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Was Corona für den SoVD in Schleswig-Holstein bedeutet

Alle Beratungsstellen des SoVD in Schleswig-Holstein sind zurzeit geschlossen

 

Ganz Deutschland leidet unter der Corona-Krise. Kaum noch soziale Kontakte, Angst um den Arbeitsplatz und die berechtige Sorge vor den gesundheitlichen Auswirkungen des Virus selbst. Vor diesem Hintergrund müssen wir uns zurzeit alle ein wenig neu erfinden. Auch beim Sozialverband in Schleswig-Holstein.

 

Wie viele Organisationen ist auch der SoVD durch die rasante Entwicklung der Ereignisse überrascht worden. Die markantesten Neuerungen wurden bereits auf den Weg gebracht, in anderen Bereichen ist man daher noch auf der Suche nach der bestmöglichen Lösung. In diesem Beitrag wollen wir kurz zusammenfassen, wie sich die aktuelle Lage zurzeit bei uns auswirkt.

 

Weiter für die Mitglieder da – die Sozialberatung

Die Menschen kommen überwiegend aus zwei Gründen zum Sozialverband. Da gibt es zum einen die vielen Mitglieder, die aufgrund des sozialen Miteinanders in den Ortsverbänden dabei sind. Einige davon bereits seit vielen Jahren, teilweise Jahrzehnten. Ein großer Teil unserer jüngeren Mitglieder – also vor allem diejenigen, die noch berufstätig sind – suchen uns auf, weil es ein sozialrechtliches Problem gibt. In normalen Zeiten findet die Hilfe dann in unseren Sozialberatungszentren statt.

 

Durch die Corona-Krise ist diese persönliche Beratung nun leider nicht mehr möglich. Bereits seit Anfang letzter Woche sind sämtliche Beratungsstellen des Sozialverbands in Schleswig-Holstein geschlossen. Zum Schutz aller Beteiligten.

 

Doch wie kann der SoVD seinen Beratungsauftrag gegenüber seinen Mitgliedern aufrecht erhalten? „Das geht erstaunlich gut“, fasst es Christiane Wolf, Leiterin der Sozialberatung in Kiel, zusammen. „Bei uns in der Landeshauptstadt beraten wir ohnehin nur nach vorheriger Anmeldung. Jetzt bitten wir die Leute, die Unterlagen schon vorab per Post an uns zu schicken. Beim telefonischen Beratungstermin sind wir dann bestens vorbereitet und können mit dem Mitglied die restlichen Dinge durchgehen.“

 

Ärger und Beschwerden sind bisher weitestgehend ausgeblieben. „Im Gegenteil, die Menschen sind dankbar, dass wir weiter arbeiten“, so Christiane Wolf. „Viele sind sogar froh, dass sie in diesen Zeiten nicht durch die Stadt fahren müssen.“ Auch Landesgeschäftsführer Manfred Hamann hat bisher kaum von unzufriedenen Mitgliedern aufgrund der Beratungssituation gehört. „Ganz vereinzelt haben Mitglieder in den ersten Tagen vor verschlossenen Türen gestanden“, sagt er. „Aber mittlerweile dürfte jeder mitbekommen haben, dass das Alltagsleben zurzeit ausgesetzt ist.“

 

Vor Ort gegen Einsamkeit – die Arbeit der Ortsverbände

Normalerweise pulsiert in den rund 350 Ortsverbänden in ganz Schleswig-Holstein das Leben. Gerade jetzt im Frühjahr, wo die Vereine ihre Mitgliederversammlungen abhalten. Auch dem hat Corona einen Riegel vorgeschoben. Sämtliche Aktivitäten des Ehrenamts vor Ort liegen auf Eis. Persönliche Zusammenkünfte? Zu gefährlich – das durchschnittliche Alter eines SoVD-Mitglieds im Norden beträgt knapp 63 Jahre.

 

Da muss man sich schon etwas einfallen lassen, um zumindest ein wenig Zwischenmenschlichkeit aufrecht zu erhalten. So wie Rüdiger Carstens aus Lübeck. Er und sein Team vom Ortsverband Lübeck-Kücknitz tauschen sich untereinander in einer WhatsApp-Gruppe aus: Aktuelle Entwicklungen zu Corona, Delegierung von Aufgaben oder auch einfach nur der regelmäßige Austausch: „Wir bleiben weiter in Kontakt“, so Carstens. „Aber ohne, dass wir den anderen in Gefahr bringen!“

 

Rüdiger Carstens vom SoVD in Lübeck-Kücknitz will auch in Zeiten des Corona-Virus für die Mitglieder da sein
Rüdiger Carstens vom Ortsverband des SoVD in Lübeck-Kücknitz

 

Weil sämtliche persönlichen Zusammenkünfte nicht mehr erlaubt sind, haben sich die Kücknitzer etwas Besonders ausgedacht: „Wir haben uns vorgenommen, jeden Tag drei oder vier unserer Mitglieder anzurufen. Die Kontaktdaten liegen uns im Ortsverband ja vor. Damit wollen wir auch in diesen schwierigen Zeiten weiter für die Menschen da sein.“

 

Die Koordinierung – was jetzt in der Landesgeschäftsstelle los ist

Schon vor den offiziellen Vorgaben, nicht mehr in Gruppen zusammen zu kommen, hat es auch beim SoVD in Schleswig-Holstein einige Ortsverbände gegeben, die Veranstaltungen vorsichtshalber abgesagt haben. Demnach hat es auch bereits vor einigen Wochen das eine oder andere Telefonat mit Vertretern aus Orts- und Kreisverbänden gegeben. Jetzt melden sich deutlich mehr ehrenamtliche Mitarbeiter. Immer mit Fragen, wie sie nun weiter vorgehen sollen.

 

Zwar sind die wichtigsten Dinge geregelt, im Detail sind aber bei vielen Ortsverbänden nach wie vor einige Punkte offen. „Ich glaube, dass ich hier noch nie so viele Telefonate geführt habe wie in der letzten Woche“, so Landesgeschäftsführer Manfred Hamann.

 

Um dieser Verunsicherung in den Ortsverbänden zu begegnen, wird nun kurzfristig eine Telefon-Hotline für die Vertreter der Ortsverbände des SoVD in Schleswig-Holstein geschaltet. Schon Ende der Woche soll es losgehen: Von 11 bis 14 Uhr haben ehrenamtliche Mitarbeiter des Sozialverbands ein Ohr für die Probleme ihrer Kolleginnen und Kollegen in den Ortsverbänden. Jeden Werktag.

 

Alfred Bornhalm bei der Vorbereitung der neuen Hotline für die Ortsverbände des SoVD
Alfred Bornhalm (Kreisvorsitzender des SoVD in Kiel) bei der Vorbereitung der neuen Hotline für die Ortsverbände des Sozialverbands in Schleswig-Holstein

 

Wie es weiter geht?

So wie sich die allgemeine Situation durch das Corona-Virus immer wieder verändert, werden auch wir beim Sozialverband unsere Maßnahmen entsprechend anpassen. Selbstverständlich werden wir Sie darüber auf dem Laufenden halten. Wenn Sie weitere Anliegen und Vorschläge haben, können Sie uns diese gern mitteilen – telefonisch und per Mail sind wir natürlich weiterhin zu erreichen.

 

Der Sozialverband Deutschland hilft in sozialen Angelegenheiten. Wir vertreten unsere Mitglieder bis zum Sozialgericht, unter anderem bei Auseinandersetzungen rund um das Thema Rente und Behinderung.

 

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