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Krankengeld läuft aus: was Sie zur Aussteuerung wissen sollten

Wenn das Krankengeld endet, entstehen oft viele Fragen auf einmal. Vielleicht sind Sie weiterhin krank. Vielleicht möchten Sie in Ihren Beruf zurückkehren. Oder Sie wissen noch nicht, welche Leistung jetzt für Sie infrage kommt.

Wenn die Krankenkasse nicht mehr zahlt, weil die Höchstdauer erreicht ist, wird von Aussteuerung gesprochen. Sie ist ein wichtiger Wendepunkt. Ab jetzt können für Sie andere Leistungen relevant werden, zum Beispiel Arbeitslosengeld, Reha, Erwerbsminderungsrente oder Bürgergeld.

Hier erfahren Sie, was Aussteuerung genau bedeutet, welche Fragen jetzt wichtig sind und worauf Sie achten sollten. So können Sie Ihre nächsten Schritte besser angehen.

Wenn Sie sich erst einmal grundsätzlich zum Krankengeld orientieren möchten, hilft Ihnen unsere Übersichtsseite zum Krankengeld weiter.

Was bedeutet Aussteuerung beim Krankengeld?

Aussteuerung bedeutet: Das Krankengeld endet, weil die gesetzliche Höchstdauer erreicht ist. Bei ein und derselben Krankheit zahlt die gesetzliche Krankenkasse höchstens 78 Wochen innerhalb von drei Jahren Krankengeld. Danach muss geklärt werden, wie Sie weiter abgesichert sind.

Das heißt aber nicht automatisch, dass Sie wieder gesund sind. Manche Menschen sind zu diesem Zeitpunkt weiterhin arbeitsunfähig. Umso wichtiger ist es, genau hinzuschauen, warum das Krankengeld endet.

Bei der Aussteuerung endet das Krankengeld wegen der zeitlichen Höchstgrenze. Etwas anderes ist es, wenn die Krankenkasse das Krankengeld schon vorher einstellen will. Das sollten Sie genau prüfen, vor allem die Begründung und mögliche Fristen.

Meist nennt Ihnen die Krankenkasse in einem Schreiben das genaue Datum, an dem Ihr Krankengeld endet. Dieses Datum sollten Sie sich gut notieren.

Wann Ihnen grundsätzlich Krankengeld zusteht, erklären wir auf unserer Seite zu Grundlagen und Anspruch beim Krankengeld.

Warum Sie beim Ende des Krankengeldes früh handeln sollten

Wenn Sie ein Schreiben zum Ende des Krankengeldes bekommen, sollten Sie prüfen, welches Enddatum Ihnen die Krankenkasse nennt und ob sie noch etwas von Ihnen verlangt.

Achten Sie bei der Aussteuerung besonders auf Fristen. Manchmal müssen Unterlagen eingereicht, Angaben gemacht oder weitere Schritte angestoßen werden. Wenn Fristen verstreichen, kann das Nachteile für Sie haben.

Legen Sie wichtige Unterlagen früh bereit. Dazu gehören zum Beispiel Schreiben der Krankenkasse, ärztliche Bescheinigungen und Bescheide anderer Stellen. So können Sie schneller reagieren, wenn etwas geprüft oder beantragt werden muss.

Wenn Sie ein Schreiben nicht verstehen oder unsicher sind, was als Nächstes zu tun ist, sollten Sie sich rechtzeitig Unterstützung holen.

Wenn Sie noch einmal nachlesen möchten, wie der reguläre Ablauf beim Krankengeld funktioniert, finden Sie weitere Informationen auf unserer Seite zu Antrag und Prozess beim Krankengeld.

Was passiert nach dem Ende des Krankengeldes?

Nach der Aussteuerung muss geklärt werden, wie Sie weiter abgesichert sind. Je nach Situation können unterschiedliche Leistungen infrage kommen. Zum Beispiel Arbeitslosengeld, Reha, Erwerbsminderungsrente oder Bürgergeld. In aller Regel geht es jedoch bei der Agentur für Arbeit weiter – darüber informiert die Krankenkasse Sie schriftlich. Rund zwei Monate vor dem Ende des Krankengeldes sollten Sie sich mit dem besagten Brief bei der Arbeitsagentur melden.

