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1 Jahr früher in Rente: Was kostet das?

Aktuelles Rente

Nicht immer passt die offizielle Regelaltersgrenze zur eigenen Lebensplanung. Da ist es gut zu wissen, dass Sie auch etwas früher eine Altersrente beziehen können. Zumindest in den allermeisten Fällen. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, unter welchen Voraussetzungen das für Sie möglich wäre.

1 Jahr früher in Rente

Vermutlich wissen Sie, dass Ihre "normale" Altersrente erst ab einem ganz bestimmten Zeitpunkt erreichbar ist. Diese Regelaltersgrenze hängt ausschließlich von Ihrem Geburtsjahr ab. Allerdings benötigen Sie darüber hinaus mindestens fünf Jahre Versicherungszeit in der Deutschen Rentenversicherung. Falls Sie also niemals in Ihrem Leben gerbeitet oder sonstige "rentenwirksame" Zeiten gesammelt haben, stehen Sie im Alter ohne gesetzliche Rente da.

Regelaltersgrenze nach Geburtsjahr

Das ist die eine Seite der Medaille. Doch nur etwa die Hälfte aller Deutschen arbeitet tatsächlich bis zum Erreichen dieser Grenze. Der Rest verabschiedet sich deutlich früher in den Ruhestand - aus den unterschiedlichsten Gründen.

Denn es ist fast immer möglich, eine vorgezogene Altersrente zu beziehen. Um mindestens ein Jahr früher, eigentlich sogar noch deutlich zeitiger.

Schauen wir uns diese Möglichkeiten einmal an.

Ein Jahr früher in Rente - drei verschiedene Türen

Um genau ein Jahr früher in die Altersrente einzusteigen, können Sie eine von drei Varianten zur vorgezogenen Altersrente in Anspruch nehmen. Alle drei setzen bestimmte Kriterien voraus, die Sie erfüllen müssen. Wir beginnen mit der einfachen "Rente mit 63".

Altersrente für langjährig Versicherte

Das einzige, was Sie hier mitbringen müssen, sind 35 Versicherungsjahre in der DRV. Insbesondere für Frauen, die aufgrund der Familienplanung längere Zeit im Beruf pausiert haben, erscheint das erst einmal schwierig. Aber keine Sorge - bei diesen 35 Jahren Wartezeit zählt so gut wie alles mit, was Ihnen in Deutschland widerfahren kann. Mehr dazu in diesem Artikel.

Aber natürlich hat diese Altersrente für langjährig Versicherte auch einen Haken. Pro Monat, den Sie vorzeitig in Rente gehen, verlieren Sie 0,3 Prozent Ihrer Brutto-Ansprüche. Nicht nur für das eine Jahr, das Sie sich im Job sparen möchten. Nein, dieser Abzug bleibt ein Leben lang bestehen und mindert Ihre zukünftigen Auszahlungen.

Bleiben Sie also ein Jahr vor der Regelaltersgrenze zu Hause, verringert sich Ihre Rente um 3,6 Prozent.

Um das einmal ins Verhältnis zu setzen: Nehmen wir an, Sie rechnen mit einer Brutto-Rente von 1200 Euro. Wenn jetzt 3,6 Prozent davon abgehen, bleiben Ihnen knapp 1157 Euro im Monat. Davon müssen Sie nun noch rund elf Prozent für Kranken- und Pflegeversicherung bezahlen. Rest: rund 1030 Euro.

Geht die frühere Rente auch ohne Abzüge? Klar, aber nur wenn Sie schwerbehindert sind oder es auf 45 Jahre Wartezeit bringen.

Altersrente für schwerbehinderte Menschen

Bei der Rente mit Schwerbehindertenausweis sind ebenfalls 35 Jahre Wartezeit Voraussetzung. Und natürlich ein GdB (Grad der Behinderung) von wenigstens 50.

MIt dieser Rentenvariante können Sie theoretisch bis zu fünf Jahre früher in den Ruhestand, dann allerdings mit einem Abschlag von 10,8 Prozent. Bei einem Jahr kostet Sie das gar nichts.

Wobei die Aussage, dass die vorgezogene Rente nichts kostet, nicht ganz korrekt ist. Abzüge gibt es in diesem Fall tatsächlich nicht. Aber natürlich zahlen Sie zwölf Monate weniger auf Ihr Rentenkonto. Wie viel Geld Ihnen also durch die Lappen geht, können Sie sich anhand dieses Beitrags selbst ausrechnen.

