AltersarmutSozialpolitik

Darum sollten auch Beamte in die gesetzliche Rente einzahlen!

Darum sollten auch Beamte in die gesetzliche Rente einzahlen

 

 

Beamte bekommen im Alter ihre Pension. Angestellte in Deutschland erhalten irgendwann eine Rente – hoffentlich. Doch während Pensionen im Verhältnis zum Arbeitseinkommen relativ hoch sind, kratzen immer mehr Rentnerinnen und Rentner am Existenzminimum. Muss das so sein?

 

Deutschland im Alter: Ein Zweiklassen-System

 

Nicht nur Pensionen fallen im Vergleich zur gesetzlichen Renten deutlich üppiger aus. Daneben existieren in Deutschland noch diverse Versorgungssysteme für freie Berufe – etwa für Rechtsanwälte oder Ärzte. Auch diese Berufsgruppen kochen ihr eigenes Süppchen.

 

In diesem Beitrag wird es nicht darum gehen, ganze Berufsgruppen gegeneinander auszuspielen. Auch die Berechtigung des Berufsbeamtentums per se wird nicht in Frage gestellt. Richter, Polizisten oder Soldaten haben gegenüber ihrem Arbeitgeber eine besondere Verpflichtung, die beispielsweise mit einem besonderen Kündigungsschutz richtigerweise untermauert wird. Doch über die Frage der Versorgung im Alter müssen wir reden.

 

Die Zahl der Rentnerinnen und Rentner, die auf Grundsicherung angewiesen sind, ist seit 2003 stark angestiegen
Die Zahl der Rentnerinnen und Rentner, die auf Grundsicherung angewiesen sind, ist seit 2003 stark angestiegen – Quelle: http://aktuelle-sozialpolitik.de/2019/04/07/grundsicherung-im-alter-und-der-blick-auf-einsamkeit-und-soziale-isolation/

 

Selbst Beamte niedriger Besoldungsstufen können im Alter mit mindestens 1800 Euro rechnen. Demgegenüber erhielten Männer, die 2017 in Rente gegangen sind, im Durchschnitt gerade mal noch 1048 Euro. Frauen sogar nur gut 715 Euro. Und obwohl die Politik in den letzten Jahren Verbesserungen für die gesetzliche Rente verabschiedet hat, geht der Trend weiter nach unten. Ganz besonders von wachsender Armut betroffen sind übrigens diejenigen, die aus gesundheitlichen Gründen schon vor 65 nicht mehr arbeiten können.

 

Neben der aktuellen Diskussion um die Respekt- oder Grundrente wird in Politik und Fachkreisen darüber diskutiert, wie man die gesetzliche Rente zukunftssicher machen kann. Der demografische Wandel spielt in dieser Debatte eine besonders starke Rolle: Massen von Babyboomern, so der Tenor, würden im kommenden Jahrzehnt in den Ruhestand wechseln und die Rentenkasse sprengen. Deswegen müsse jetzt gehandelt werden.

 

Gesetzliche Rente steht vor Herausforderungen

 

Auch wir als Sozialverband müssen uns diesen Argumenten stellen. Beim Blick auf die Prognosen ist festzustellen, dass die gesetzliche Rentenversicherung vor großen Herausforderungen steht. Auch wir wissen, dass gehandelt werden muss.

 

Gleichwohl ist festzuhalten, dass die gesetzliche Rente in den letzten 20 Jahren massiv zusammengespart wurde. Allein in Schleswig-Holstein sind mehr als 20.000 Seniorinnen und Senioren auf die Grundsicherung im Alter angewiesen – weil die Rente nicht zum Leben reicht. Insbesondere bei diesen Menschen herrscht kaum noch Verständnis dafür, dass weitere Einschnitte bei der Rente angebracht sein sollen.

