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Über die Reha zur Erwerbsminderungsrente – warum Sie lieber einen Antrag auf Teilhabe stellen sollten

Behinderung Armut Gesundheit

Hartmut R. aus Flensburg hatte seit seinem 16. Geburtstag auf der Werft gearbeitet. Ohne Unterbrechung. Ernsthaft krank war er nie gewesen. Doch dieser eine Tag im September 2018 stellte sein bisheriges Leben auf den Kopf. Es begann mit einem heftigen Schmerz im unteren Rücken. Am Abend konnte Hartmut nicht mehr richtig laufen. Dass er von nun an nie wieder würde arbeiten können, ahnte der 57-Jährige zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Die Ärzte diagnostizieren schwere Bandscheibenschäden sowie weitere Verschleiß-Erscheinungen im Rumpf. Sechs Wochen bekommt Hartmut Lohnfortzahlung, anschließend rutscht er ins Krankengeld. Obwohl die Krankenkasse immer wieder Druck macht, bleibt Hartmut stark und lässt seinen Arbeitsvertrag weiterlaufen. Doch irgendwann verinnerlicht er die Worte seines Hausarztes: Dass er sich Gedanken darüber machen müsse, wie es jetzt weitergeht. Ob er schon einmal über die Erwerbsminderungsrente nachgedacht habe.

Erwerbsminderungsrente: Langes Verfahren, Ärger mit dem Gutachter

Hartmut ist Mitglied im Sozialverband. In der dortigen Sozialberatung erfährt er die wichtigsten Informationen über EM-Renten. Und eine Sache bleibt ihm besonders im Ohr – dass sich das Antragsverfahren sehr in die Länge ziehen kann. „Viele Betroffene beschweren sich außerdem über den Termin beim Gutachter der Rentenversicherung“, erzählt die Mitarbeiterin beim SoVD. Dieser habe sich kaum Zeit genommen und hätte lediglich einen starren Fragenkatalog abgearbeitet, würden viele Mitglieder berichten.

Aus diesem Grund kann es sinnvoll sein, statt der Erwerbsminderungsrente eine Reha zu beantragen.

Reha statt EM-Rente?

„Reha vor Rente“, diesen Spruch hatte Hartmut schon öfter im Internet gelesen. Aber „Reha statt Rentenantrag“? Doch bei genauerer Betrachtung kann dieser Weg durchaus der richtige sein.

Angenommen, Sie stellen einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, so der offizielle Begriff zur Reha. Ähnlich wie bei der Erwerbsminderungsrente müssen Sie auch in diesem Fall Befundberichte Ihrer Ärzte zur Verfügung stellen. Die Rentenversicherung benötigt schließlich eine Entscheidungsgrundlage, ob es Sinn macht, Sie in die Reha zu schicken. Geht der Antrag durch, fahren Sie in der Regel für drei Wochen in eine stationäre Einrichtung. Dort wird man Sie hinreichend durchchecken und unterschiedliche Therapieansätze verfolgen, um Sie gesundheitlich zu unterstützen.

Auch die Reha führt zur EM-Rente

Ob das klappt oder nicht – am Ende der Reha steht auf jeden Fall ein amtsärztliches Gutachten der Deutschen Rentenversicherung. Und wenn dieses zum dem Schluss kommt, dass Sie weniger als drei Stunden am Tag irgendeiner Arbeit nachgehen können – dann wird Ihr Reha-Antrag automatisch in einen Antrag zur Erwerbsminderungsrente umgewandelt. Rückwirkend.

Das Positive an diesem Weg: Sie verfügen nun über ein Gutachten der Rentenversicherung, dass eine Erwerbsminderungsrente empfiehlt. Sie mussten nicht zu einem 30-Minuten-Termin bei irgendeinem x-beliebigen Gutachter. Sie wurden über drei Wochen in einer Einrichtung von Experten untersucht. Wenn Sie jetzt auch noch die „versicherungsrechtlichen Voraussetzungen“ für eine EM-Rente erfüllen, steht Ihrem Ziel nichts mehr im Weg.

