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Nach Aussteuerung: Wer bekommt jetzt die Krankmeldung?

Behinderung Armut Gesundheit

Das durchschnittliche Mitglied im Sozialverband – zumindest bei uns in Schleswig-Holstein – ist etwa 62 Jahre alt. Diejenigen, die zum ersten Mal unsere Sozialberatung aufsuchen, sind jedoch im Regelfall deutlich jünger, oft Ende 40 oder in den frühen 50ern. Warum? Weil das bei vielen Menschen das Alter ist, in dem man zum ersten Mal richtig krank wird. Und zwar dauerhaft. Neben den gravierenden gesundheitlichen Problemen kommen dann oft noch Schwierigkeiten mit der Krankenkasse oder anderen Sozialleistungsträgern hinzu. An dieser Stelle kann der Sozialverband helfen.

Nach Aussteuerung: Wer bekommt jetzt die Krankmeldung?

Wenn Sie länger als sechs Wochen krank sind, zahlt der Chef kein Geld mehr. Dafür gibt es dann Krankengeld. Welche Hindernisse während dieser Phase auf Sie warten können, haben wir in diversen Beiträgen vorgestellt – etwa für den Fall, dass die Krankenkasse Sie zu einer Reha auffordert. Doch selbst wenn Sie ohne großen Ärger durch das Krankengeld kommen: Spätestens nach 78 Wochen ist Schluss, Sie werden „ausgesteuert“.

Was heißt Aussteuerung?

Das bedeutet, dass Sie nun kein Krankengeld mehr bekommen. Die Krankenkasse muss nicht mehr zahlen. Wie Sie in Zukunft Ihren Lebensunterhalt bestreiten, ist jetzt nicht mehr Sache der Kasse. In vielen Fällen bietet es sich nun an, Arbeitslosengeld zu beantragen – dazu mehr in diesem Beitrag. Doch wie verhalte ich mich, wenn mein Arzt mich weiterhin krankschreibt?

Auch nach der Aussteuerung sollten Sie die Krankmeldung nicht gleich vernichten – via GIPHY

Nach dem Krankengeld – was passiert mit der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung?

Bis zum Ende des Krankengeldes war es für Sie Routine, Ihre Krankmeldung sowohl beim Arbeitgeber als auch bei der Krankenversicherung einzureichen. Mit der Aussteuerung ändern sich die Voraussetzungen. Wenn Sie fortan zum Arzt gehen und dieser eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AUB) ausstellt, sollten Sie diese in jedem Fall im eigenen Haushalt archivieren. Wann weiß nie, wofür ältere Dokumente noch gebraucht werden.

Darüber hinaus kommen drei Anlaufstellen in Frage, die möglicherweise ein Interesse an Ihrer Krankmeldung haben: Ihre Krankenkasse, die Bundesagentur für Arbeit und Ihr Arbeitgeber. Beginnen wir mit Ihrem Chef.

1. Der Arbeitgeber

Auch wenn Sie nun aufgrund Ihrer Erkrankung seit mehr als anderthalb Jahren nicht mehr arbeiten konnten – Sie haben nach wie vor einen Vertrag mit Ihrer alten Firma. Solange niemand eine Kündigung ausgesprochen hat, ist Ihr Vertrag noch gültig. Auch wenn die Firma Ihnen kein Gehalt mehr überweist. Aus der Perspektive des Arbeitsrechts kann Ihr Unternehmen also von Ihnen verlangen, dass Sie Ihre Krankmeldungen weiterhin einreichen.

In der Praxis wird dieser Punkt allerdings sehr unterschiedlich behandelt. Die meisten Firmen verlieren im Laufe einer langen Erkrankung das Interesse. In der Folge ist es oftmals nicht nötig, die AUB beim Chef abzugeben. Das sollten Sie aber unbedingt in Erfahrung bringen. Heißt: Um die Frage zu beantworten, ob Sie Ihre Krankmeldung nach der Aussteuerung auch dem Arbeitgeber zur Verfügung stellen müssen, hilft ein kurzer Anruf in der Personalabteilung.

2. Die Krankenkasse

Sobald die Kasse kein Krankengeld mehr überweist, ist es nicht mehr notwendig, dort weitere Krankmeldungen abzugeben. Es schadet aber auch nichts. Wie Sie den weiteren Kontakt mit der Krankenversicherung in dieser Frage gestalten möchten, entscheiden Sie also tatsächlich selbst.

— Wer selbst einen Blick in die recht komplexen Regularien riskieren möchte, sollte sich die Arbeitsunfähigkeits-Richtlinien anschauen —

3. Bundesagentur für Arbeit

Die spannende und höchst brisante Frage lautet tatsächlich: Bekommt das Arbeitsamt meinen gelben Schein, wenn ich nach der Aussteuerung krankgeschrieben werde? An dieser Stelle empfehlen wir ganz klar: Lassen Sie die Arbeitsagentur bitte nicht wissen, dass Sie krankgeschrieben sind.

Warum? Im bereits oben verlinkten Artikel über die Aussteuerung wird deutlich, dass es beim Bezug von Arbeitslosengeld enorm wichtig ist, dass Sie dem Arbeitsmarkt überhaupt zur Verfügung stehen. Falls Sie nach dem Krankengeld beim Arbeitsamt auftauchen und sagen, dass Sie krank sind, gibt es in der Regel kein Geld. Dieses Szenario müssen Sie unbedingt verhindern. Die magische Formel lautet, dass Sie sich „im Rahmen Ihrer Möglichkeiten dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen“. Nur dann bewilligt das Amt Ihr Arbeitslosengeld.

