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Krankmeldung nach dem Krankengeld

Aktuelles Gesundheit

Solange das Krankengeld läuft, müssen Sie sich krankschreiben lassen. Denn sobald eine Lücke entsteht, kommen Sie in die Bredouille - und es gibt für diese Zeit keine Kohle. Komplizierter wird es, sobald das Krankengeld ausläuft.

Krankmeldung nach dem Krankengeld

Die Phase rund um die sogenannte Aussteuerung - also den Zeitpunkt, zu dem das Krankengeld ausläuft - gehört zu den schwierigsten Situationen im Sozialrecht. Das merken wir vor allem in unseren Sozialberatungszentren, in denen insbesondere zu diesem Thema immer wieder Fragen gestellt werden.

Aber was genau macht die ganze Sache eigentlich so komplex? Niemand zweifelt an, dass Sie ein ernstes gesundheitliches Problem haben - auch nicht dann, wenn Sie von der Krankenversicherung kein Geld mehr erhalten. Auch nicht im Kontakt mit der Arbeitsagentur. Das Problem liegt vielmehr in den sozialrechtlichen Details dieser ganz besonderen Situation. Und hier spielt der Begriff "Nahtlosigkeit" eine ganz wichtige Rolle.

Nahtlosigkeitsregelung und Krankmeldung

Sie werden das Wort "Nahtlosigkeitsregelung" nicht im Gesetz finden. Und doch ist es beim Thema Aussteuerung in aller Munde - denn jetzt entscheidet sich nicht nur die Frage, ob Sie Ihr Arbeitslosengeld "ganz geschmeidig" beziehen oder es etwas holperig werden kann. Nein, auch der wichtige Aspekt, ob Sie sich weiterhin krankschreiben lassen sollten, hängt genau an diesem Punkt.

Wenn Sie am Ende des Krankengeldes Ihr Arbeitslosengeld beantragen, werden dort zwei Verfahren in Gang gesetzt. Einmal schaut man sich an, ob Sie überhaupt einen Anspruch auf ALG I haben. In der Regel ist das so, wenn Sie aus dem Krankengeld kommen. Gleichzeitig nimmt auch der arbeitsamtsärzliche Dienst - was für ein Wort - seine Arbeit auf. Und diese Unterbehörde bei der Agentur für Arbeit muss nun prüfen, unter welcher Voraussetzung Sie Ihr Arbeitslosengeld erhalten.

Prüfung durch den ärztlichen Dienst der Arbeitsagentur

Dafür erhalten Sie einen Fragebogen über Ihre Gesundheit. Unter anderem müssen Sie darin angeben, bei welchen Ärzten Sie in Behandlung sind. Das ist wichtig, denn die Begutachtung des arbeitsamtsärztlichen Dienstes erfolgt nach Aktenlage. Sie müssen nicht persönlich zum Gutachter. Vielmehr wird man von Seiten der Arbeitsagentur Ihren Haus- oder Facharzt kontaktieren und um aktuelle Befundberichte bitten.

Außerdem schreibt das Arbeitsamt Ihren Chef an. Mit diesem Schritt soll hinterfragt werden, ob Sie innerhalb der Firma vielleicht noch eine andere Aufgabe übernehmen könnten. Eine, die Sie trotz Krankheit ausüben können. Dass ein Arbeitgeber hier mit einem sinnvollen Vorschlag um die Ecke kommt, ist aber nahezu nicht-existent. Zumindest nach unseren Erfahrungen.

Die nun alles entscheidende Frage lautet deshalb: Sind Sie noch länger als sechs Monate krank? Genau darüber muss der ärztliche Dienst der Arbeitsagentur urteilen. Denn nur wenn Sie voraussichtlich länger als sechs Monate arbeitsunfähig sind - im Gesetz werden 15 Wochenstunden genannt, also drei Stunden pro Tag, die Sie maximal schaffen dürfen - nur dann kann die Nahtlosigkeitsregelung bei Ihnen angewandt werden.

