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Befristete EM-Rente verlängern: Wann ist der beste Zeitpunkt?

Befristete EM-Rente verlängern - wann ist der beste Zeitpunkt

 

Wenn Sie das erste Mal eine Erwerbsminderungsrente beziehen, erhalten Sie diese in der Regel auf Zeit. Das bedeutet: Ihre EM-Rente ist befristet und läuft nach einer bestimmten Phase aus. Doch wann ist der beste Zeitpunkt, sich um die Verlängerung Ihrer Rente zu kümmern?

 

Erwerbsminderungsrente befristet – wann sollte man sich spätestens um die Verlängerung kümmern?

 

Das Thema Erwerbsminderungsrente spielt in der Sozialberatung des SoVD eine herausgehobene Rolle. Die meisten EM-Renten sind zunächst befristet, maximal auf drei Jahre. Das bedeutet allerdings, dass Ihre Rente auch kürzer bewilligt werden kann. Falls Sie noch ganz am Anfang stehen und sich gerade mit den wichtigsten Fragen zum Antrag beschäftigen, empfehlen wir Ihnen zunächst diesen Beitrag:

 

Erwerbsminderungsrente beantragen – 3 Tipps für einen positiven Ausgang

 

Kann ich auch eine unbefristete Erwerbsminderungsrente erhalten?

Na klar, dieser Fall ist gar nicht so selten. Zwar werden die meisten EM-Renten zunächst befristet bewilligt. Doch wenn der Gutachter der Rentenversicherung zu dem Ergebnis kommt, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass der Grund für Ihre Erwerbsminderung kuriert werden kann – dann gewährt die Deutsche Rentenversicherung (DRV) sofort eine unbefristete Erwerbsminderungsrente.

 

Eine andere Möglichkeit sieht wie folgt aus: Sie erhalten zunächst eine befristete EM-Rente für drei Jahre. Nach dem Ablauf dieser Zeit gewährt der Rententräger weitere drei Jahre und anschließend zum dritten Mal.  Insgesamt kommen Sie also auf neun Jahre, in denen Ihre Erwerbsminderungsrente befristet war. Wenn Sie nun immer noch nicht arbeiten können und es zu einer dritten Verlängerung käme, müsste Ihre EM-Rente nun auf Dauer ausgezahlt werden.

 

Wann muss ich mich um die Verlängerung meiner EM-Rente kümmern?

Normalerweise erhalten Sie ungefähr fünf Monate vor dem Auslaufen Ihrer Erwerbsminderungsrente Post. In dem Brief erklärt die Rentenversicherung, dass Ihre EM-Rente bald ausläuft und liefert Ihnen auch gleich das passende Formular für die Weiterbewilligung.

 

Zu diesem Zeitpunkt sollten Sie die Unterlagen kurzfristig einreichen. Lassen Sie Ihren Antrag nicht zu lange liegen, denn der Rententräger braucht häufig eine ganze Weile, um Ihre Dokumente zu prüfen.

 

Wenn Sie eine befristete EM-Rente erhalten, sollten Sie also spätestens fünf Monate vor dem Ende der Zahlung Ihren Antrag zur Weiterbewilligung auf den Weg bringen.

 

Muss ich noch zusätzliche Unterlagen für die Weitergewährung einreichen?

Das ist sogar sehr sinnvoll. Die Mitarbeiter der Rentenversicherung sind darauf angewiesen, aktuelle Befundberichte Ihrer behandelnden Ärzte in der Hand zu haben. Nur so kann eingeschätzt werden, wie sich Ihr Gesundheitszustand in der Zwischenzeit entwickelt hat. Mit möglichst konkreten und neuen Befundberichten stehen die Chancen gut für eine kurze Bearbeitungszeit. So haben alle etwas davon – die Rentenversicherung und natürlich Sie persönlich.

 

Es kann vorkommen, dass die DRV eine weitere persönliche Begutachtung anordnet. Das verzögert die Bearbeitungszeit, wenn der Termin beim Gutachter erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich ist.

 

Experte Erwerbsminderungsrente - Christian Schultz vom SoVD Schleswig-Holstein„Sowohl bei der EM-Rente als auch beim Schwerbehindertenausweis kommt es immens auf die Berichte Ihrer Ärzte an. Mit aussagekräftigen und aktuellen Befundberichten können Sie Ihr Verfahren deutlich vereinfachen.“

 

Christian Schultz, SoVD Schleswig-Holstein

 

Wer kann mir bei der Verlängerung meiner Erwerbsminderungsrente helfen?

Wenn Sie Unterstützung benötigen, sollten Sie es zunächst bei einer Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung versuchen. Die Kollegen dort können Sie durch das Antragsformular führen und ggfs. Kopien von den Befundberichten Ihrer Ärzte machen. Das ist für Sie kostenlos.

 

Sollten Sie keine Möglichkeit haben, eine offizielle Stelle der DRV aufzusuchen – oder falls es anderweitige Schwierigkeiten gibt – dann können Sie sich gern an den Sozialverband wenden. Bitte erkundigen Sie sich telefonisch in der Geschäftsstelle in Ihrer Nähe, ob dieser Service dort möglich ist. Nicht alle Beratungsstellen des SoVD haben die Kapazitäten, den Antrag mit Ihnen gemeinsam durchzugehen.

 

Der Sozialverband Deutschland hilft in sozialen Angelegenheiten. Wir vertreten unsere Mitglieder bis zum Sozialgericht, unter anderem bei Auseinandersetzungen rund um das Thema Rente und Behinderung.

 

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