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Krankengeld: Höhe und wie lange? | Antrag und Probleme mit der Krankenkasse | Minijob und Kurzarbeit

Behinderung Armut Gesundheit

Über Krankengeld berichten wir in unserem Blog regelmäßig. Doch in diesem Beitrag möchten wir Ihnen zum ersten Mal eine größere Übersicht mit den wichtigsten Fragen und Antworten aufbereiten. Wie hoch ist das Krankengeld? Wann und wie lange zahlt die Krankenkasse? Worauf müssen Sie achten, wenn das Krankengeld ausläuft? Falls Sie weitergehende individuelle Probleme haben, sind wir bei Fragen rund um diese Lohnersatzleistung gern in unserer Sozialberatung für Sie da.

Krankengeld - Übersicht

Das sollten Sie auf jeden Fall wissen:

  • Krankengeld gibt es erst nach dem Ende der Lohnfortzahlung. Bei einer längeren Erkrankung zahlt also zunächst Ihr Arbeitgeber das Gehalt weiter. In der Regel nach sechs Wochen springt dann die Krankenkasse ein.
  •  Die Kasse überweist 70 Prozent Ihres letzten Brutto-Einkommens, allerdings nie mehr als 90 Prozent vom Netto.
  • Nach spätestens 78 Wochen läuft das Krankengeld aus. Achtung: Die Zeit, in der Sie Lohnfortzahlung erhalten haben, zählt hier schon mit.

Diese Fragen zum Krankengeld klären wir

  1. Wann bekomme ich Krankengeld?
  2. Wie ergibt sich die Höhe beim Krankengeld – und wie viel bekomme ich raus?
  3. Was ist die maximale Dauer?
  4. Wo stelle ich den Antrag zum Krankengeld?
  5. Gibt es auch mit Minijob ein Krankengeld?
  6. Was ist bei Kurzarbeit zu beachten?
  7. Was mache ich nach den 78 Wochen, wenn ich noch krank bin?
  8. Mit welchen Schwierigkeiten muss ich beim Krankengeld rechnen?

Wann bekomme ich Krankengeld?

Eine gewöhnliche Erkältung bringt Sie noch nicht ins Krankengeld. Wenn Sie zum Arzt gehen, weil sie es aus gesundheitlichen Gründen einfach nicht zur Arbeit schaffen, stellt dieser Ihnen eine Krankmeldung aus. Offiziell heißt dieser gelbe Schein Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Diesen müssen Sie nun – je nach Vereinbarung mit Ihrem Chef – bis spätestens zum dritten Tag der Erkrankung beim Arbeitgeber einreichen. Der zahlt dann erstmal weiter Ihr normales Gehalt. Auch Ihrer Krankenkasse sollten Sie die Bescheinigung umgehend zuschicken.

Normalerweise fließt Ihr Gehalt maximal sechs Wochen weiter. Sind Sie dann immer noch krank, wird Ihre Krankenkasse von Ihrem Arbeitgeber informiert. In der Regel erhalten Sie dann automatisch den Antrag auf Krankengeld.

Krankengeld gibt es übrigens auch, wenn Sie arbeitslos sind und Geld von der Bundesagentur für Arbeit erhalten – das sogenannte Arbeitslosengeld I. Das Prozedere ist das gleiche: Innerhalb der ersten sechs Wochen zahlt das Amt weiter, Sie erhalten dann „Kranken-Arbeitslosengeld“. Sind Sie nach Ablauf von sechs Wochen immer noch krankgeschrieben, springt die Krankenkasse mit dem Krankengeld ein.

Allerdings gewinnt die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bei arbeitslosen Menschen eine andere Bedeutung. Während sich die Krankmeldung bei Angestellten auf den konkreten Beruf und die hier verrichtete Tätigkeit bezieht – zum Beispiel Schlosser – muss die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bei Arbeitslosen den gesamten Arbeitsmarkt abdecken. In der Praxis wird hier also mit zweierlei Maß gemessen.