Wenn Sie im Rahmen der Aussteuerung das Arbeitslosengeld beantragt haben, kann es also folgendermaßen weitergehen:

1) Nahtlosigkeit

Nach Ansicht des Arbeitsamts sind Sie die nächsten sechs Monate nicht einsatzbereit. Auch wenn Sie offiziell noch einen Job haben. Das hat zur Folge: Sie werden von der Arbeitsagentur aufgefordert, eine Reha bei der Deutschen Rentenversicherung zu beantragen. Dafür haben Sie einen Monat Zeit. Kommen Sie dem nicht nach, stellt das Arbeitsamt die Zahlung ein.

Deswegen werden Sie den Antrag auf Reha stellen. Dort wird dann Ihr sogenanntes "Restleistungsvermögen" geprüft. Sollten alle Voraussetzungen vorliegen, kann damit eine Erwerbsminderungsrente bezogen werden.

Das dauert allerdings eine ganze Weile. Mitunter mehrere Monate. Damit Sie in dieser Zeit nicht mittellos sind, soll das Arbeitslosengeld diese Lücke zwischen Krankengeld und EM-Rente abdecken. Vor diesem Hintergrund hat sich der Name Nahtlosigkeitsregelung eingebürgert. In diesem Szenario können Sie sich weiter krankmelden. Gar kein Problem.

2) Nahtlosigkeit abgelehnt

Doch so läuft es nicht immer. Ist der arbeitsamtsärztliche Dienst der Auffassung, dass Sie nicht unter die Nahtlosigkeit fallen? Sie sind also nicht so krank, dass Sie vermutlich in den nächsten sechs Monaten als arbeitsunfähig einzuschätzen sind?

Jetzt wird es etwas schwieriger. Das Arbeitslosengeld bekommen Sie zwar trotzdem. Aber nur mit einem kleinen Taschenspielertrick. Sie müssen sich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen. In Vollzeit, wenn Sie das komplette ALG I erhalten möchten.

Das ist kein Tippfehler. Trotz lang anhaltender Krankheit, trotz ruhendem Arbeitsvertrag müssen Sie beim Arbeitsamt sagen: "Ja, im Rahmen meiner Möglichkeiten bin ich bereit, mich um passende Stellenangebote zu bemühen!" Diese Information müssen Sie vermutlich erst einmal verdauen.

"Wird die Nahtlosigkeit abgelehnt, bekommen Sie trotzdem Arbeitslosengeld. Lassen Sie sich nicht zum Jobcenter schicken!"

Christian Schultz, SoVD Schleswig-Holstein

Über diesen Kniff zahlt Ihnen die Arbeitsagentur Ihr Geld aus. Bleiben Sie hier hart und lassen Sie sich auch nicht mit der Bemerkung abspeisen, Sie müssten zum Jobcenter, weil sie krank sind. Auch wenn die Nahtlosigkeit nicht greift, haben Sie Anspruch auf die Versicherungsleistung ALG I. Theoretisch müssen Sie aber offen für eine passende Arbeitsstelle sein.

Jeder in dieser Gleichung weiß, dass das Quatsch ist. Sie, Ihre alte Firma, der Mitarbeiter im Arbeitsamt. Und trotzdem ist es die einzige Möglichkeit, an Ihr Geld zu kommen.

Keine Krankmeldung

Kommen wir zurück auf die Ausgangsfrage: Ihr Krankengeld ist ausgelaufen. Sie waren bereits bei der Agentur für Arbeit und warten auf Ihr Geld. Müssen Sie sich weiter krankschreiben lassen?

Falls die Nahtlosigkeit bei Ihnen wirkt, können Sie das tun. Sollten Sie aber in der blöden Situation sein, dass Sie den oben beschriebenen Trick anwenden müssen, ist Vorsicht geboten. Denn sobald Sie sich weiter krankmelden, ist das Risiko groß, dass man Ihnen den Geldhahn trotzdem abdreht. Und zwar mit der Begründung, dass Sie dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen. Vor diesem Hintergrund empfiehlt es sich, keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen mehr an die Arbeitsagentur zu schicken.