Doch was passiert, wenn die Ärzte in der Reha feststellen, dass Sie noch arbeiten können? Dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Sie auch bei einem herkömmlichen Antrag zur Erwerbsminderungsrente nicht erfolgreich gewesen wären. Falls Sie über die Erwerbsminderungsrente nachdenken, können Sie mit dem vermeintlichen Umweg über die Reha nichts falsch machen.

Wie ist es Hartmut ergangen? Auch er beantragte nach dem Rat des Sozialverbands zunächst eine Reha. Nach drei Wochen war klar, dass es auf die Erwerbsminderungsrente hinauslaufen würde.

Der Sozialverband Deutschland hilft in sozialen Angelegenheiten. Wir vertreten unsere Mitglieder bis zum Sozialgericht, unter anderem bei Auseinandersetzungen rund um das Thema Rente und Behinderung.

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Kommentare (52)

  • Angela Schütt
    Angela Schütt
    am 28.11.2019
    Sehr interessant, danke für die Info.
    LG
  • Günter Weber
    Günter Weber
    am 19.12.2019
    Guten Morgen. Frage: Fällt auch das Krankengeld rückwirkend bei der Anerkennung der EM weg?
  • Eckardt
    Eckardt
    am 21.12.2019
    ich war 3 Wochen zur Reha. Dort wurde mir bescheinigt - Arbeitsunfähig , also weniger als 3h arbeitsfähig -
    Muss ich jetzt damit rechnen, nochmals "begutachtet zu werden" oder steht mir eine EU Rente zu? Wenn ja wie lange ? Bin seit einem Jahr krank , 60. Jahre alt und bisher immer gearbeitet.
  • Sibert28
    Sibert28
    am 30.12.2019
    Vielen Dank für die Informationen. Habe irgendwie das Gefühl, dass man im Kontakt mit Behörden und Anstalten besser heute immer auch einen Anwalt drüber schauen lässt. Oft wird einem ja nicht gerade die richtige oder beste Lösung präsentiert. Danke in jedem Fall!
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 03.01.2020
    Hallo Eckardt, ich denke, dass Ihr Reha-Antrag nun in eine EM-Rente umgewandelt wird. Lassen Sie sich aber gern noch einmal dazu persönlich beraten. Zum Beispiel in unserer Sozialberatung: https://www.sovd-sh.de/sozialberatung/
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 03.01.2020
    Hallo Günter, nein - diesen sogenannten "Spitzbetrag" müssen Sie nicht zurückzahlen.
  • Sixtyna
    Sixtyna
    am 23.06.2020
    Was passiert, wenn nach der Reha keine Arbeitsunfähigkeit festgestellt wird oder nur teilweise? Rückkehr zum alten Arbeitgeber ist wegen Mobbings ausgeschlossen. Mit jetzt 61 eine adäquate andere Arbeit zu finden dürfte schwer werden, bzw wurde schon lange Zeit erfolglos versucht
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 23.06.2020
    Falls in Ihrem Fall noch ein Anspruch auf Krankengeld besteht, können damit noch bis zu 78 Wochen überbrückt werden. Im Anschluss noch bis zu 24 Monate Arbeitslosengeld. Mehr zum Krankengeld hier: https://www.sovd-sh.de/2020/04/28/krankengeld/
  • Ralf
    Ralf
    am 28.06.2020
    Ich habe am 20 Juni 2020 meine EU Rente bewilligt bekommen, bis 05.201. Den Antrag habe ich im März 2020 gestellt, aufgrund meines Rentenberaters. War bis ende 2017 Beschäftigt. Am 14.12.2017 Antrag auf eine längst fällige Reha gestellt. Seit 10.12.17 Leistungen der Krankenkasse erhalten. Mein Arbeitsverhältnis wurde daraufhin um 31.12.17 beendet . 04.18 in Reha gefahren. In der Reha wurde uns vermittelt das wir so lange wie es geht Krankengeld und Arbeitslosengeld beziehen sollten, jeder Monat zählt für die Rente, da die Krankenkasse und das Arbeitsamt in die Rentenversicherung einzahlen. Nach 1,5 Jahren Krankengeld habe ich ab 05.2019 Arbeitslosengeld bezogen, Nach 4 Wochen kam vom Arbeitsamt die Aufforderung eine neue Reha zu beantragen innerhalb von 30 Tagen, sonst würden mir die Leistungen gestrichen, diese Aufforderung bin ich nachgekommen und das Arbeitsamt hat die Reha für mich beantragt. 