EhrenamtÜber den SoVD

Im Ehrenamt gegen menschliche Kälte

Renate Eggers aus Tellingstedt engagiert sich ehrenamtlich für den Sozialverband

 

Warum engagiert man sich ehrenamtlich? Einmal im Monat stellen wir in dieser Serie jemanden vor, der uns diese Frage aus erster Hand beantworten kann. Diesmal geht es nach Tellingstedt im Kreis Dithmarschen. Hier leitet Renate Eggers seit 2014 den Ortsverband des SoVD – mit mehr als 800 Mitgliedern bei einer Einwohnerzahl von rund 3000. Was sind die schönen, was die anstrengenden Seiten des Ehrenamts? Wir haben mit Renate Eggers gesprochen.

 

Hallo Frau Eggers, haben Sie sich jemals gefragt, warum Sie ein Ehrenamt ausüben?

Ich habe mein ganzes Leben lang gearbeitet. Erst in der Verwaltung, später bei einer großen Krankenkasse. Als ich mit 60 in die passive Phase der Altersteilzeit ging, konnte und wollte ich nicht einfach zu Hause rumsitzen. Ich habe schon immer gern Menschen geholfen, das macht mir einfach Spaß. Beim Sozialverband berate ich die Hilfesuchenden mehr oder weniger in den gleichen Fragen wie früher im Beruf – nur eben von der anderen Seite aus.

 

Und wie genau sind Sie beim Sozialverband gelandet?

Mit dem SoVD hatte ich natürlich schon zu meiner Zeit bei der Krankenkasse zu tun. Der damalige zweite Kreisvorsitzende, Günter Hollm, hat damals öfter bei mir angerufen, um Fragen rund um Krankenversicherung und Pflege zu besprechen. So hatte ich schon früh einen guten Kontakt zum Sozialverband. Ich fand die Arbeit des SoVD schon damals richtig gut. 2007 bin ich dann selbst eingetreten, schon ein Jahr später wurde ich zur stellvertretenden Vorsitzenden im Ortsverband gewählt. Mittlerweile bin ich auch im Kreis- und Landesvorstand aktiv.

 

Aber warum ausgerechnet beim SoVD? Heutzutage suchen doch viele Organisationen Menschen, die sich ehrenamtlich einbringen möchten.

Das stimmt natürlich. Aber beim Sozialverband kann ich genau das machen, was mir liegt: Ich bin ja nicht nur Vorsitzende im Ortsverband. Einmal in der Woche berate ich unsere Mitglieder in Pahlen in allen Fragen des Sozialrechts. Da geht es oft um den Schwerbehindertenausweis oder um Probleme mit der Krankenkasse. Wenn man den Leuten helfen kann, ist das ein gutes Gefühl.

 

Im Ortsverband bist Du als Vorsitzende erst einmal für alles zuständig. Natürlich kann man nicht alles lösen. Aber wir bemühen uns, hier etwas auf die Beine zu stellen. Ich sage immer: Zusammen lachen und zusammen weinen. Da gehört es auch mal dazu, jemanden zu Hause zu besuchen. Zum Beispiel bei einem Trauerfall. Auf der anderen Seite erleben wir alle auch sehr schöne Momente, etwa auf unseren gemeinsamen Ausflügen. Das alles zusammen gibt es wohl nur beim Sozialverband.

 

Trotzdem ist doch nicht alles Sonnenschein, oder? Gibt es auch nervige Seiten am Ehrenamt?

Natürlich gibt es die auch. Wie immer wenn Menschen zusammen kommen, finden Sie auch bei uns Leute, die meckern. Wenn Du vorher viel Arbeit in eine Sache gesteckt hast, hört man so etwas verständlicherweise nicht gern. Aber mit der Zeit gewöhnt man sich an so etwas. Außerdem überwiegen die positiven Rückmeldungen unserer Mitglieder.

 

Gut, dass Sie das ansprechen. Was sind denn die schönsten Momente für Sie?

Ich erlebe im Ehrenamt eigentlich jeden Tag tolle Dinge. Ein richtiges Highlight war zum Beispiel unsere 100-Jahr-Feier in diesem Jahr mit 400 Gästen. Aber auch die regelmäßigen Tagesfahrten und Zusammenkünfte sind immer wieder schön. Ich habe manchmal das Gefühl, dass in Deutschland die menschliche Kälte zunimmt. Beim Sozialverband versuchen wir, dem etwas entgegenzusetzen. Und das macht mir Freude.

 

Ehrenamtlich arbeiten wäre auch für Sie ein Thema? Dann melden Sie sich bei:

Christian Schultz
Referent für Sozialpolitik
Telefon: 0431 / 98 388 – 70
Mail: sozialpolitik@sovd-sh.de

 

Der Sozialverband Schleswig-Holstein hilft in sozialen Fragen. Wir vertreten unsere Mitglieder bis zum Sozialgericht, zum Beispiel bei Problemen mit der Erwerbsminderungsrente oder dem Behindertenausweis.

 

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