Fazit

Wie heißt es so schön beim Beziehungsstatus von manchen Menschen? "Es ist kompliziert." Ähnlich könnte man die schwierige Gemengelage auch für die Situation nach dem Ende des Krankengeldes beschreiben. Die Frage der Krankmeldung hängt zunächst mit der Nahlosigkeitsregelung zusammen. Wurde diese bei Ihnen festgestellt, ist die Sache eigentlich klar. Sie können sich weiter krankschreiben lassen.

Schwierig wird es, falls die Nahtlsigkeit bei Ihnen nicht zur Anwendung kommt. Um weiterhin Ihr ALG I zu beziehen, müssen Sie sich - zumindest theoretisch - dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen. Eine dauerhafte Krankmeldung widerspricht diesem Gedanken. Deswegen sitzt das Arbeitsamt häufig auf Ihrem Geld, wenn Sie sich weiterhin nach der Aussteuerung krankschreiben lassen. Und auch mit Blick auf die fernere Zukunft kann eine Krankschreibung zum Problem werden. Denn in seltenen Fällen kommt es vor, dass ein erneuter Anspruch auf Krankengeld entsteht.

Lassen Sie sich am besten persönlich beraten, wenn Ihnen dieses Szenario schlaflose Nächte bereitet. So können Sie sichergehen, dass alles ordentlich abläuft und Sie nicht ohne Geld dastehen.


Kommentare (31)

  • user
    Viktor
    am 09.09.2022

    Sehr geehrter Herr Schultz,

    Ich werde zum 14.10.22 von meiner Krankenkasse ausgesteurt, es besteht weiterhin ein Arbeitsverhältnis und mein Arbeitgeber sagt er kann mich nicht kündigen, da ich krankgeschrieben bin und seit über 10 Jahren in der Firma angestelllt bin. Diese Tätigkeit kann ich aber nicht mehr ausführen mit meinem Krankheitsbild, daher auch seit 78 Wochen die Krankmeldung. Laut der Personalabteilung reiche ich weiterhin auch nach Aussteuerung dort meine Krankmeldungen ein. Nun habe ich einen Antrag auf ALG 1 gestellt. Meine Regelrats

    rente beginnt zum 01.04.23 d.h. in ca. 6 Monaten. Ich habe bereits eine Aufforderung zur Reha seitens der Krankenkasse im Frühjahr erhalten und habe dies bereits zwei Wochen in einer Rehaklinik im Juni/Juli 2022 gehabt. Wie verhalte ich mich nun richtig? Muss ich warten bis das Arbeitsamt mich darauf verweist die Erwerbsminderungsrente zu stellen? Die Bearbeitungszeit kann ja allerdings bis zu 6 Monate dauern bis dahin muss ich ja auch meine normale Regelrente beantragen. Melde ich mich weiterhin krank und reiche dies beim Arbeitgeber ein? Oder wie verhält man sich richtig? Herzlichen Dank im Voraus.

  • user
    Elsa
    am 06.09.2022

    Guten Tag Herr Schultz,

    ich bin ausgesteuert und bekomme seit 1/2 Jahr ALG I.

    Nun habe ich den "taschenspielertrick" angewandt, da mir dir AfA sagte: entweder 15h pro woche arbeiten oder wenn zu krank bin dass garnicht arbeiten kann muss ich zur Jobbörse und bekomme kein alg I mehr.

    Es ist aber so dass ich wirklich garnicht arbeiten kann und es fuer mich schon unmöglich ist zu einem Termin bei AfA zu erscheinen. Nun muss ich dort erscheinen, nachdem ich das gesagt habe:"Ja, im Rahmen meiner Möglichkeiten bin ich bereit, mich um passende Stellenangebote zu bemühen!" In Vollzeit.

    Ist es normal dass man jetzt für eine Stellen-Vermittlung oder was auch immer, dort erscheinen und alles besprechen muss?