Auch wenn Sie selbstständig sind, besteht unter Umständen Anspruch auf Krankengeld. Hier kommt es auf den Tarif Ihrer gesetzlichen Krankenversicherung an. Die private Krankenversicherung kennt übrigens kein Krankengeld. Absichern kann man sich trotzdem – fragen Sie Ihren Versicherungsagenten nach dem „Krankentagegeld“.

Wie ergibt sich die Höhe beim Krankengeld – und wie viel bekomme ich raus?

Die Faustformel lautet: 70 Prozent vom Brutto, aber höchstens 90 Prozent vom Netto. Falls Sie bald sechs Wochen krank sind, planen Sie am besten ein, auf rund 20 Prozent Ihres Netto-Einkommens verzichten zu müssen.

Krankengeld Beispielrechnung
Stefan aus Pinneberg verdient als Bürokaufmann 4000 Euro brutto im Monat. Nun wird er ernsthaft krank. Sechs Wochen lang zahlt sein Chef weiter, dann erhält er Krankengeld. Dieses berechnet sich folgendermaßen*:

Bruttoverdienst: 4000,00 Euro

Nettoverdienst: 2426,71 Euro

70 Prozent vom Brutto: 2800,00 Euro

90 Prozent vom Netto: 2184,04 Euro

Krankengeld brutto: 2184,04 Euro

Krankengeld netto: 1913,40 Euro

Lücke zum letzten Netto-Gehalt: 513,31 Euro

Lücke in Prozent: 21,15 Prozent

* Um eine ungefähre Vorstellung Ihrer Auszahlung zu erhalten, gibt es diverse Online-Rechner. Wir haben in diesem Beispiel eine unverbindliche Rechnung mit dem Tool der Barmer durchgeführt.

Wer längere Zeit krankheitsbedingt ausfällt, muss also mit empfindlichen finanziellen Einbußen rechnen. Bedenken Sie, dass wir in vielen Fällen von längeren Zeiträumen sprechen. Manchmal benötigen Betroffene länger als ein Jahr. Viele sind auch dann noch nicht wieder gesund.

Maximale Höhe beim Krankengeld
Wer viel Geld verdient, wird beim Krankengeld eine noch größere Lücke verkraften müssen. Denn die Höhe dieser Lohnersatzleistung ist gedeckelt. Maximal 70 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze werden herangezogen. Im Jahr 2020 liegt diese bei 6900 Euro (Westdeutschland) und 6450 Euro im Osten. Im Westen gäbe es damit höchstens 3281 Euro Krankengeld im Monat. Davon abziehen müssten wir noch die Sozialversicherungsbeiträge.

Was ist die maximale Dauer?

Krankengeld gibt es für ein und dieselbe Erkrankung maximal 78 Wochen. Danach ist erst einmal Schluss, man spricht auch von der „Aussteuerung“.

Eine sehr häufige Frage zielt auf das Auftreten einer weiteren Erkrankung. Doch auch in diesem Fall verlängert sich Ihr Anspruch auf Krankengeld nicht. Es gibt nur eine Ausnahme, die in der Praxis allerdings äußerst selten vorkommt. Wer aufgrund einer gesundheitlichen Einschränkung (z.B. Arthrose im Knie) Krankengeld erhält, dann aber auf eine weitere Krankschreibung verzichtet – der kann einen neuen Krankengeld-Anspruch erwirken, wenn in dieser Phase eine neue Krankheit ärztlich festgestellt wird. Die zweite Erkrankung darf allerdings nicht mit der ersten in Zusammenhang stehen. Das klingt kompliziert? Allerdings – und es ist auch in keinem Fall zu empfehlen, solch eine Konstellation bewusst herbeizuführen.

Übrigens: Wer im Laufe des Krankengeldes seinen Job verliert, erhält auch weiterhin eine Zahlung von der Krankenkasse. Allerdings bekommen Sie ein Problem, wenn die Arbeitsagentur eine Sperre verhängt. Solch eine Lücke kann bis zu zwölf Wochen dauern – in dieser Zeit bekommen Sie weder Arbeitslosen- noch Krankengeld. Bei der Kündigung sollten Sie also stets darauf achten, unbedingt eine Sperre zu verhindern.