08.2019 wieder Reha allerdings mit Probearbeiten ect. Im Entlassungsbericht wurde eine befriste volle Erwerbminderungsrente empfohlen, auch hier wieder in der Reha so lange es geht Arbeitslosengeld zu beziehen. Habe noch Anspruch bis ca. 11.20. Vorher noch meinen aktuellen Rentenanspruch für 03.20 abgefragt ca. 1xxx €. Jetzt der Bescheid, Antrag würde Rückwirkend genehmigt. Antragstellung ist der 14.12.2017, Rente gilt ab 06.2018 aber jetzt der negative Effekt, meine Rente ist ca. 50 € geringer als 2020 auf den Rentenbescheid ausgewiesen war. Die 2 Jahre Krankengeld und Arbeitslosengeld haben nichts genutzt. Mein Alter 53.
  • Roswitha
    Roswitha
    am 27.07.2020
    Guten Tag...Frage:was genau ist der" Spitzbetrag,,?Habe Rückdadierte EMR(01.01.19-31.12.21)genehmigt!Von der Rückzahlung hat man Krankengeld abgezogen... Ist das der Spitzbetrag?Über eine Rückmeldung würde ich mich freuen ;)...
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 28.07.2020
    Hallo Roswitha, Sie haben es schon selbst erkannt. Der Betrag des Krankengeldes, der eine andere Entgeltersatzleistung (hier die Erwerbsminderungsrente) übersteigt, ist der Spitzbetrag.
  • Walter
    Walter
    am 04.08.2020
    Moin, moin, ich bin in einer ähnlichen Situation. Ich denke die DRV hat den Reha Antrag vom 14.12.17 nachträglich in einen Rentenantrag umgedeutet. Wie war denn der Entlassungsbericht der ersten Reha? Da Du anschließend wieder Krankengeld bezogen hast, vermute ich AU entlassen, richtig? Da die AfA Dich zur Reha aufgefordert hat, wirst Du wahrscheinlich ALG 1 nach der Nahtlosigkeitsregelung bezogen haben. Damit denke ich wird die erste Reha nicht den erwünschten Erfolg gehabt haben und kann von der DRV in einen Rentenantrag umgedeutet werden.
    Da Deine Rente Rückwirkend zum Juni 2018 genehmigt wurde, hättest Du Anspruch auf eine Rentennachzahlung bis zu diesen Zeitpunkt. Da Du aber andere Sozialleistungen für diese Zeit erhalten hast, geht diese Nachzahlung an die entsprechenden Sozialversicherungsträger GKV und AfA. Du bist also seit Juni 2018 Rentenempfänger und hast damit auch keine Beiträge mehr entrichtet die eine Erhöhung Deiner Rentenansprüche begründen würde.
  • Uwe K.
    Uwe K.
    am 17.08.2020
    Ich bin 57 und beginne in Kürze eine Reha. es sind 5 Wochen genehmigt. Ich beziehe seit 2013 Teilerwerbsminderungsrente. Meine Leistungen und meine Arbeitszeit haben sich immer weiter verringert. Jetzt sind es noch 3 Stunden am Tag. Wie man so schön sagt, "eigentlich" kann ich nicht mehr, und ich habe große Angst, dass man das in der Reha nicht erkennen könnte. Wenn es erkannt werden sollte, muss ich dann noch einen Rentenantrag stellen, oder geht das übergangslos?
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 17.08.2020
    Hallo Uwe, ich gehe davon aus, dass Ihre Reha vom Rententräger durchgeführt wird. Sollte im Entlassungsbericht stehen, dass Sie auf Dauer weniger als drei Stunden täglich arbeiten können, würde der Reha-Antrag automatisch in einen Antrag auf EM-Rente umgewandelt.
  • Uwe K.
    Uwe K.
    am 17.08.2020
    Das wäre ja toll! Vielen Dank für die Information!
  • Frank
    Frank
    am 21.08.2020
    Hallo,
    eine super Seite hier und eine der ganz wenigen wo es nicht so auf "Fachchinesich" erklärt wird, damit der Otto-Normalverbraucher es auch versteht.