    Und kann man das nicht umgehen? Per Skype wurde abgelehnt, denn ich muss ja dann auch zu einem Vorstellungsgespräch fahren oder Bearbeiten. Da hat er natürlich recht, aber da fällt einem dieser Widerspruch von krank sein und arbeiten "wollen" auf die Füße und man kommt nicht aus.

    • user
      Christian Schultz
      am 07.09.2022

      Hallo Elsa, wenn Ihr Arbeitsvermittler auf einem persönlichen Termin besteht, dann sollten Sie dem auch folgen. Falls es Probleme gibt, sollten Sie sich jedoch individuell beraten lassen.

  • user
    Gerhard Emge
    am 01.09.2022

    Hallo Herr Schulz,

    Ich beziehe seit 05/22 ALG1, nach der Nahtlosigkeisregelung (für eine Vermittlug am Arbeitsmarkt zu krank). REHA-Antrag gestellt und genehmigt.

    Frage: Wird für die Dauer der REHA die Anspruchsdauer für ALG1 ausgesetzt?

    Vielen Dank vorab.

    Gruß

    Gerhard

    • user
      Christian Schultz
      am 02.09.2022

      Hallo Gerhard, ich glaube, Ihr Anspruch ruht in dieser Zeit. Das heißt, er verringert sich nicht während der Reha.

  • user
    Juliane Simon
    am 01.08.2022

    Hallo,

    ich wurde gekündigt, habe Arbeitslosengeld I bekommen, nach Auslauf bin ich direkt ins Krankengeld gefallen und am 24.09. läuft Krankengeld aus. Habe Erwerbsminderungsrente beantragt, in erster Instanz abgelehnt, ambulante Reha genehmigt - noch kein Termin. Wie ist das jetzt - muss ich Hartz 4 beantragen?

    Mit freundlichen Grüßen

    Juliane Simon

    • user
      Christian Schultz
      am 06.08.2022

      Hallo Juliane, lassen Sie sich bitte persönlich beraten. Aber wenn kein Anspruch auf ALG I oder Krankengeld besteht, ist das ALG II sozusagen das letzte Auffangnetz.

  • user
    Hartmut
    am 21.07.2022

    Hallo Herr Schultz,

    liegt dem „Trick“ bei abgelehnter Nahtlosigkeit nicht ein Denkfehler zugrunde?

    Wenn ich weiter arbeitsunfähig (krank) bin, dann stehe ich dem Arbeitsmarkt ja auch dann nicht zur Verfügung, wenn ich der Agentur darüber keine Bescheinigung schicke. Das weiß die Agentur dann nicht und bewilligt Leistungen, die sie nach objektiver Sachlage nicht bewilligen dürfte. Da denkt man schon mal an „Subventionsbetrug“.

    Wenn ich andererseits nicht weiter arbeitsunfähig (krank) bin, dann stehe ich dem Arbeitsmarkt ebenfalls nicht zur Verfügung. Für diesen Fall bin ich ja sofort wieder bei meinem alten Arbeitgeber in der Pflicht.

    Oder unterscheidet man hier zwischen einer gegebenen und festgestellten Unfähigkeit zur Arbeit beim alten Arbeitgeber (also konkrete AU), für die ich dem mit gutem Gewissen eine Bescheinigung schicken kann,

    und einer nicht gegebenen und nicht festgestellten allgemeinen Unfähigkeit zur Arbeit bei irgendeinem anderen Arbeitgeber (also abstrakte AU), für die ich der Arbeitsagentur mit ebenfalls gutem Gewissen keine Bescheinigung schicken muss?

    Prüft also der arbeitsamtsärzliche Dienst meine Möglichkeiten bezogen auf meinen alten Arbeitgeber oder bezogen auf den ganzen Arbeitsmarkt?

    • user
      Christian Schultz
      am 06.08.2022

      Hallo Hartmut, die ganze Situation rund um Aussteuerung und Krankmeldung ist widersinnig und für die Betroffenen kaum zu durchschauen. Der ärztliche Dienst der BA prüft für das aktuelle Arbeitsverhältnis - deswegen muss der Arbeitgeber auch ein Formular ausfüllen, in dem steht, dass es keine alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten im Betrieb gibt.

