barrierefreiBehinderungGastbeitragGesundheit

Mit COPD zum Schwerbehindertenausweis – darauf kommt es an

Mit COPD zum Schwerbehindertenausweis - darauf kommt es an

 

Ein Gastbeitrag von Lars Conradi*

 

Auf unserem Gesundheitsportal www.leichter-atmen.de können sich Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen wie Asthma und COPD über alles informieren, was ihnen das Leben und Atmen erleichtert. Auch sozialrechtliche Fragen stehen dabei immer wieder im Fokus. COPD-Patienten leben vor allem im fortgeschrittenen Stadium mit zunehmenden Atembeschwerden und einer eingeschränkten körperlichen Belastbarkeit.

 

Die Anerkennung einer Schwerbehinderung ist deshalb für viele Betroffene ein wichtiges Thema, sind damit doch Ansprüche auf Sonderrechte und finanzielle Zuschüsse verbunden.  So wird etwa bei bestimmten Merkzeichen im SB-Ausweis die Benutzung von öffentlichen Nahverkehrsmitteln wie Bussen und Bahnen kostenlos. Auch steuerrechtlich kann ein Schwerbehindertenstatus interessant sein.

 

Bei bestimmten Merkzeichen im SB-Ausweis kann der ÖPNV kostenlos genutzt werden – via GIPHY

 

Der Schwerbehindertenausweis ist unter COPD-Patienten deshalb verständlicherweise sehr begehrt. Viele Nachrichten, die uns zu diesem Thema von unseren Lesern erreichen, zeigen jedoch sehr deutlich, dass die Auseinandersetzung mit den zuständigen Ämtern nicht immer wie gewünscht verläuft.

 

Schwerbehindertenausweis: Grad der Behinderung im Alltag entscheidet!

Einen Schwerbehindertenausweis bekommt in Deutschland jeder, bei dem ein Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 vorliegt. Ob das der Fall ist, entscheidet das zuständige Versorgungsamt, bei dem man den Antrag einreicht – in Schleswig-Holstein ist das Landesamt für soziale Dienste zuständig. Allerdings ist eine Bewilligung Ihres Antrags bei COPD keineswegs garantiert. Denn nicht die Diagnose einer bestimmten Erkrankung oder eines bestimmten Stadiums ist für einen positiven Bescheid ausschlaggebend. Entscheidend ist die in ihrer Gesamtheit betrachtete funktionale Beeinträchtigung im Alltag.

 

Diese kann sich bei COPD von Patient zu Patient auch im fortgeschrittenen Stadium stark unterscheiden. Für die Betroffenen ist es daher wichtig, einen gut strukturierten Antrag einzureichen. Dazu gehören ärztliche Atteste und Untersuchungsergebnisse, die Ihre Leiden belegen.

 

Entscheidend ist darüber hinaus eine möglichst detaillierte Beschreibung, in der die Patienten darlegen, inwiefern die Gesamtheit aller gesundheitlichen Beschwerden den Alltag einschränkt bzw. für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben hinderlich ist. Hierzu gehören auch alle Leiden körperlicher, seelischer oder geistiger Natur, die nicht in Zusammenhang mit der COPD-Erkrankung stehen.

 

Antrag eines SB-Ausweises: Ein langer Atem kann sich lohnen!

Wird nach dem ersten Antrag ein GdB von weniger als 50 festgelegt, müssen Sie Ihren Kopf nicht gleich in den Sand stecken. Denn wer seine Rechte geltend machen will, braucht mitunter einen langen Atem, um sich durch das Dickicht der gesetzlichen Bestimmungen zu arbeiten.

 

 

Gerade dieser lange Atem ist für Menschen, die mit chronischen Beschwerden kämpfen, allerdings keine Selbstverständlichkeit. Mit einer COPD im fortgeschrittenen Stadium fällt es vielen Patienten immer schwerer, ihren Alltag eigenständig zu bewältigen. Das liegt vor allem an der im Verlauf der Erkrankung zunehmenden Atemnot. Vor diesem Hintergrund überlegen sich viele Betroffene sehr genau, wofür die noch vorhandenen Kräfte eingesetzt werden.  Denn spätestens nach einem abgelehnten Antrag steht der Einzelne vor der Frage: Bin ich bereit, die notwendige Kraft und Ausdauer in eine möglicherweise zähe Auseinandersetzung mit dem zuständigen Amt zu investieren?

 

Fällt die Antwort positiv aus, ist es empfehlenswert, sich professionelle Unterstützung von einem Sozialverband zu holen. Damit erhöhen die Betroffenen zum einen die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Antrags. Zum anderen stehen sie eben nicht mehr ganz allein vor einem bürokratischen Apparat, dessen Entscheidungswege für den Einzelnen nicht selten undurchsichtig und schwer nachvollziehbar sind.

 

— Sie haben bereits einen Schwerbehindertenausweis, denken aber über eine Neufeststellung nach? Dann lesen Sie unbedingt unseren Beitrag über die wichtigsten Aspekte beim „Verschlimmerungsantrag“ —

 

Der lange Atem kann sich am Ende also auszahlen. Ein professionellerer Antrag, bessere Argumente oder schlicht ein anderer Sachbearbeiter – all das kann den Unterschied von Ablehnung und Erfolg ausmachen!

 

Logo Leichter Atmen

* Lars Conradi schreibt für das COPD-Portal www.leichter-atmen.de. In seinem Gastbeitrag stellt er die Besondernheiten dieser Erkrankung vor und arbeitet heraus, worauf es beim Antrag zum Schwerbehindertenausweis ankommt.

 

Der Sozialverband Schleswig-Holstein hilft in sozialen Fragen. Wir vertreten unsere Mitglieder bis zum Sozialgericht, zum Beispiel bei Problemen mit der Erwerbsminderungsrente oder dem Behindertenausweis.

 

Sie wollen regelmäßig über neue Beiträge in unserem Blog informiert werden? 

 

5 Gedanken zu „Mit COPD zum Schwerbehindertenausweis – darauf kommt es an

  1. Hallo , ich Kämpfe um Moment seid fast 2 Jahre für meine 50 % ich hätte sie schon für 1 Jahr und nun würde ich auf 40 gestuft . Habe Wiederspruch eingelegt da ich für den Arbeitsmarkt nicht verfügbar bin . Was mache ich falsch? LG

  2. Hallo Guten Tag, ich habe COPD Stufe 2.wie hoch die GdB mir bekommt? .62% (vom soll ).vielen ich freue mich auf Ihre Antwort. Vielen Dank und Mit freundlichen grüßen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.