    Wie sieht es nach einer LTA aus, wenn der Entlassungsbericht unter 3 Stunden auf den Arbeitsplatz & dem Arbeitsmarkt ausgibt?

    Muss in diesem Fall, wenn alle Gegebenheiten (bin Angestellter seit ca. 33 Jahren) nach §116 umgedeuted werden? Mir hat ein Mitarbeiter gesagt "falls diesem Abschlußbericht zugestimmt wird" bekomme ich Bescheid.

    LTA war vor Kurzem und ging über die Rentenversicherung... das sind doch deren Ärzte oder? Oder wenn sie ihren eigenen Ärzten nicht vertrauen zumindest ein weiteres Gutachten? Das macht einen langsam mürbe... na ja,.. scheint ja klar das etwas bei mir sein wird, zum Spass wird da keine Reha unter 3 Stunden bescheinigen.

    vG, Frank
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 24.08.2020
    Hallo Frank, wenn in dem Abschlussbericht der Reha steht, dass Sie voraussichtlich auf Dauer weniger als drei Stunden pro Tag arbeiten können, sind die Voraussetzungen für die Umwandlung in den Rentenantrag erfüllt. Es kommt nun darauf an, wie es zur Reha gekommen ist.
    Falls Ihre Krankenkasse Sie dazu aufgefordert und ausdrücklich geschrieben hat, dass es für Sie kein Gestaltungsrecht gibt, nimmt der Rentenantrag automatisch seinen Lauf. Wenn Sie noch über das Gestaltungsrecht verfügen, können Sie selbst entscheiden, wie es nun weitergehen soll.
  • Frank
    Frank
    am 25.08.2020
    Hallo Christian,
    vielen Dank für Ihre schnelle und kompetente Antwort. Die Krankenkasse hat die Einschränkung des Gestaltungsrechts "nachgeschoben". Verstehe ich das Richtig, das dadurch Alles automatisch käuft... (keine Nachfrage wegen Umdeutung, kein "formularmäßiger Rentenantrag" nötig ist)?

    viele Grüße, Frank
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 25.08.2020
    Hallo Frank, in der Regel läuft das nun automatisch. Aber Sie werden mit Sicherheit noch von Ihrer Krankenkasse (und der Rentenversicherung) angeschrieben, wie es nun weitergeht.
  • Norbert
    Norbert
    am 16.09.2020
    Hallo Christian, bin z.Z. in Reha für 5 Wochen und würde gerne wissen ab welchem Datum die Reha in eine EM-Rente umgewandelt wird. Am Tag des Antrags vor ca 6 Monaten oder mit dem Tag des Arztberichts am Ende der Reha ca Mitte Oktober?
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 16.09.2020
    Hallo Norbert, der Antrag zur Reha wird zum Rentenantrag umgedeutet. In der Regel wird dann die EM-Rente rückwirkend ausgezahlt, weil die Bearbeitung einige Zeit dauert: https://www.sovd-sh.de/2020/07/28/erwerbsminderungsrente-rueckwirkend-muss-ich-arbeitslosengeld-oder-krankengeld-zurueckzahlen/
  • Norbert Schindler
    Norbert Schindler
    am 28.09.2020
    Hallo Christian, danke für die Informationen. Das Krankengeld qas ich erhalten habe würde wohl in dem Fall mit der EM-Rente verrechnet werden. Da ich einer Pensionskasse bin wollte ich fragen ob auch die Pensionskasse in dem Fall rückwirkend gezahlt wird.
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 28.09.2020
    Hallo Norbert, meinen Sie eine Pensionskasse im Sinne der betrieblichen Altersvorsorge? Damit kenne ich mich leider nicht aus, beim SoVD beraten wir ausschließlich zum Sozialrecht. Ich glaube aber nicht, dass das verrechnet wird.
  • Wolfgang Pfeil
    Wolfgang Pfeil
    am 29.09.2020
    Hallo.
    Bin zur Zeit in der Reha und habe beim Arzt angesprochen, das ich nicht der Meinung bin nicht mehr arbeiten zu können. Planmäßig könnte ich am 1.7.21 in Rente gehen, mit 63 plus 10 Monate.
    Was ist wenn der Bericht nicht für eine volle Erwerbsminderungsrente 3h arbeiten. Kann ich das ablehnen?
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 29.09.2020
    Hallo Wolfgang, der Entlassungsbericht in der Reha ist kein Bescheid. Sie können also nicht direkt Widerspruch einreichen, sondern allenfalls eine Gegendarstellung formulieren und darum bitten, dass diese ebenfalls zu den Akten genommen wird.