  • user
    Gabriela Dilmi
    am 17.07.2022

    Hallo, ich bin seit 25. Februar 2021 krankgeschrieben. ich hatte vom 28.06.2021 - 20.08.2021 einen stationären Aufenthalt, vom 11.01.2022 - 28.02.2022 eine Reha und einen Aufenthalt in der Tagesklinik vom 14.06.2022 - 26.07.2022 - alles auf psychosomatischer Ebene. Am 24.08.2022 werde ich ausgesteuert und habe mich bereits arbeitslos und arbeitssuchend gemeldet. Vom 17. Oktober 2022 bis 17.08.2023 werde ich über die Rentenkasse an einer Maßnahme Berufliche Orientierung und Hilfe durch Training (BOHT) teilnehmen. Ich befinde mich noch immer in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis. Was passiert ab dem 25.08. mit meinem Arbeitsverhältnis? Kündigt mich der AG oder tue ich das selbst oder wie gehts weiter? (Ich werde wohl nicht wieder an diesen Arbeitsplatz zurückkehren)

  • user
    Gernot Minnebeck
    am 18.05.2022

    Hallo Herr Schulz,

    ich bin seit September 2020 in Krebsbehandlung (momentan in wieder in Chemo) und habe das Fatigue-Syndrom. Jahrgang 1961, letztes Jahr 45 Jahre voll. Seit Dezember 2021 habe ich auch einen unbefristeten Schwerbehindertenausweis.

    Befinde mich in der Nahtlosigkeit, also ALG bis 2024. Habe auch noch einen lfd. Arbeitsvertrag. Die Arbeitsagentur hat mich im April aufgefordert einen REHA-Antrag bei der Rentenversicherung zu stellen, da der medizinische Dienst der Arbeitsagentur zu der Auffassung kam, ich könnte nicht mehr als 3 Std. täglich arbeiten.

    Da ich den Antrag über die Arbeitsagentur eingereicht habe, wurden von denen sowohl meine als auch deren Befunde mit eingereicht, sodass die Rückmeldung der Rentenversicherung für deren Verhältnisse zügig einging. Die REHA wurde abgelehnt da sie meinen Zustand nicht verbessern könne. Jetzt wird geprüft, ob der Antrag auf REHA als Rentenantrag gilt.

    Das wird ja dann auf Erwerbsminderungsrente rauslaufen und wohl auch noch etwas dauern.

    Meine Frage ist, wie ich hier am besten "fahre"?

    EMR oder Rente mit Schwerbehindertenausweis (wäre am 01.04.2023 möglich)

    Rente mit 63 (01.03.2025) aber mit Abschlägen

    Oder warten wie das nächste Staging verläuft und ob ich geheilt bin. Dann wieder arbeiten und mit 63 in Rente (wollte ich eh)

    Kann man die verschiedenen Rentenarten eigentlich kombinieren? zuerst mit SBH-Ausweis und später dann Rente mit 63 / zuerst EMR und später Rente mit 63....

    Puh, viel Text für eine relativ kurze Frage. Aber Sie müssen sich ja ein Bild machen können. Schon mal vielen Dank für Ihre Unterstützung. habe viel YouTube Videos von Ihnen gesehen. Spitze!!

    Herzliche Grüße

    • user
      Christian Schultz
      am 18.05.2022

      Hallo Gernot, eine individuelle Beratung können wir hier leider nicht leisten, dafür sind meine Kollegen in unseren Sozialberatungszentren für Sie da.

      Aber grundsätzlich gilt: Sollte volle Erwerbsminderung festgestellt werden, haben Sie da nicht wirklich eine Wahl. In diesem Fall wird es auf die EM-Rente hinauslaufen. Kombinieren können Sie die unterschiedlichen Rentenoptionen nicht, mehr dazu hier: https://www.sovd-sh.de/aktuelles/meldung/rente-nach-45-und-35-jahren-wartezeit-kombinieren

      Aber wie gesagt: Am besten persönlich beraten lassen. Das ist am besten.