Die Bedeutung der Blockfrist
Nach spätestens 78 Wochen ist also Schluss mit Krankengeld. Das heißt aber nicht, dass Sie nie wieder Geld von Ihrer Krankenkasse erhalten. Denn neben der 78-Wochen-Frist gibt es noch ein anderes Zeitfenster, das Sie im Blick haben müssen – die Blockfrist.

Diese beginnt mit dem Tag, an dem die relevante Krankheit zum ersten Mal aktenkundig wird, und dauert insgesamt drei Jahre. Wenn diese 36 Monate um sind, haben Sie möglicherweise noch einmal Anspruch auf Krankengeld. Aber nur wenn

  • Sie in der Zwischenzeit mindestens sechs Monate nicht wegen dieser Erkrankung krankgeschrieben waren
  • und mittlerweile wenigstens sechs Monate Beiträge zur Krankenkasse abgeführt wurden. Zum Beispiel durch eine berufliche Tätigkeit im Angestelltenverhältnis oder durch den Bezug von Arbeitslosengeld.

Wo stelle ich den Antrag zum Krankengeld?

Der genaue Ablauf hängt von Ihrer Krankenkasse ab. Diese wird sich jedoch automatisch bei Ihnen melden, sobald Ihr Arbeitgeber dort das Ende der Lohnfortzahlung bekannt gegeben hat. Damit Sie nicht finanziell auf dem Trockenen sitzen, müssen Sie fortan eigentlich nur auf eines achten: Reichen Sie Ihre Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen lückenlos beim Chef und vor allem bei der Krankenkasse ein.

Für die Kasse kann es sogar sinnvoll sein, die Krankmeldung persönlich abzugeben. Dort sollten Sie sich den Empfang Ihrer Unterlangen schriftlich bestätigen lassen. Alternativ können Sie Ihre Bescheinigung natürlich auch per Post schicken. Um einen Nachweis über den Versand zu haben, empfehlen wir ein Einschreiben mit Rückschein. Mittlerweile bieten einige Krankenkassen auch an, die Krankmeldung über eine App hochzuladen. Diese Möglichkeit ist auch in Ordnung – solange Sie auch später noch beweisen können, dass Sie Ihren Gesundheitsstatus rechtzeitig übermittelt haben.

Denn wer dieser wichtigen Aufgabe nicht nachkommt, verliert für den jeweiligen Zeitraum den Anspruch auf Krankengeld.

Wie genau läuft die Auszahlung?

Krankengeld wird prinzipiell für den einzelnen Kalendertag berechnet. Das Geld bekommen Sie allerdings immer erst rückwirkend. Also dann, wenn der Sachbearbeiter der Krankenkasse Ihre Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auf dem Schreibtisch hat. Dann wird die Überweisung für den jeweiligen Zeitraum freigegeben. Pro Monat gibt es auf diese Weise übrigens immer für 30 Tage Krankengeld. Es spielt also keine Rolle, ob der Monat 28, 30 oder 31 Tage hat. Sind Sie länger als einen Monat krankgeschrieben, überweist die Krankenkasse das Krankengeld für 30 Tage.

Gibt es auch mit Minijob ein Krankengeld?

Wer nicht versicherungspflichtig, sondern im Rahmen eines 450-Euro-Jobs beschäftigt ist, bekommt bei Krankheit ebenfalls Lohnfortzahlung. Bis zu sechs Wochen lang sind Minijobber also abgesichert, wenn sie erkranken. Doch was passiert im Anschluss?