    Widerspruch einlegen können Sie dagegen später gegen den Bescheid der Rentenversicherung, der in der Regel auf dem Entlassungsbericht basiert.
  • Evelyn Haselhorst
    Evelyn Haselhorst
    am 29.09.2020
    Hallo Christian, ich bin in einer ähnlichen Situation wie meine Vorgänger und doch anders.
    Ich bin seit Mitte Mai ausgesteuert und bekomme Arbeitslosengeld, allerdings ruht mein Arbeitsverhältnis bei meinem Arbeitgeber wo ich 27 Jahre beschäftigt war.
    Ich wurde von der Krankenkasse aufgefordert eine Reha zu beantragen, die durch Corona erst jetzt stattfindet. Auch das Arbeitsamt wollte das ich zur Reha gehe oder eine EM-Rente beantrage.
    Ich bin in einer psychosomatischen Klinik, leide an einer Duftstoff Allergie ( MCS) und fühle mich hier eigentlich nicht richtig, möchte aber trotzdem erreichen das sie mir bestätigen, dass ich nicht mehr arbeiten kann. Sonst sehe ich keine Chance überhaupt etwas zu erreichen.
    Können sie mir einen Rat geben, wie ich mich verhalten soll ?
    Liebe Grüße
    Evelyn
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 30.09.2020
    Hallo Evelyn, innerhalb der Reha soll Ihr sogenanntes "Restleistungsvermögen" ganzheitlich bewertet werden. Also sowohl psychische als auch körperliche Faktoren müssen hier einbezogen werden. Ob das in der Klinik realistisch abgebildet werden kann, wo Sie jetzt sind, kann ich natürlich schlecht sagen.

    Wichtig sind immer die Befundberichte Ihrer Fachärzte. Zur Allergie gibt es da hoffentlich auch etwas aussagekräftiges. Ansonsten sollten Sie die Reha jetzt erst einmal dafür nutzen, ein wenig zur Ruhe zu kommen. Wenn tatsächlich eine Erwerbsminderung vorliegt, und das aus den Befundberichten hervorgeht, wird es ohnehin auf die EM-Rente hinauslaufen. Sollte das Verfahren anders ausgehen, können und sollten Sie sich persönliche Hilfe suchen - zum Beispiel unsere Sozialberatung: https://www.sovd-sh.de/sozialberatung/
  • Frank
    Frank
    am 01.10.2020
    Hallo Christian,
    ich hatte oben schon geschrieben. Meine LTA lief Anfang August aus und ich bin laut Gutachten nicht mehr arbeitsfähig (Job/Arbeitsmarkt). Gutachten hatte ich für den MDK freigegeben. Inzwischen sind 8 Wochen vergangen und ich habe bisher nichts von der Krankenkasse oder von der RV gehört. Wie lange dauert eine Umdeutung/weitere Schritte im Normalfall? Muss/sollte ich hier etwas unternehmen?

