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Grundrente – muss ich einen Antrag stellen?

Grundrente - muss ich einen Antrag stellen

 

Schon im nächsten Jahr sollen laut Bundesregierung rund 1,3 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland von der neuen Grundrente profitieren. Um dieses neue Rentenpaket wurde in der Politik heftig gestritten. Herausgekommen ist ein Kompromiss – für Vertreter der Wirtschaft ist er zu teuer und nicht zielführend genug, für Sozialverbände wie uns dagegen ist das Resultat nur ein kleiner Schritt im Kampf gegen Altersarmut.

 

In den letzten Wochen sind beim Sozialverband Schleswig-Holstein immer wieder Fragen zur Grundrente eingegangen. In der Regel geht es den Menschen um die Zugangsvoraussetzungen: Wer bekommt die Grundrente? Wie viele Versicherungsjahre muss mann vorweisen können? Zählt Arbeitslosigkeit bei diesen Grundrentenjahren dazu? An wen muss ich mich wenden, um die Grundrente zu erhalten? Vor diesem Hintergrund wollen wir an dieser Stelle noch einmal die wichtigsten Fragen und Antworten zum Zugang zusammenfassen.

 

Wo muss ich die Grundrente beantragen?

Sie müssen überhaupt keinen Antrag stellen, um Grundrente zu bekommen. Die Rentenversicherung wird – so ist es geplant – einen automatischen Abgleich vornehmen. Wenn Sie einen Anspruch haben, wird Ihnen die Grundrente automatisch gutgeschrieben.

 

Wie funktioniert dieser Abgleich bei der Rentenversicherung genau?

Die technischen Details sind uns nicht bekannt. Und selbst die Deutsche Rentenversicherung hat bereits Kritik am geplanten Verfahren geübt. Das heißt – wie genau der Rententräger intern ermitteln wird, ob Sie einen Anspruch auf die Grundrente haben, können wir erst in den kommenden Monaten sagen. Schon jetzt ist aber klar: Da es bei der Grundrente eine Einkommensprüfung geben wird, kommen bei diesem Abgleich auch die Finanzämter ins Spiel. Die Rentnerinnen und Rentner selbst müssen jedoch nicht tätig werden.

 

3 Voraussetzungen für die Grundrente

 

Muss ich für die Grundrente eine Steuererklärung abgeben?

Eine knifflige Frage. Noch komplizierter wird dieser Punkt dadurch, dass nicht das Einkommen des Vorjahres, sonders des vorvergangenen Jahres für die geplante Einkommensprüfung relevant ist. Wer also ab 2021 zu den ersten gehören will, die Grundrente bekommen, sollte sicherstellen, dass den Finanzämtern Daten über das Jahr 2019 zur Verfügung stehen. Deswegen gibt es schon jetzt zahlreiche Tipps im Internet, die zu einer Steuererklärung aufrufen.

 

Diejenigen Menschen, die vermutlich von der Grundrente profitieren werden, haben jedoch in der Regel in den letzten Jahren keine Steuererklärung abgeben müssen. Ganz einfach, weil deren Einkommen so niedrig ausfällt, dass es nicht notwendig ist.

 

Auch bei dieser Frage gilt nun wieder: Da die Details der Vermögensprüfung noch nicht geklärt sind, wissen wir zurzeit nicht, ob Sie eine Steuererklärung abgeben müssen. Natürlich werden wir als Sozialverband Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden halten.

 

Ab welchem Einkommen gibt es für mich keine Grundrente mehr?

Bei Einzelpersonen gilt ein Freibetrag in Höhe von 1250 Euro pro Monat. Wenn Sie weniger im Monat zur Verfügung haben, würde Ihre individuelle Grundrente nicht mit Ihrem Einkommen verrechnet. Falls Sie aber höhere Einnahmen erwirtschaften (Rente, Nebenjob, Mieteinnahmen etc.), werden Grundrentenzuschlag und Ihr Einkommen miteinander verrechnet. Bei Einkünften jenseits von 1600 gibt es überhaupt keine Grundrente mehr.

 

Für Paare gelten andere Freibeträge: Ab 1950 Euro wird das Einkommen an den Grundrentenzuschlag angerechnet, bei über 2300 Euro im Monat entfällt der Anspruch auf Grundrente komplett.

 

Fazit

Die Politik will es den potentiellen Empfängern der Grundrente so einfach wie möglich machen. Einen Antrag müssen Sie nicht stellen, da Rentenversicherung und Finanzämter die Anspruchsvoraussetzungen auf dem internen Dienstweg abklären werden. Wie genau das in der Praxis funktionieren wird und ob Sie dafür eine Steuererklärung abgeben müssen, steht noch nicht fest.

 

Der Sozialverband Deutschland hilft in sozialen Angelegenheiten. Wir vertreten unsere Mitglieder bis zum Sozialgericht, unter anderem bei Auseinandersetzungen rund um das Thema Rente und Behinderung.

 

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