Der Anspruch auf Krankengeld hängt mit dem Versichertenstatus zusammen. Als Minijobber zahlen Sie keine eigenen Krankenversicherungsbeiträge. Daraus folgt, dass Sie allein aus dem Minijob kein Krankengeld bekommen. Falls Sie den Minijob allerdings nur zusätzlich ausüben und darüber hinaus versicherungspflichtig beschäftigt sind, resultiert der Anspruch auf Krankengeld aus Ihrem Hauptberuf.

Was ist bei Kurzarbeit zu beachten?

Aufgrund der Corona-Krise sind viele Menschen in Deutschland auf Kurzarbeitergeld angewiesen. Wer in dieser Phase langfristig aus gesundheitlichen Gründen ausfällt, kann anstelle des Kurzarbeitergeldes auch Krankengeld erhalten.

Hierbei spielt es keine Rolle, ob die Krankheit bereits vor Einführung der Kurzarbeit festgestellt wurde oder erst danach. In beiden Fällen zahlt die Krankenkasse nach Ende der Lohnfortzahlung Krankengeld.

Was mache ich nach den 78 Wochen, wenn ich noch krank bin?

Nach rund eineinhalb Jahren zahlt die Krankenkasse nicht mehr. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder sind Sie gesundheitlich wieder soweit hergestellt, dass Sie es am Arbeitsplatz wieder versuchen. Oder Sie leiden weiterhin unter Ihrer Krankheit und müssen nun eine alternative monatliche Zahlung beantragen.

Im besten Fall können Sie wieder zurück in den Betrieb. Oftmals geht das nicht von heute auf morgen von 0 auf 100 Prozent. Vielmehr haben sich bestimmte Verfahren bewährt, bei denen die Arbeitszeit langsam wieder hochgefahren wird – zum Beispiel das „Hamburger Modell„. Was viele Betroffene nicht wissen: Eine solche Wiedereingliederungsmaßnahme sollten Sie unbedingt vordem Auslaufen des Krankengeldes durchziehen. Denn in der Zeit des Hamburger Modells muss der Arbeitgeber noch nicht zahlen. Eigentlich sind Sie noch krank, die Krankenkasse wäre zuständig. Sind die 78 Wochen rum, würden Sie in dieser Zeit kein Geld bekommen.

Die meisten Menschen, die sich am Endes des Krankengeldes beim Sozialverband melden, sind noch nicht wieder gesund. Nun stellt sich die Frage, ob es langfristig noch einmal zurück in den Job gehen kann. Viele können sich das nicht vorstellen, gerade wenn die gesundheitlichen Probleme mit Auseinandersetzungen am Arbeitsplatz zusammenhängen. Möglich ist jetzt ein Antrag zur Erwerbsminderungsrente.

In der Regel dauert die Bearbeitung einige Monate. Wenn in dieser Zeit das Krankengeld ausläuft, können Sie für die Phase des Übergangs Arbeitslosengeld beantragen. Wir sprechen hier von der sogenannten „Nahtlosigkeitsregelung„.

Doch auch wenn Sie bis auf Weiteres nicht vorhaben, eine Erwerbsminderungsrente zu beziehen, sollten Sie vor dem Ablauf des Krankengeldes beim Arbeitsamt vorstellig werden. Denn wenn Sie vor Ihrer Erkrankung lange genug eingezahlt haben, besteht nun immer noch ein Anspruch auf Arbeitslosengeld. Hier lauern allerdings einige Fettnäpfchen – das Gespräch bei der Bundesagentur für Arbeit sollten Sie deswegen gut vorbereiten.

Mit welchen Schwierigkeiten muss ich beim Krankengeld rechnen?

Leider erleben wir es beim Sozialverband immer wieder, dass Mitglieder komplett aufgelöst in unserer Sozialberatung erscheinen. Denn wer Krankengeld bezieht, kann in dieser Phase einiges erleben.

Ungebetene Anrufe der Krankenkasse

Regelmäßig berichten uns Betroffene, dass sie von ihrer Krankenkasse angerufen werden. Zunächst erkundigen sich die Sachbearbeiter der Kasse nach dem allgemeinen Befinden. Doch oft wird schon beim zweiten Anruf massiv Druck ausgeübt. Oftmals soweit, dass die Patienten aufgefordert werden, ihren Job zu kündigen.