    vielen Dank und viele Grüße, Frank


    viele Grüße, Frank
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 01.10.2020
    Hallo Frank, in der Regel läuft das in den meisten Fällen schneller. Bei Ihnen hat die Kasse das Dispositionsrecht ja eingeschränkt, fragen sie dort am besten einmal nach.
  • Karin
    Karin
    am 03.10.2020
    Hallo zusammen, sehr interessiert habe ich auch hier mitgelesen. Anfangs wusste ich nicht, wie es nach dem Krankengeld bei mir weitergeht (Krebserkrankung und Depression). Jetzt habe ich zumindest ein Grundwissen. Können Sie mir einen Kontakt nach Sachsen-Anhalt (Lk Stendal) vermitteln, da ich ja hier in Schleswig gelandet bin. Danke und alles Gute euch allen, die hier lesen und schreiben. Karin
  • Bernd
    Bernd
    am 04.10.2020
    Guten Tag!
    Ich habe einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt. Meine Psychiaterin sowie der Hausarzt sagen ganz klar das ich nur noch unter drei Stunden arbeiten kann. Leider sieht die DRV das anders (Gutachter war Katastrophe, 10 min, dann entschieden...). Mein Widerspruch wurde abgelehnt und ich werde jetzt vor dem Sozialgericht klagen. Nun meine Frage: Wenn ich jetzt zwischen Antrag beim Sozialgericht und evtl. Verhandlung einen Antrag auf medizinische Reha stelle und dann diese Reha mit der Entscheidung der Ärzte verlasse, das ich unter drei Stunden arbeiten kann, wäre das sinnvoll oder mache da einen Denkfehler? Ich war 2019 bereits in Reha (zu dem Zeitpunkt war das Thema Erwerbsminderungsrente kein Thema für mich), ich wurde "nur" AU entlassen. War im Nachhinein natürlich schlecht bzw. zu wenig für mich. Aufgrund meiner aktuellen Situation würde aus gesundheitlichen Gründen nichts gegen eine Reha sprechen.
    Ich bin fest davon überzeugt, das die Ärzte während der Reha für mich entscheiden und das Thema drei Stunden pro Tag festlegen werden. Natürlich ist das Risiko immer da, wenn die Ärzte anders entscheiden, wäre das eine Vorlage beim Sozialgericht gegen mich.
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 05.10.2020
    Hallo Bernd, bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir eine solch konkrete Frage nicht an dieser Stelle beantworten können. Dafür müsste man sich die Entlassungsberichte aus der Reha sowie die Befundberichte Ihrer Ärzte genauer anschauen.
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 05.10.2020
    Hallo Karin, leider ist der SoVD in Sachsen-Anhalt flächenmäßig lange nicht so gut aufgestellt wie in Schleswig-Holstein. Unsere nächste Beratungsstelle ist in Magdeburg: https://www.sovd-mitteldeutschland.de/beratung-finden/sozialberatung
  • Norbert Schindler
    Norbert Schindler
    am 08.10.2020
    Hallo Christian, wenn aus dem Reha-Antrag eine EM-Rente wird, muss ich dann noch einen Rentenantrag stellen oder bekomme ich nach einer gewissen Zeit dann meinen Rentenbescheid ohne zum medizinisch technischen Dienst zu müssen?

    Gruß Norbert
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 08.10.2020
    Hallo Norbert - als Antwort auf Ihre Frage vom 08.10,: Wenn Sie von der Krankenkasse aufgefordert worden sind, eine Reha zu beantragen, drängt die Kasse den Rententräger in der Regel dazu, den Reha-Antrag in eine Erwerbsminderungsrente umzuwandeln. Wenn Sie selbst ein Interesse an der EM-Rente haben, sollten Sie aber auf jeden Fall selbst noch einmal bei der Rentenversicherung Bescheid geben. Einen neuen Begutachtungstermin gibt es dann sehr wahrscheinlich nicht mehr.
  • Klaus Sauer
    Klaus Sauer
    am 09.10.2020
    Zum jetzigen Zeitpunkt würde ich es mir sehr gut überlegen, ob ich, wenn ich einen Reha-Antrag stellen musste, eine Reha antreten würde, vor allem, wenn ich wegen Vorerkrankung(en), Alter etc. zu einer Risikogruppe gerechnet werden muss, die bei einer Ansteckung mit einem besonders schweren Verlauf rechnen muß. In meiner häuslichen Umgebung habe ich einen wesentlichen Einfluss darauf, wie groß eine mögliche Ansteckungsgefahr ist. In einer Rehaklinik bin ich mit einer Vielzahl von Leuten unfreiwillig auf engsten Raum zusammen und habe nur sehr begrenzt Einfluss auf meine Umgebung. Weiß ich ob mein Mitpatient einer dieser Corona-Leugner ist, der sich einen Dreck um Vorsorgevorkehrungen schert uns was ein solcher Covidiot in- und außerhalb der Klinik macht? Wer an einer oder mehreren Vorerkrangungen leidet und/oder an einer Erkrankung leidet, die mit einer Schwächung des Immunsyftems eihergeht, kann mit Verweis auf das Robert-Koch-Institut einen Antrag auf Verschiebung der Reha stellen stellen, bis eine Impfung und / oder eine gesicherte Therapie zur Verfügung steht. Als die wichtigste Vorbeugemaßnahme nennt das RKI die größtmögliche Vermeidung einer Infektion und die kann ich nur in meinen eigenen vier Wänden organisieren.
    Meine Empfehlung:
    Zum Fachtarzt gehen, Krankheiten bestätigen lassen und Verschiebung beantragen!
    Und vor allem: Gesund bleiben!!
  • Sabine
    Sabine
    am 20.10.2020
    Wenn Angstmache/Hysterie auf fruchtbaren Boden trifft!
  • Dieter Naudszus
    Dieter Naudszus
    am 24.10.2020
    Bin zur Zeit in Reha.Hier bin ich sicherer als zu Hause
  • Rüdiger
    Rüdiger
    am 27.10.2020
    Bin 61 Jahre, aus Reha arbeitsunfähig entlassen und weiterhin krankgeschrieben, laut Reha noch über 6 Stunden arbeitsfähig, was bei mir nicht möglich ist. Kann ich Reha Klinik auf Änderung bitten? Hat es Sinn Erwerbsminderungsrente zu beantragen?
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 27.10.2020
    Hallo Rüdiger, nichts ist unmöglich - aber wenn der Entlassungsbericht angibt, dass Sie vollschichtig erwerbsfähig sind, macht ein Antrag auf EM-Rente normalerweise wenig Sinn.

