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Wie kaufen Menschen mit Sehbehinderung ein?

Dr- Carsten Dethlefs beim Videodreh zum Thema barrierefreie Supermärkte

Was fällt Ihnen ein, wenn es um barrierefreies Einkaufen geht? Viele Menschen denken zuerst an Maßnahmen, die Menschen mit Gehbehinderung zugute kommen: Automatisch öffnende Türen, abgesenkte Bordsteine, breite Gänge zwischen den Einkaufsregalen.

 

Shopping für blinde Kunden

 

Seit vielen Jahren vergibt der Sozialverband Schleswig-Holstein sein „Gütesiegel für ein besonderes Engagement für die Teilhabe von behinderten und älteren Menschen in der Gesellschaft„. Unter den Preisträgern sind auch Einzelhändler. Doch in der Regel wurden diese Geschäfte aufgrund von Faktoren ausgezeichnet, von denen Menschen mit Sehbehinderung nur indirekt profitieren.

 

Ausreichend Parkplätze, die speziell für Träger des blauen Parkausweises gekennzeichnet sind, können auch von blinde oder stark sehbehinderten Menschen genutzt werden. Breite Gänge machen das Einkaufen nicht nur Rollstuhlfahrern einfacher. Und Automatik-Türen, wie es Sie wohl in jedem Supermarkt gibt, schätzen selbst Menschen ohne Behinderung, die ihren vollen Einkaufswagen auf den Parkplatz schieben.

 

 

Maßnahmen, die speziell Kunden mit Sehbehinderung als Zielgruppe haben, gibt es in Deutschland selten. Ausnahme: Bei den meisten Fahrstühlen sind ertastbare Beschriftungen mittlerweile Standard. Akustische Ansagen über Stockwerke und weitere Informationen bleiben allerdings eine Seltenheit.

 

Gemeinsam mit Dr. Carsten Dethlefs, Wirtschaftswissenschaftler und Autor, haben wir zwei Supermärkte in Heide besucht. Carsten Dethlefs ist blind und kennt die Herausforderungen, die Menschen mit Sehbehinderung beim Einkaufen erleben, aus eigener Erfahrung. Darüber hinaus bietet er Coachings für Unternehmen an, sich auf diese Zielgruppe besser einzustellen.

 

„Barrierefreiheit als Wettbewerbsvorteil“

 

„Unternehmen, Organisationen und Kommunen können durch einfache Maßnahmen einen echten Wettbewerbsvorteil für sich erzielen“, so Carsten Dethlefs. „Viele haben die wachsende Zielgruppe von Menschen mit Behinderung allerdings noch nicht für sie erkannt.“

 

Um selbstständig einkaufen zu können, steht Menschen mit Sehbehinderung mittlerweile eine Reihe von technischen Hilfsmitteln zur Verfügung. Durch die weite Verbreitung von Smartphones haben immer mehr Menschen Zugang zu diesen Mitteln. Kostenlose Apps wie „Seeing AI“ von Microsoft oder „Codecheck“ lassen Smartphones über die Scanfunktion vorlesen, um welche Produkte es sich handelt.

 

„Barrierefreiheit wird häufig nur mit Kosten verbunden“, so der Experte Carsten Dethlefs. „Richtig ist aber genau das Gegenteil! Wer versteht, die wachsende Zielgruppe der Menschen mit Behinderung für sich zu gewinnen, wird künftig großen Erfolg haben!“

 

Der Sozialverband Deutschland hilft in sozialen Angelegenheiten. Wir vertreten unsere Mitglieder bis zum Sozialgericht, unter anderem bei Auseinandersetzungen rund um das Thema Rente und Behinderung.

 

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