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Wartezeit für die Rente: Zählt das Studium mit?

Aktuelles Rente Behinderung

Wenn Sie eine vorgezogene Altersrente in Anspruch nehmen möchten, ist dieser Plan an gewisse Voraussetzungen gebunden. Denn um früher in Rente zu gehen, müssen Sie bestimmte Wartezeiten erfüllen. Doch wird die Zeit an der Uni hier angerechnet?

Wartezeit für die Rente: Zählt das Studium mit?

45 Versicherungsjahre brauchen Sie für eine vorgezogene Altersrente ohne Abzug. Oder einen Schwerbehindertenausweis - dann sind es nur 35 Jahre, die Sie auf Ihrem Rentenkonto versammeln müssen. So weit, so gut.

Aber wie soll das gehen, wenn Sie erst nach dem Studium richtig ins Berufsleben eingestiegen sind? Wenn Sie neben der Uni vielleicht nur gekellnert haben und in dieser Zeit keine Rentenversicherungsbeiträge überwiesen wurden? Wird die Universität oder Fachhochschule selbst bei der Deutschen Rentenversicherung als Wartezeit anerkannt?

Uni oder FH: Was bringt das für die Rente?

Und wie so häufig müssen wir für die Antwort auf diese wichtige Frage genauer hinschauen. Denn: Wartezeiten sind nicht gleich Wartezeiten. Grundsätzlich müssen wir bei der vorgezogenen Altersrente zwischen zwei verschiedenen Optionen unterscheiden.

Da haben wir auf der einen Seite die beiden Rentenarten, die Sie bereits nach 35 Jahren Wartezeit beziehen können - die Altersrente für schwerbehinderte Menschen und die Altersrente für langjährig Versicherte.

Und dann gibt es noch die Altersrente für besonders langjährig Versicherte, für die Sie ganze 45 Versicherungsjahre vorweisen müssen.

Warum wir hier unterscheiden müssen? Nun, die Deutsche Rentenversicherung setzt bei den 35 Jahren Wartezeit andere Maßstäbe an als bei der Version mit 45 Jahren. Wichtige Differenzen sind zum Beispiel die unterschiedlichen Gewichtungen von Arbeitslosigkeit, über die wir hier im Blog schon häufiger berichtet haben.

Altersrente für besonders langjährig Versicherte: Studium zählt nicht

Zuerst die schlechte Nachricht: Wenn Sie eine abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren Wartezeit anstreben und lange studiert haben, könnte das ein Problem sein. Denn allein die Zeiten an der Uni beziehungsweise FH gelten für diese Rentenvariante nicht als Wartezeit.

Natürlich wäre es trotzdem möglich, aus diesen prägenden Jahren wertvolle Beitragszeiten zu ziehen. Doch das geht nur, wenn sich Ihre Studienjahre mit anderen Ereignissen überscheiden - zum Beispiel mit der Geburt eines Kindes, für das die Erziehungs- und Berücksichtungszeit bei Ihnen angesetzt wurde. Oder Sie haben neben der Uni gearbeitet und für diese Beschäftigung Rentenbeiträge abgeführt.

Falls bei der Deutschen Rentenversicherung jedoch nur die Hochschulzeit allein dokumentiert ist, gehen Sie für diese Lebensphase leer aus.

35-jährige Wartezeit: Das kann was geben

Anders bei einer vorgezogenen Rente mit Abschlägen oder Schwerbehindertenausweis: Ab Ihrem 17. Geburtstag wird Ihre Zeit an der Universität, Fachschule oder an einer allgemeinbildenden Schule als Anrechnungszeit verbucht. Das bedeutet, dass diese Jahre für die 35-jährige Wartezeit berücksichtigt werden.

Wenn es bei Ihnen also um die Rente mit Schwerbehindertenausweis oder einen Ruhestand mit Abzügen geht, können Sie Ihre Uni-Zeit mit einplanen. Allerdings maximal acht Jahre.

Dazu ein kurzes Beispiel:

Rita aus Flensburg hat nach ihrem 17. Geburtstag noch zwei Jahre das Gymnasium besucht und Abitur gemacht. Anschließend studierte sie insgesamt sieben Jahre an der Universität in Kiel.

Als Anrechnungszeit anerkannt werden die zwei Schuljahre ab Vollendung des 17. Lebensjahres sowie die ersten sechs Jahre des Studiums - also insgesamt acht Jahre.

45 Jahre Wartezeit? Keine Chance auf vorgezogene Rente?

Wie schon oben angesprochen: Für die abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren Wartezeit ist es schwierig. Das Studium selbst zählt nicht mit. Falls Sie zur selben Zeit keine andere "rentenwertige" Aktivität verbuchen können, bliebe Ihnen allerdings noch eine weitere Chance - die freiwillige Zahlung von Rentenbeiträgen.

"Für die Zeiten an der Hochschule, die nicht bei der Wartezeit mitgerechnet werden, können Sie Ausgleichszahlungen leisten. Den Antrag dafür müssen Sie allerdings vor Ihrem 45. Geburtstag stellen!"

Christian Schultz, Sozialverband Schleswig-Holstein

Fazit

Ob Ihnen die Zeit an der Hochschule dabei hilft, eine vorgezogene Altersrente zu beziehen, liegt also vor allem an der Rentenvariante. Mit SB-Ausweis oder Abzügen werden bis zu acht Jahre Ihrer Ausbildung mitgerechnet - ab Ihrem 17. Geburtstag.

Geht es um die Altersrente für besonders langjährig Versicherte, sieht es dagegen düster aus. Für die Wartezeit dieser Rentenart zählt das Studium nicht mit.

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