 

 

Daher gilt:

 

Bevor weitere Kürzungen bei der gesetzlichen Rente vorgenommen werden, muss das Nebeneinander von gesetzlicher Rente, Pensionen und privaten Versorgungswerken beendet werden. Die schon jetzt gravierende Zweiklassen-Gesellschaft im Alter darf nicht weiter ausgebaut werden. Wie will man einem Ingwer Bendixen, der nach einem Leben harter Arbeit von 850 Euro lebt, erklären, dass die gesetzliche Rente immer noch zu hoch ist? Gleichzeitig scheint die Politik die Höhe der Pensionen als gottgegeben zu betrachten.

 

Deutschland braucht eine „Erwerbstätigenversicherung“, in die neben Angestellten auch Beamte, Freiberufler, Selbstständige und Politiker einzahlen. Private Altersvorsorge? Gern, wer es sich leisten kann. Aber bitte zusätzlich zur gesetzlichen Rente. Wann sollten wir solch eine Erwerbstätigenversicherung einführen? So schnell wie möglich! Denn jetzigen Beamten, Freiberuflern etc. muss selbstverständlich ein Bestandsschutz eingeräumt werden. Eine Erwerbstätigtenversicherung kann nur für die Zukunft gelten.

 

Eine Rentenversicherung für alle – jetzt!

 

Andernfalls müssen wir gar nicht über die Zukunftsfähigkeit der gesetzlichen Rente sprechen. Die Menschen in Deutschland haben ein Recht darauf, dass es in der Alterssicherung gerecht zugeht. Gerechtigkeit kann es in einer Zweiklassen-Gesellschaft nicht geben.

 

Der Sozialverband Deutschland hilft in sozialen Angelegenheiten. Wir vertreten unsere Mitglieder bis zum Sozialgericht, unter anderem bei Auseinandersetzungen rund um das Thema Rente und Behinderung.

 

Sie wollen regelmäßig über neue Beiträge in unserem Blog informiert werden? 

 

4 Gedanken zu „Darum sollten auch Beamte in die gesetzliche Rente einzahlen!

  1. Wie stellen sie sich das verfassungsrechtlich vor? Es gibt bei Beamten das Allimentationsprinzip, soll das dann über die Rentenversicherung passieren?

    1. Wie der Übergang im Einzelnen geregelt wird, soll der Gesetzgeber entscheiden. Wenn ein politischer Wille da ist, wird man eine verfassungskonforme Regelung finden. Bei den meisten im Bundestag vertretenen Parteien erkennen wir zurzeit leider keine Bereitschaft, etwas am Zwei-Klassen-System zu ändern. Übrigens: Es geht dabei immer nur um zukünftige Beamte und Vertreter der freien Berufe, niemand verliert seine schon geltenden Ansprüche.

  2. Beamte zahlen bereits für ihre Altersversorgung. Bei jeder Besoldungsrunde des öffentlichen Dienstes werden bei Beamten Kürzungen der Lohn- (Besoldungs-Anpassungen)vorgenommen, die als Rückstellungen für das Altersruhegeld bestimmt sind. Abgesehen davon, ist das bestehende System günstiger für den Staat. Hinzu kommt, dass eine Umstellung in das Rentensystem bedeutet, dass Millionen von Beamten für die Dienstjahre nachversichert werden müssten. Dies würde einen 3-stelligen Milliardenbetrag ausmachen. Und an alle Missgünstigen: Hättet ihr in der Schule bessere Leistungen erbracht, könntet ihr auch Beamte werden.

  3. Sehr geehrter Herr Femfert,
    falls Sie es noch nicht mitbekommen haben das der Staat nicht nur von wie Sie meinen Klugen Beamten geleitet werden kann muß es auch die Arbeiterklasse die mit Schaufel und Hacke aufrecht erhalten muß. Dann noch behaupten das Besser in der Schule aufgepasst werdern soll ist eine Frechheit hoch 5. Sie hätten bessre aufpassen sollen, denn solchen Beamten wie Sie hat der Staat nicht verdientJeder Arbeitnehmer egal ob Dummer Arbeiter wie Sie meinen oder die Beamten , Selbstständige usw. müßen ihren Beitrag dazu Leisten.Das währe gerecht.
    Ingwer Bendixen, der nach 43 Arbeitajahre durch krakheit wie oben beschrieben von 850,00 € leben muß.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.