      • user
        Gernot Minnebeck
        am 18.05.2022

        Vielen Dank Herr Schulz für die schnelle Beantwortung meiner Frage.

        D.h. also, wenn die Erwerbsminderung festgestellt wird, ist die eingemauert bis ich 67 werde?

        Ich könnte also nicht mit 64 J und 6 Monaten früher in Regelaltersrente gehen?

        Mit freundlichen Grüßen

        G.Minnebeck

        • user
          Christian Schultz
          am 20.05.2022

          Nein, das stimmt so nicht. Eine EM-Rente wird häufig auch befristet bewilligt. Und natürlich können Sie auch in eine vorgezogene Altersrente wechseln, wenn Sie erwerbsgemindert sind. Aber lassen Sie sich dazu bitte persönlich beraten.

  • user
    Heidrun Mischner
    am 30.04.2022

    Vielen Dank für Ihre ausführlichen und sehr verständlichen Informationen, welche ich von meinem SV so nicht erhalten habe.

    Auch ich befinde mich zurzeit in einer sehr schwierigen Situation, wurde ich urplötzlich- entgegen andere, vorab mündlich erhaltener Informationen- ausgesteuert. Das Schreiben datiert auf den 31.01.22, ausgesteuert zum 07.02.22, kein Poststempel auf dem Briefumschlag, erhalten und gelesen erst am 16.02.22, weil ich ein paar Tage meine Familie besuchte und ab 05.02. abwesend war.

    Am 17.02.22 meldete ich mich sofort bei der Arbeitsagentur. Das ging nur telefonisch, weil Öffnungszeiten vor Ort nur montags zu diesem Zeitpunkt!

    Dementsprechend konnte ich mich auch erst am Montag, 21.02.22 persönlich vorstellen. Das Ergebnis ist nun eine Zahlungslücke vom 08.02. -20.02.22. Ich kann das absolut nicht verstehen wie so etwas in unserem Sozialstaat passieren darf ?

    Gibt es keine Mitteilungsfrist der Krankenkassen zur Aussteuerung? Hier weniger als eine Woche unter Beachtung des Wochenendes, des Postweges und der Öffnungszeiten der Agentur für Arbeit. Warum müssen solche Schreiben nicht per Einschreiben versendet werden?

    Warum gilt das gesprochene Wort, nur telefonische Erreichbarkeit während der Pandemie, nicht?

    Ich denke, hier gibt es auch noch sehr viel Klärungsbedarf !!!

    Was passiert, wenn man nach der Aussteuerung, wieder arbeitet und dann erneut mit gleicher Diagnose erkrankt?

    • user
      Christian Schultz
      am 02.05.2022

      Hallo Heidrun, normalerweise meldet sich die Krankenkasse zwei, drei Monate vor der Aussteuerung beim Versicherten. Das ist auch der Zeitpunkt, zu dem man bei der Arbeitsagentur Bescheid geben sollte: https://www.sovd-sh.de/aktuelles/meldung/aussteuerung-wann-zum-arbeitsamt

      Warum das bei Ihnen anders war, kann ich nicht beurteilen. Aber leider kommt das immer mal wieder vor.

      Zu der Frage nach einem möglichen zweiten Krankengeld lesen Sie am besten diesen Beitrag: https://www.sovd-sh.de/aktuelles/meldung/neue-krankheit-neue-blockfrist-wieder-krankengeld

      • user
        Heidrun Mischner
        am 06.05.2022

        Hallo Herr Schulz, vielen Dank für Ihre Antwort.

        wenn es immer mal wieder vorkommt, dass eine Krankenkasse mit einer sehr kurzen Frist - wie bei mir unter einer Woche - "aussteuert" und dies zu einer finanziellen Lücke führt, sollte es meines Erachtens nach zu einer gesetzlichen Regelung führen: konkrete Frist der Mitteilung, Nachweismöglichkeit der Zustellung. Ursache waren bei mir verschiedene Ansprechpartner, falsche Auskünfte, Berechnungen und Zurechnungen. Inzwischen habe ich Rechtsschutz erhalten und die Krankenakte ist angefordert, allerdings nicht vom VdK, leider.