Altersrente für besonders langjährig Versicherte

Kommen wir zur dritten und letzten Option, um sich ein Jahr früher von den Kollegen zu verabschieden - das ist die Rente nach 45 Versicherungsjahren. Und hier ist es gar nicht so leicht, auf die erforderliche Wartezeit zu kommen. Denn im Gegensatz zu der 35-jährigen Variante zählen bei den 45 Jahren viele Dinge aus Ihrem Lebenslauf nicht mit. Zum Beispiel der Bezug von "Hartz IV" oder auch Phasen, in denen Sie EM-Rentner waren.

Checken Sie bitte Ihre Rentenauskunft, um einen Überblick zu den bisher erreichten Wartezeiten zu erhalten. Oder noch besser - Sie vereinbaren einen kostenlosen Termin bei der DRV zur Kontenklärung.

Falls Sie auf 45 Jahre kommen, ermöglicht Ihnen das eine abschlagsfreie Rente zwei Jahre vor der Regelaltersgrenze. Oder eben ein Jahr früher. Mit 45 Versicherungsjahren kein Problem.

Fazit

Für einen Rentenbeginn, der ein Jahr vor Ihrer Regelaltersgrenze liegt, brauchen Sie also lediglich 35 Jahre Wartezeit. Damit geht's, hier allerdings mit einer Kürzung von 3,6 Prozent. Ganz ohne Abschlag kommen Sie nur mit Schwerbehindertenausweis oder einer 45-jährigen Wartezeit in der DRV ein Jahr früher in die Altersrente.


Kommentare (6)

  • user
    Helga
    am 25.04.2022

    Guten morgen. Bin 63 Jahre alt, seit März 2021 arbeitslos, beziehe AG 1. Habe auch auf jedes Angebot von arbeitsamt eine Bewerbung geschrieben, aber keine Antworten bekommen. Meine volle 45 arbeits Jahre habe ich 07.2023. Meine sorge ist, habe vor kurzem eine Einladung von Agentur für Arbeit bekommen. Heißt, ,, meine berufliche Situation besprechen, ,,,.kann ich eine Sperre bekommen ? Oder was kann mich erwarten? Auf was für fragen sol ich mich vorbereiten Hr.Schultz. Danke .

    • user
      Christian Schultz
      am 25.04.2022

      Hallo Helga, eine Sperre können Sie nur bekommen, wenn Sie gegen Ihre Mitwirkungspflichten verstoßen haben. Nach dem was Sie schreiben, ist das nicht der Fall. Es klingt für mich nach einer Einladung zu einem normalen Beratungsgespräch, das ist bei der Arbeitsagentur ein oder zweimal im Jahr so üblich.

      Ich empfehle Ihnen darüber hinaus eine kostenlose Beratung bei der Deutschen Rentenversicherung, damit Sie genau wissen, wann und unter welchen Umständen Sie in die Rente kommen werden.

  • user
    Georg Ahlert
    am 02.04.2022

    moin,

    ich bin langjähriger Versicherter, 45 Jahre. Außerdem schwerbehindert. Jahrgang 1961. Ich könnte also abschlagsfrei mit 64,6 Jahren in Rente gehen. Wenn ich mit 63,6 Jahren in Rente gehe, werden mir nur die 3,6 % von den 64,6 abgezogen oder wird von der Regelrente 66,6 prozentual abgezogen ?

  • user
    Lupco
    am 01.04.2022

    Echt bin so dankbar das solsche Menschen wie ihr gibst. ????????????????.

    Diese Informationen bekommen wir sonst von niemandem.

    Ich habe 50% Behinderung bin in Januar 2023.--60 Jahre alt,dann kann ich 2 Jahre arbeitsloss sein und in Rente,mit oder ohne Abzüge 3 jahre .??

    Bin geboren 1963.

    • user
      Christian Schultz
      am 03.04.2022

      Das kommt auf mehrere Faktoren an, vor allem auf die bis dahin erreichte Wartezeit. Die braucht man nämlich auch bei der Rente mit Schwerbehinderung. Am besten in den nächsten Monaten einmal kostenlos bei der Deutschen Rentenversicherung beraten lassen.

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