Zweifel am Gesundheitszustand

Es kommt vor, dass Krankengeld-Bezieher einen Brief von der Krankenversicherung erhalten. Darin steht sinngemäß: Der Medizinische Dienst habe Zweifel daran, dass der Patient noch arbeitsunfähig sei. Deshalb werde das Krankengeld in einer Woche eingestellt. Wenn Sie ein solches Schreiben bekommen, müssen Sie schnell handeln. Worauf Sie dabei achten müssen, erklären wir in diesem Beitrag.

Aufforderung zur Reha

Sehr häufig wird sich Ihre Krankenkasse bei Ihnen melden und Sie auffordern, eine Reha bei der gesetzlichen Rentenversicherung zu beantragen. Das darf die Kasse und ist auch völlig legitim. Schließlich soll hier festgestellt werden, wie sich Ihre gesundheitliche Situation weiter entwickeln könnte. Aufpassen müssen Sie allerdings, wenn Sie noch keine Erwerbsminderungsrente möchten. Denn im Rahmen der Reha kann herauskommen, dass Sie erst einmal nicht mehr arbeiten können – dann wird der Reha-Antrag zum Antrag für die EM-Rente umgewandelt. Und diese ist in den meisten Fällen deutlich geringer als das Krankengeld.

Verhindern können Sie das nicht. Allerdings haben Sie zehn Wochen Zeit die Reha zu beantragen. Ab dem Tag, an dem Sie den Brief erhalten haben. Und auch die Reha wird nicht schon übermorgen beginnen. Normalerweise vergehen hier noch einmal mehrere Monate.

Fazit

Beim Krankengeld gilt es, auf viele Dinge zu achten. Im Zweifelsfall sollten Sie sich beraten lassen. Warten Sie nicht zu lange – nicht selten kommt es darauf an, innerhalb einer gesetzlichen Frist tätig zu werden. Sonst verlieren Sie mitunter wertvolle Ansprüche.

Der Sozialverband Schleswig-Holstein hilft in sozialen Fragen. Wir vertreten unsere Mitglieder bis zum Sozialgericht, zum Beispiel bei Problemen mit der Erwerbsminderungsrente oder dem Behindertenausweis.

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Kommentare (18)

  • Erik Maier
    Erik Maier
    am 29.04.2020
    Mein Wiedereingliederung sollte bis 02.08.2020 gehen. Die Krankenkasse zahlt aber nur noch Krankengeld bis 02.06.2020 da auch noch Vorerkrankungen anzurechnen waren. Kann ich für den restlichen Zeitraum ALG 1 beantragen, oder muss der Arbeitgeber dann wieder zahlen?
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 29.04.2020
    Hallo Erik, der Arbeitgeber muss in dieser Situation in der Regel nicht zahlen. Es gibt allerdings Fälle, wo im Rahmen der Wiedereingliederung Arbeitslosengeld gezahlt wird - also für die Zeit nach der Aussteuerung durch die Krankenkasse. Allerdings muss man sich jeden Fall individuell anschauen.
  • Wolfgang H.
    Wolfgang H.
    am 10.06.2020
    Hallo Herr Schultz,
    nach einer kürzlich absolvierten Reha von 5 Wochen, bittet mich die Krankenkasse jetzt um eine Einwilligungserklärung (Zustimmung zur Datenübermittlung), dass der MDK den Entlassungsbericht von der Reha-Klinik anfordern kann.

    Das Schreiben ist mit folgendem Hinweis versehen:
    "Ihre Einwilligung ist freiwillig. Wenn Sie jedoch nicht einwilligen, können z.B. weitere therapeutisch notwendige Maßnahmen ggf. nicht zeitnah eingeleitet werden. Zusätzlich kann der MDK Ihre Arbeitsfähigkeit dann nur aufgrund der bisherigen Unterlagen beurteilen. Weitere Nachteile entstehen hierdurch nicht."