        Ich bin teilerwerbsgemindert und schwerbehindert, habe inzwischen die Krankenkasse gewechselt.

        Mich schafft das alles sehr und hätte mir mehr Unterstützung gewünscht.

        Das Sie hier so viele Informationen bereitstellen und diesen Austausch möglich machen, finde ich ausgesprochen bemerkenswert.

        Mit freundlichen Grüßen

  • user
    Elli
    am 29.04.2022

    Sehr geehrter Herr Schulz,

    Bin Ausgesteuert und bekomme jetzt für 2 Jahre Arbeitslosengeld, und ich kann in 18 Monaten in Rente gehen ,wie ist das wenn ich Krank werde und über 6 Wochen komme ?

    Frage.Bekomme ich dann von der Krankenkasse Krankengeld ,und zählt die Zeit wo ich Krank geschrieben bin auch für meine Rente,weil mir fehlen noch 13 Monate dann hätte ich mein 45 Arbeitsjahre voll.

    Vielen Dank im Voraus.

    • user
      Christian Schultz
      am 29.04.2022

      Hallo Elli, erst einmal die vielleicht wichtigere Nachricht: Das Arbeitslosengeld zählt in Ihrem Fall nicht bei der 45-jährigen Wartezeit mit. Wenn Sie die Altersrente für besonders langjährig Versicherte anstreben, müssen Sie also aktiv werden: https://www.sovd-sh.de/aktuelles/meldung/mit-63-in-die-rente-aber-vorher-arbeitslos

      Krankengeld wird bei der Wartezeit angerechnet. Die Frage dazu kann ich Ihnen aber nicht konkret beantworten, weil es hier auf die Umstände ankommt. Da sollten Sie sich in jedem Fall persönlich beraten lassen.

    • user
      Ernst
      am 30.04.2022

      Hallo Herr Schulz

      Bei mir ist der Fall fast genau so.Bin 1960 geboren ,in Rente kann ich 01.01.1027 gehen.

      Aber auch 2025 ohne Abzug dann bin ich 64,4 Jahre alt,aber nur wenn ich die 45 Jahre voll habe.

      Da ich zu zeit Arbeitslos bin und ich bekomme Arbeitslosengeld 1 für 2 Jahre.

      Ich könnte auch zum 01.10.2023 in Rente gehen aber mit Abzug von 14,8 %.

      Frage: 1 Wenn ich jetzt Arbeitslos bin und bleibe,wie würde das aussehen wenn ich mich entscheide am 01.10.2023

      in Rente zu gehen.Mir fehlen noch 11 Monate bis ich meine 45 Jahre voll hätte.

      Frage: 2 Wird die Zeit wo ich ALG 1 bekomme auf die Rente angerechnet, wenn ich zum 01,10.2023 in Rente gehen will das würde mich mal interessieren .

      vielleicht können sie mir ja da weiterhelfen.

      Schon mal Danke .Viele Grüße Ernst

      • user
        Christian Schultz
        am 02.05.2022

        Hallo Ernst,

        das Wichtige vorab: Bitte wenden Sie sich an die DRV, um dort eine kostenlose Beratung zu den Wartezeiten zu bekommen. Denn man muss sich immer die persönliche Situation anschauen. Grundsätzlich müssen Sie bei der 45-jährigen Wartezeit jedoch aufpassen. Denn ALG I zählt hier nicht in den letzten 24 Monaten mit. Wie Sie sich in diesem Szenario helfen können, erfahren Sie hier: https://www.sovd-sh.de/aktuelles/meldung/mit-63-in-die-rente-aber-vorher-arbeitslos

  • user
    Jutta Goesch
    am 28.04.2022

    Sehr geehrter Herr Schultz.

    Ich befinde mich momentan in der Nahtlosigkeit plus Arbeitsvertrag. Ein Antrag auf Erwerbsminderungsrente wurde am 18.01.22 gestellt.

