Segeberg nun noch einige Punkte abgearbeitet werden. Wir bleiben dran.

 

Kontakt

Wenn Sie in Ihrem Ort etwas gesehen haben, das für Menschen mit Behinderung ebenso geeignet ist wie für Menschen ohne Behinderung, dann schreiben Sie uns gern. Wir prüfen vor Ort, ob eine Auszeichnung mit dem SoVD-Gütesiegel in Frage kommt.

Ihr Ansprechpartner:

Christian Schultz
Referent für Sozialpolitik
Telefon: 0431 / 98 388 – 70
Mail: sozialpolitik@sovd-sh.de

 

Der Sozialverband Deutschland hilft in sozialen Angelegenheiten. Wir vertreten unsere Mitglieder bis zum Sozialgericht, unter anderem bei Auseinandersetzungen rund um das Thema Rente und Behinderung.

 

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