    Der ausführliche Reha- Bericht liegt zwar noch nicht vor, ich weiß aber aus dem Abschlussgespräch, dass ich erwerbsfähig > 6 Stunden, aber weiterhin arbeitsunfähig (AU) entlassen wurde. Die AU wurde auch in dem Kurzbericht bescheinigt.

    Das Ziel der Krankenkasse ist klar. Diese möchte mich so schnell wie möglich aus dem Krankengeld drängen und an die Arbeitsagentur abschieben.
    Ist es aus Ihrer reichhaltigen Erfahrung und großen Expertise ratsam der "Bitte" der Krankenkasse zu entsprechen oder ist es besser die Einwilligung zu verweigern ?
    Im Voraus vielen Dank für Ihre Antwort.

    Viele Grüße
    Wolfgang H.
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 10.06.2020
    Hallo Wolfgang, Sie haben keinen wirklichen Vorteil, wenn Sie den Befundbericht für sich behalten. Ein Automatismus zur Erwerbsminderungsrente geht daraus nicht hervor. Und da Sie als arbeitsunfähig entlassen werden, geben Sie der Kasse auch keine neue Munition, die Krankengeld-Leistung kurzfristig zu beenden. Von daher ist es hier wohl ratsam, die Daten weiterzugeben.
  • Cornelia Reimann
    Cornelia Reimann
    am 20.06.2020
    Hallo, ich bin seid 20. März 2019 krank geschrieben . 20 März Meniskus links im Juli Kreuzband OP links, musste in eine Spezialklinik da linkes knie 3 gradigen knorbelschaden . Es stellte sich raus rechts auch kreuzbandriss im November OP . Krankmeldung ab November auf rechtes Bein. Hab ein lipödem was sich in der Zeit sehr verschlechtert hat sollte laut Ärzte liposuktionen machen aber Krankenkasse Antrag abgelehnt.. bin immernoch im krank. Hatte zweimal Reha für jedes Bein. Linke bein geht garnicht gut . Habe auch noch eventuel noch ne op zwecks Magen. Meine Frage ist zählt reha zu den 78 Wochen und es sind verschiedene Erkrankungen . Würde mich über eine Antwort freuen.
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 22.06.2020
    Hallo Cornelia, während einer Reha bekommen Sie "Übergangsgeld". Diese Zeit wird beim Krankengeld angerechnet. Dauert die Reha also drei Wochen, gibt es auch drei Wochen weniger Krankengeld.
  • Uwe
    Uwe
    am 01.07.2020
    Hallo mir wurde am 1.3.2020 ein komplett neues Knie operiert deswegen Corona keine Reha stattgefunden hat sollte ich nach 4monate eine Reha antreten die ich aber abgelehnt habe weil ich ein Risiko Patient bin und jetzt will mir die Krankenkasse mein Krankengeld streichen
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 01.07.2020
    Hallo Uwe, das ist eine schwierige Situation. Viele Betroffene haben zurzeit Sorgen, trotz Corona eine Reha anzutreten. Wenn Sie die Reha nach Aufforderung der Krankenkasse beantragt haben, müssen Sie vor der Absage unbedingt das Gespräch mit der Kasse suchen. Ich empfehle Ihnen, dass Sie sich sozialrechtliche Unterstützung einholen. Falls Sie in Schleswig-Holstein leben, wäre das auch bei uns möglich: https://www.sovd-sh.de/sozialberatung/
  • Freda Arowolo
    Freda Arowolo
    am 26.08.2020
    I have been on sick leave for 6 weeks now, I only get full pay from my employer for 1 month, and half pay for 2weeks, will I get the remaing half payment from the health insurance company.
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 26.08.2020
    Hi Freda, usually the employer has to pay for six weeks. Afterwards, when the so called "Lohnfortzahlung" ends, the public health insurance is in charge. I have never heard of "half pay" in between.
  • Tamer
    Tamer
    am 06.10.2020
    Hallo ich habe mal eine Frage,
    ich bin jetzt das erste mal länger krank und warte auf mein Reha Termin.
    Mich würde mal Interessieren ob ich Zuschüsse beantragen kann (habe 4 Kinder)
    Komischerweise hat keiner eine Ahnung ob ich Hilfen beantragen kann!