    Bevor Sie weitere Schritte einleiten, sollten Sie am besten einen Fachmann auf Ihre Unterlagen schauen lassen.
  • Rüdiger
    Rüdiger
    am 28.10.2020
    Vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich bitte Sie um Ihre Sachkenntnis und Meinung, da der Abschlussbericht der Reha für mich eine Katastrophe ist, da ich aus psychischen Gründen, nie über 6 Stunden täglich gearbeitet habe und die Reha dies auch wusste und meine Teilzeitbeschäftigung im Reha Antrag festgehalten haben. Trotzdem wo sie wussten, dass ich noch nie über 6 Stunden gearbeitet habe, haben sie es im Reha Abschlussbericht dokumentiert. Wie sehen Sie die Situation?
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 28.10.2020
    Hallo Rüdiger, wir können so etwas auch nur anhand der Unterlagen einschätzen. Und im Rahmen eines Gesprächs. Über unsere Sozialberatung können Sie sich auch telefonisch beraten lassen: https://www.sovd-sh.de/sozialberatung/
  • Uwe Kromschröder
    Uwe Kromschröder
    am 04.11.2020
    Hallo,

    ich hatte nun eine Reha von 7 Wochen und bin per Gutachten als nicht mehr arbeitsfähig und und nicht mehr leistungsfähig entlassen worden. Ich habe bei der Rentenversicherung nachgefragt, wie es jetzt weiter geht. Die schrieben mir, dann, ich solle einfach abwarten. Sie würden mich eventuell noch darum bitten, einen Rentenantrag zu stellen. Meine Frage ist jetzt, gibt es Erfahrungswerte, wie lange es dauern kann, bis eine Entscheidung getroffen ist bzw. wann man der Rentenbescheid bekommt.

    Mit freundlichem Gruß

    Uwe Kromschröder
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 04.11.2020
    Hallo Uwe, wenn die Reha von der Krankenkasse ausging, können Sie ziemlich sicher sein, dass Sie bald von ihr hören werden. Andernfalls kann es auch etwas dauern. Ob nun ein Rentenantrag gestellt wird, hängt dann auch von Ihrer eigenen Auffassung ab.