    Das Arbeitsamt braucht meine AU nicht. Nun hat mein langjähriger Hausarzt seine Praxis aufgegeben. In dieser Situation ist es für mich schwierig einen neuen Hausarzt zu finden.

    MUSS ich mich überhaupt weiter krankschreiben lassen? Ich bekomme doch weder vom Arbeitgeber noch von der Krankenkasse Geld?

    Mit freundlichen Grüßen

    Jutta Goesch

    • user
      Christian Schultz
      am 28.04.2022

      Hallo Jutta, es kann wichtig sein, dass Sie auch weiterhin in medizinischer Behandlung sind. Gerade dann, wenn sich der Rentenantrag noch weiter in die Länge zieht und aktuelle Befundberichte von Ärzten angefordert werden. Wenn nicht beim Hausarzt, sollten Sie zumindest bei einem Facharzt weiterhin regelmäßig in Behandlung sein - und sich dann auch krankschreiben lassen.

    • user
      Jutta Goesch
      am 28.04.2022

      Herzlichen Dank für Ihre Antwort.

      Dann werde ich Ihren Rat befolgen.

      LG Jutta Goesch

  • user
    Rita
    am 27.04.2022

    Hallo Herr Schulz,

    ändert sich an dem Ganzen etwas, wenn man nicht die Situation Arbeitsvertrag + Aussteuerung hat, sondern schon während Krankengeld gekündigt wurde? Also wenn man keinen Arbeitsvertrag mehr hat, wenn man ausgesteuert wird, aber vor dem Krankengeld kein Arbeitslosengeld, sondern Gehalt bekommen hat? Gilt da dann dasselbe, wie wenn man noch einen Arbeitsvertrag hätte? Kann man auch in die Nahtlosigkeit kommen?

    Danke&schöne Grüße

    Rita

    • user
      Christian Schultz
      am 27.04.2022

      Hallo Rita, die Situation ist dann nicht anders. Bei der Nahtlosigkeit geht es ja darum, ob Sie voraussichtlich noch länger als sechs Monate krank sein werden. Das ist dann auch ohne aktuellen Arbeitsvertrag so.

      • user
        Rita
        am 02.05.2022

        Vielen lieben Dank!

  • user
    Anton Melio
    am 21.04.2022

    Sehr geehrter Herr Schulz,

    vielen Dank für die ausführliche und sehr verständliche Erklärung. Dazu habe ich fogende Frage: Ich werde zum 1.5.22 ausgesteuert und habe ALG 1 beantragt. Über Nahtlosigkeit wurde noch nicht entschieden und ich plane, in den nächsten Wochen eine Erwerbsminderungsrente auf Zeit zu beantragen. Die Krankenkasse sagte, sie benötige AUs auch nach der Aussteuerung, um der Rentenversicherung Ausfallzeiten zu melden. Damit würde ich ja aber die Möglichkeit verspielen, evtl. später noch einmal Krankengeld zu bekommen ... Was soll ich tun? Der Krankenversicherung die AUs weiterhin schicken, um so meine Erwerbsunfähigkeit gegenüber der Rentenversicherung nachzuweisen? Oder könnte ich die AUs auch direkt an die Rentenversicherung schicken, falls diese nachfragt? Gibt es dazu eine gesetzliche Vorschrift? Ich hatte bereits ein Beratungsgespräch beim SoVD, aber dazu konnte man mir leider keinen Rat geben. Ich hoffe, Sie können weiterhelfen. Vielen Dank im Voraus.

    • user
      Christian Schultz
      am 22.04.2022

      Hallo Anton, auch wenn Sie die Krankmeldungen direkt an die DRV schicken, erfährt die Krankenkasse davon. Wichtig zu wissen: Es ist sehr, sehr selten, für ein und dieselbe Erkrankung noch ein zweites Mal Krankengeld zu erhalten. Wenn die Kasse die Krankmeldungen im Moment also braucht, dann sollten Sie dieser Bitte auch nachkommen.

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