    ich hoffe mir Kann jemand zu diesem Thema helfen.
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 07.10.2020
    Hallo Tamer, meinen Sie Zuschüsse während des Krankengeldes? Da käme eventuell Wohngeld in Frage. Möglicherweise ist auch eine Aufstockung durch den Arbeitgeber möglich, da müssten Sie direkt in der Personalabteilung nachfragen. Wenn alle Stricke reißen, bliebe immer noch das Jobcenter.
  • Elise
    Elise
    am 13.10.2020
    Hallo, ich hab eine Frage da ich sehr ratlos mittlerweile bin und nicht mehr weiter weiß.
    Ich bin seid dem 31.07.20 krank geschrieben... und sollte auf ärztlichen Rat kündigen, da mein ehemaliger Arbeitsbetrieb nicht grad der freundlichste war um es mal nett auszurücken.
    Und bin bis dato krankgeschrieben und warte auf mein Krankengeld. Wo ich aber bis heute auch nichts von gehört oder gesehen habe von! Trotz mehrere Anrufe meinerseits kamen immer nur aussagen wie ist noch in Bearbeitung oder es sind noch nicht alle Unterlagen zusammen. Auf bitte um Rückruf, kam nur ja Vll nächste Woche irgendwann mal wo ich bis jetzt auch noch kein Rückruf erhalten habe... wielange hat die Krankenkasse Zeit Krankengeld zu bearbeiten?
    Ich habe mittlerweile richige Existenz Ängste weil ich garnicht mehr weiß wie ich Miete oder sonstiges zahlen soll! Und der Krankenkasse ist es anscheinend egal.
    Ich weiß nicht wie ich weiter vorgehen soll
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 14.10.2020
    Hallo Elise, drei Monate sind auf jeden Fall zu lang. In Ihrer Situation sollten Sie sich ohnehin von einem Experten persönlich (oder telefonisch) beraten lassen. Aus der Ferne kann ich schlecht beurteilen, ob Sie durch Ihre Kündigung überhaupt Anspruch auf Krankengeld haben.
  • Heinz Gill
    Heinz Gill
    vor 3 Wochen
    Hallo ich habe eine Frage ab 5.11 bekomme ich krankengeld nun habe ich schon länger Kurzarbeit und bin nach meiner abrechung wo das kurzarbeiten Geld steht berechnet worden ist das korrekt??.?
    • Christian Schultz
      Christian Schultz
      vor 2 Wochen
      Hallo Heinz, Ihre Frage habe ich leider nicht verstanden.
  • Yvonne Nyßen
    Yvonne Nyßen
    vor 4 Tagen
    Guten Abend;
    ich beziehe zur Zeit Krankengeld.
    Mein Arzt schreibt mich nach 6 Wochen nicht weiterhin krank, da Krankengeld jetzt fällig ist.
    Krankenkasse fordert jedoch weiterhin Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.
    Ist Anspruch auf 78 Wochen nicht automatisch gegeben.
    Im ersten Schreiben der Kk. hieß es, ich solle mich melden, wenn ich wieder arbeiten kann?
    Reha- Kur Antrag ist auch schon durch, nur Corona - Bedingte wartezeit.
    Es läuft letzendlich wohl auf Erwerbsminderungsrente hinaus.
    Da erheblicher 2facher Bandscheibenvorfall vorliegt.

    Für Auskunft wäre ich sehr dankbar.
    • Christian Schultz
      Christian Schultz
      vor 3 Tagen
      Hallo Yvonne, Sie brauchen für den Bezug von Krankengeld eine aktuelle Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Andernfalls wird die Kasse die Zahlung einstellen.

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