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Was darf die Krankenkasse - und was nicht?

Aktuelles Gesundheit

Geht es im Rahmen unserer Sozialberatung um Ärger mit der Krankenkasse, drehen sich die Fragen in der Regel um Krankengeld. Denn viele Versicherte fragen sich, was die Krankenkasse überhaupt darf. Ist es okay, wenn ich zur Reha gedrängt werde? Darf die Kasse mich "gesundschreiben"? In diesem Beitrag beantworten wir die wichtigsten Fragen.

Was darf die Krankenkasse - und was nicht

Im Jahr 2019 haben alle gesetzlichen Krankenkassen zusammen rund 14,4 Milliarden Euro allein für das Krankengeld ausgegeben. Dieser Betrag ist über die letzten Jahre immer weiter angestiegen. Zum Vergleich: Zehn Jahre zuvor betrugen die Ausgaben gerade einmal 7,26 Milliarden Euro.

Im Krankengeld: Was muss ich mir von der Krankenversicherung gefallen lassen?

In diesem Blog haben wir bereits häufiger darüber berichtet, mit welchen Mitteln einige Krankenversicherungen versuchen, die Zahlung des Krankengeldes abzukürzen. Dabei müssen wir jedoch unterscheiden: Einige Instrumente sind durchaus erlaubt. Bei anderen Kniffen befinden sich die Kassen jedoch allenfalls in einer rechtlichen Grauzone. Wie Sie sich in welcher Situation verhalten sollten, hängt also sehr von der individueller Sachlage ab.

Beginnen wir mit den Mitteln der Krankenkasse, die Sie über sich ergehen lassen müssen.

Aufforderung zur Reha

Falls die Kasse Sie schriftlich dazu auffordert, bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) eine Reha zu beantragen, müssen Sie diesem Wunsch grundsätzlich nachkommen. Natürlich kann es immer sein, dass bestimmte Gründe dagegen sprechen: eine akute Erkrankung, Probleme mit der Betreuung von Kindern oder anderen Angehörigen - oder eine Pandemie wie Corona.

Wenn dem so ist, sprechen Sie bitte mit der Krankenkasse. In den meisten Fällen lassen sich solche organisarischen Schwierigkeiten lösen. Was Sie auf keinen Fall tun dürfen: Ignorieren Sie das Schreiben der Versicherung nicht. Denn wenn Sie innerhalb von zehn Wochen nichts von sich hören lassen, dreht die Kasse den Geldhahn zu.

Doch auch wenn Sie die Reha beantragt haben, geht die Maßnahme normalerweise nicht schon nächste Woche los. Mehr dazu in diesem Beitrag.

Anrufe der Krankenkasse

Es ist Ihrer Versicherung nicht verboten, Sie telefonisch zu kontaktieren. Wenn Sie Ihre Festnetz- oder Handynummer dort freiwillig hinterlegt haben, darf der Sachbearbeiter natürlich auch einmal anrufen und nach dem Befinden fragen. In bestimmten Fällen ist das sogar durchaus hilfreich.

Wo es jedoch problatisch wird: Hin und wieder berichten uns Mitglieder, dass es nicht beim gelegentlichen Anruf bleibt. Von regelrechtem Telefonterror ist dann die Rede. Und das müssen Sie sich als Patient sicherlich nicht gefallen lassen. In solch einem Fall haben Sie die Möglichkeit, auf schriftlichen Kontakt zu bestehen.

Noch abenteuerlicher wird es, wenn Sachbearbeiter dazu raten, den Job zu kündigen und fortan Arbeitslosengeld zu beziehen.

Soll ich auf die Krankenkasse hören und meinen Job kündigen?

Natürlich sollten Sie das nicht tun. Zum Glück scheint diese Masche nur hin und wieder - und darüber hinaus in Wellen - bei uns in Schleswig-Holstein aufzutreten. Doch falls Ihnen Ihr Sachbearbeiter während des Bezuges von Krankengeld tatsächlich einmal empfiehlt, eine Kündigung zu schreiben, sollten Sie hellhörig werden. Denn ins Arbeitsverhältnis selbst darf Ihnen die Kasse nicht hereinreden.

Magische "Gesundung"

An dieser Stelle sind wir beim absoluten "No-Go" aller Instrumente der Krankenkasse angekommen: Sie bekommen Krankengeld und sind dauerhaft krankgeschrieben. Eines schönen Tages öffnen Sie Ihren Briefkasten. Darin finden Sie einen Brief Ihrer Krankenkasse. Dort steht: Deren Medizinischer Dienst hat ermittelt - übrigens ohne Sie untersucht zu haben - dass Sie in 14 Tagen wieder arbeiten können.

Wumms.

Sie denken, so etwas gibt es nicht? Dann lesen Sie die Geschichte von Rudi Pawlicki aus Kiel. Und er ist nicht der einzige, dem so etwas passiert ist.

Doch in einem solchen Szenario kann es für Sie nur einen Weg geben. Sofort Widerspruch einlegen und zum Arzt, um einen aktuellen Befundbericht zu bekommen. Darüber hinaus vorsorglich Arbeitslosengeld beantragen, damit Sie nicht ohne Geld dastehen. In aller Regel muss die Krankenkasse dann auch weiter zahlen. Das gilt allerdings nur für diejenigen, die sich wehren.

Fazit

Beim Thema Reha ist die Krankenkasse völlig im Recht. Falls auf diese Weise Ihr Gesundheitszustand überprüft werden soll, müssen Sie innerhalb von zehn Wochen einen Antrag zur Reha stellen. Bei allen anderen Methoden - ungebetene Anrufe, Aufruf zur Kündigung, plötzliche Gesundschreibung - sollten Sie sich umgehend Unterstützung suchen.

Der Sozialverband Deutschland hilft in sozialen Angelegenheiten. Wir vertreten unsere Mitglieder bis zum Sozialgericht, unter anderem bei Auseinandersetzungen rund um das Thema Rente und Behinderung.

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