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Habe ich nach meiner Reha wieder Anspruch auf Arbeitslosengeld?

Habe ich nach meiner Reha wieder Anspruch auf Arbeitslosengeld

 

Sechs Wochen Lohnfortzahlung, anschließend geht’s ins Krankengeld. Wer in Deutschland krank wird, dem wird von den Behörden einiges abverlangt. In vielen Fällen soll dann eine Reha dafür sorgen, die Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen. Doch wie sieht es in dieser Zeit und danach eigentlich finanziell aus?

 

Wovon lebe ich in der Reha?

 

Diejenigen Frauen und Männer, die mit Fragen zur Reha in unsere Sozialberatung kommen, nehmen in der Regel „Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“ in Anspruch. Träger ist die gesetzliche Rentenversicherung. Solche Maßnahmen dauern unterschiedlich lang, einige Rehas werden mehr als zwölf Monate am Stück absolviert. Für unsere Ausgangsfrage wird dieser Punkt noch eine Rolle spielen.

 

Von welchem Geld lebe ich eigentlich während so einer Reha? – via GIPHY

 

Wenn Sie Krankengeld bezogen haben und dann Ihre Reha starten, werden Sie keine Unterschiede beim Geldeingang feststellen können. Anstelle von Krankengeld erhalten Sie nun zwar das sogenannte „Übergangsgeld“ von der Rentenversicherung. Dieses orientiert sich jedoch am zuletzt bezogenen Krankengeld. Die Rentenversicherung holt sich diese Ausgaben bei Ihrer Krankenkasse wieder rein – mit anderen Worten: Ihr Krankengeldanspruch verringert sich während der Reha mit jedem Tag. Behalten Sie diese Tatsache auf jeden Fall im Hinterkopf, denn Krankengeld gibt es maximal 78 Wochen lang. Wenn überhaupt.

 

— Lesen Sie auch unseren Artikel über die „Krankengeld-Falle —

 

Für den Fall, dass Sie vor Beginn Ihrer Reha Arbeitslosengeld bezogen haben, spielt die Länge der Maßnahme eine Rolle. Dauerten die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben weniger als zwölf Monate, bleibt Ihnen anschließend der restliche Anspruch auf Arbeitslosengeld. Hatten Sie zum Beispiel vor Beginn Ihrer Reha noch einen Anspruch von drei Monaten, dann können Sie nach Abschluss der Maßnahme diese drei Monate Arbeitslosengeld beziehen.

 

Wenn Sie länger als zwölf Monate Übergangsgeld der Rentenversicherung erhalten, kann hieraus ein neuer Anspruch auf Arbeitslosengeld erwachsen. Dieser wird aller Voraussicht nach allerdings gering ausfallen, denn die Höhe des Arbeitslosengeldes wird vor allem aus dem zuletzt bezogenen Übergangsgeld errechnet. Rückblick: Und das Übergangsgeld orientiert sich am Kranken- bzw. Arbeitslosengeld, ist also bereits deutlich niedriger als Ihr Gehalt. Mehr über diesen sogenannten Bemessungsrahmen finden Sie hier.

 

Aaaaahhhh, so läuft das also mit dem Geld nach der Reha … – via GIPHY

 

Noch einmal das Wichtigste zum Mitschreiben:

 

  • Ihr Anspruch auf Arbeitslosengeld ruht während der Reha. Wenn noch ein Restanspruch vorliegt, können Sie diesen nach der Maßnahme abrufen
  • Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, die länger als zwölf Monate dauern, führen zu einem neuen (allerdings geringen) Anspruch auf Arbeitslosengeld
  • Ihr Krankengeldanspruch wird während der Reha aufgebraucht. Ein Tag Reha bedeutet ein Tag weniger Krankengeld – auch wenn Sie in dieser Zeit eigentlich Übergangsgeld beziehen

 

Der Sozialverband Schleswig-Holstein hilft in sozialen Fragen. Wir vertreten unsere Mitglieder bis zum Sozialgericht, zum Beispiel bei Problemen mit der Erwerbsminderungsrente oder der Krankenkasse.


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