    Mehr dazu hier: https://www.sovd-sh.de/2020/10/22/nach-reha-arbeitsunfaehig-entlassen-gibts-jetzt-wieder-krankengeld/
  • Uwe Kromschröder
    Uwe Kromschröder
    am 04.11.2020
    Nein, die Reha lief über die Rentenversicherung und wurde von meinen Ärzten initiiert. Deswegen warte ich eben auf die Antwort der RV, wie man mir in der Reha sagte. Nur weiß ich eben nicht, wie lange die RV ungefähr für die Bearbeitung braucht. Seit einem Monat bin ich aus der Reha zurück. Was die Krankenkasse betrifft habe ich mich bis jetzt verweigert, meine Daten an den MDK weitergeben zu lassen.
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 04.11.2020
    Erfahrungswerte dazu habe ich leider nicht. Zu lange sollte man nicht mit dem Rentenantrag warten. Notfalls müssten Sie nach der Aussteuerung noch eine Weile ALG 1 beziehen, bis die DRV Ihren Antrag bearbeitet hat.
  • Frank
    Frank
    am 28.11.2020
    Hallo Christian,
    ich habe inzwischen das Schreiben über eine Umdeutung erhalten. Bezüglich dem abgefragten Hinzuverdienst hätte ich eine Frage: Ich bin seit 1,5 Jahren durchgehend krankgeschrieben und war/bin nicht in der Lage einen Minijob oder Ähnliches zu machen, aber ich habe trotz lückenloser Krankschreibung Urlaubs- und Weihnachtsgeld vom Arbeitgeber erhalten. In dem Schreiben ist die Frage nach Arbeitsentgelt (incl. Urlaubs- und Weihnachtsgeld). Da hier die Rede von Arbeitsentgelt ist, frage ich mich ob Urlaubs- und Weihnachtsgeld ohne gearbeitet zu haben Arbeitsentgelt ist? Vielleicht könnten Sie mir hierzu Informationen geben?

    viele Grüße, Frank
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 30.11.2020
    Hallo Frank, leider kann ich das aus dem Stehgreif - und ohne das Dokument anzuschauen - nicht beantworten. Da empfehle ich Ihnen, einen Profi draufschauen zu lassen.
  • Denise
    Denise
    am 17.12.2020
    Hallo Christian,

    ich bin die Denise und bin 28 Jahre alt.
    Seid 3 Jahren bin ich Aufgrund Psychicher Probleme die sich auch auf den Körper ausgewirkt haben Arbeitsunfähig.
    Seid Juli dieses Jahres bin ich in einer Medizinischen Reha die noch bis Januar 2021 läuft.
    Die Reha empfhielt das ich den Antrag auf Voller Erwerbsminderung stellen soll da ich weiterhin nicht Arbeitstauglich bin.
    Wie hoch wäre die Chance das dieser Antrag bewilligt werden würde aufgrund des Berichtes der Reha ?

    Lg. Denise
    • Christian Schultz
      Christian Schultz
      am 17.12.2020
      Hi Denise, wenn bereits in der Reha eine Erwerbsminderungsrente empfohlen wird, steht mit Sicherheit auch etwas passendes im Entlassungsbericht. Wenn Sie dann auch die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllen, läuft es wahrscheinlich auf die EM-Rente hinaus.
  • Klaus
    Klaus
    vor 6 Tagen
    Hallo Herr Schultz!
    Ich (47) bin seit April 2019 AU (Depressionen + Sucht) und habe inzwischen einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt. Im Herbst 2019 war ich 8 Wochen in Reha und arbeitsunfähig aber über 6 Stunden die ich arbeiten kann entlassen worden. Meine behandelnden Ärzte und Therapeuten befürworten alle eine Rente auf Zeit. Nur der Gutachter der DRV (hat mit mir 10 Minuten!!! gesprochen) sieht das anders...
    Mein Antrag auf Erwerbsminderungsrente wurde abgelehnt und jetzt, nachdem ich Widerspruch eingelegt habe und bevor es dem Widerspruchsausschuss vorgelegt wird gibt man mir die Chance eine weitere Reha durchzuführen und nach Abschluss der Maßnahme zu entscheiden.
    Meine Fragen: Wie soll ich mich jetzt in der anstehenden Reha verhalten? Ich möchte keine Fehler machen oder mich verstellen. Mein Ziel ist es, das die Rehaeinrichtung meinen Antrag unterstützt.
    LG Klaus
    • Christian Schultz
      Christian Schultz
      vor 5 Tagen
      Hallo Klaus, leider kann man nicht generell empfehlen, wie Sie sich in der Reha "verhalten" sollten. Über einen Zeitraum von mehreren Wochen kann man sich nicht verstellen. Ob das sinnvoll wäre, sei ohnehin einmal dahingestellt.

      In einem Fall wie dem Ihren empfehle ich immer eine persönliche Beratung. Nur so kann man auf alle individuellen Details eingehen.

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