Wichtig ist vor allem:

  • Sind Sie weiterhin arbeitsunfähig oder ist eine Rückkehr in den Beruf absehbar?
  • Besteht Ihr Arbeitsverhältnis noch?
  • Hat eine Stelle bereits Unterlagen von Ihnen verlangt?
  • Droht eine Lücke bei der Zahlung?

Welche Stelle nach dem Krankengeld für Sie zuständig wird, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Auch finanziell kann sich nach der Aussteuerung etwas verändern. Wie sich Ihr bisheriges Krankengeld berechnet hat, erklären wir auf der Seite zu Höhe und Berechnung des Krankengeldes.

Wie der Wechsel zwischen Krankengeld, Arbeitslosengeld, Reha und Erwerbsminderungsrente funktioniert, erklären wir auf unserer Seite Übergänge und Schnittstellen beim Krankengeld.

Weiter krank nach der Aussteuerung?

Viele Menschen sind auch nach der Aussteuerung weiterhin krank. Das ist schwer zu verstehen: Die Gesundheit ist noch nicht wiederhergestellt, aber das Krankengeld endet trotzdem.

Nach der Aussteuerung kommt es darauf an, wie Ihre weitere gesundheitliche und berufliche Situation aussieht. Eine weitere Krankschreibung, eine neue Erkrankung oder eine Verschlechterung der bisherigen Erkrankung kann Auswirkungen auf Ihre weitere Absicherung haben.

Eine neue oder zusätzliche Erkrankung führt aber nicht automatisch dazu, dass wieder Krankengeld gezahlt wird. Deshalb sollten Sie sich beraten lassen, wenn Sie unsicher sind, welche Leistung jetzt infrage kommt.

Wenn bei der Aussteuerung Unterstützung sinnvoll ist

Bei der Aussteuerung des Krankengeldes kommen oft mehrere Fragen zusammen. Manche Punkte lassen sich direkt mit der Krankenkasse klären. In anderen Situationen ist es sinnvoll, sich unabhängig beraten zu lassen.

Das gilt besonders, wenn Sie ein Schreiben nicht verstehen, eine Frist läuft oder eine Zahlungslücke droht. Auch wenn mehrere Stellen beteiligt sind, sollten Sie die nächsten Schritte sorgfältig prüfen.

Wenn Krankengeld abgelehnt, eingestellt oder nicht gezahlt wird, finden Sie weitere Informationen dazu auf unserer Seite zu Durchsetzung und Konflikte beim Krankengeld.

Unsere Krankengeld-Beratung hilft Ihnen, Ihre Situation richtig einzuordnen und mögliche nächste Schritte zu klären.

Zur Krankengeld-Beratung

Weitere Informationen zur Aussteuerung

Wenn Sie einzelne Fragen zur Aussteuerung vertiefen möchten, helfen Ihnen diese Seiten weiter:


FAQ: Häufige Fragen zur Aussteuerung beim Krankengeld

Aussteuerung bedeutet, dass Ihr Krankengeld wegen der zeitlichen Höchstgrenze endet. Das heißt nicht automatisch, dass Sie wieder gesund sind.

Prüfen Sie das Schreiben der Krankenkasse genau. Achten Sie besonders auf das Enddatum. Klären Sie frühzeitig, welche Leistung nach dem Krankengeld infrage kommt und ob Sie selbst aktiv werden müssen.

Nein. Nach dem Krankengeld muss geprüft werden, welche Leistung in Ihrer Situation infrage kommt. Dabei können verschiedene Stellen beteiligt sein, in der Regel aber die Agentur für Arbeit.

Auch wenn Sie weiterhin krank sind, endet das Krankengeld bei der Aussteuerung wegen der zeitlichen Höchstgrenze. Dann muss geprüft werden, welche Leistung jetzt infrage kommt. Eine neue oder zusätzliche Erkrankung führt nicht automatisch dazu, dass Sie wieder Krankengeld erhalten.


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