Wenn Sie nun erfolgreich Arbeitslosengeld beantragt haben und dem Amt eine Krankmeldung nach der anderen ins Haus flattert, bringen Sie sich finanziell in Gefahr. Dann droht das vorzeitige Ende Ihres Arbeitslosengeldes. Vor diesem Hintergrund sollten Sie über neue Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen Stillschweigen bewahren – zumindest gegenüber dem Arbeitsamt.

Fazit

Wer nach 78 Wochen Krankengeld zum Arbeitsamt geht, um dort Leistungen zu beziehen, muss auf der Hut sein. Natürlich können Sie weiterhin zum Arzt gehen. Es ist auch nicht schlimm, wenn Sie krankgeschrieben werden. Legen Sie die gelben Scheine allerdings nicht der Arbeitsbehörde vor. Offiziell gelten Sie schließlich als vermittelbar. Und das ist die Voraussetzung für den weiteren Bezug von Arbeitslosengeld.

Anders verhält es sich, wenn Sie nach dem Ende des Krankengeldes im Rahmen der sogenannten „Nahtlosigkeitsregelung“ Arbeitslosengeld beziehen.

Der Sozialverband Deutschland hilft in sozialen Angelegenheiten. Wir vertreten unsere Mitglieder bis zum Sozialgericht, unter anderem bei Auseinandersetzungen rund um das Thema Behinderung.

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Kommentare (38)

  • Egner
    Egner
    am 29.02.2020
    Gibt es die Möglichkeit bei Mobbing zu unterstützen? Krank durch Mobbing, Ausgrenzung und unsozialen Arbeitsbedingungen ist eine heftige Sache, insbesondere wenn man bis dahin gesund und leistungsfähig ist? Gilt da § 823 u.a.?
    Danke Jenny
  • Angela Wesselak
    Angela Wesselak
    am 02.03.2020
    Dem stimme ich nicht hundertprozentig zu. Es gibt nämlich im SGB III einen oft übersehenen Paragraphen, der für viele wichtig sein kann. Das ist der § 145.
    In dessen Absatz 1 wird beschrieben, dass auch bei Krankheit ein Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht. Die erkrankte Person wird dann von der Arbeitsagentur dazu aufgefordert, einen Reha-Antrag und/oder einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente zu stellen (Absatz 2). Und in der Übergangszeit, bis die Rentenversicherung darüber entschieden hat, wird Arbeitslosengeld gezahlt.
    Nur zur Info: falls der Reha-Antrag nicht genehmigt werden kann, wird er als EM-Rentenantrag umgewidmet. Das passiert auch nach erfolgter (oder abgebrochener Reha) wenn die Reha nicht zum gewünschten Erfolg führt, also die erkrankte Person nicht mehr arbeitsfähig ist,

    Dies ist eine Sonderform des Arbeitslosengeldes und daher häufig unbekannt.
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 03.03.2020
    Danke für den Kommentar. Zur sogenannten "Nahtlosigkeitsregelung" haben wir hier einen eigenen Artikel veröffentlicht: https://www.sovd-sh.de/2019/09/26/mit-der-nahtlosigkeitsregelung-zum-arbeitslosengeld-das-sollten-sie-jetzt-wissen/
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 03.03.2020
    Hallo Jenny, der Sozialverband darf seine Mitglieder leider nur in sozialrechtlichen Fragen unterstützen. Beim Thema Mobbing gibt es andere Anlaufstellen, im Notfall ein Anwalt für Arbeitsrecht. Doch auch viele Gewerkschaften beraten ihre Mitglieder in dieser Frage.
  • Mona Selchow
    Mona Selchow
    am 11.03.2020
    Lieber Herr Schultz, vielen Dank für den Tipp zu diesem Artikel. Dennoch bleibt die Frage: bin ich nach der Aussteuerung und weiter andauerder Erkrankung (Nahtlosigkeits ALg wird gezahlt und Rentenantrag auf EU-Rente gestellt) verpflichtet mir von meiner Ärztin weiterhin regelmäßig eine AU ausstellen zu lassen oder kann ich auf das Ausstellen von AUs verzichten (ich war freiberuflich, es gibt keinen Arbeitgeber)? Vielen Dank und herzlichen Gruß!
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 12.03.2020
    Hallo Mona, die Beantwortung dieser Frage hängt immer von mehreren Faktoren ab. Wenn es zum Beispiel darum geht, irgendwann noch einmal für dieselbe Erkrankung Krankengeld zu erhalten, kann eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung sogar negative Auswirkungen haben. Aus der Perspektive des Rentenantrags wiederum macht es intuitiv mehr Sinn, weiterhin im Kontakt zum behandelnden Arzt zu stehen. Daher kann ich Ihnen nicht den einen Königsweg nennen. Ich empfehle Ihnen in jedem Fall eine individuelle Beratung.
  • max mustermann
    max mustermann
    am 30.04.2020
    Dass Sie zur Nahtlosigkeitsregelung einen separaten Artikel veröffentlicht haben, macht den oben deshalb nicht weniger falsch. Das Fazit, zu dem Sie kommen, stimmt so einfach nicht. Der Artikel ist falsch bzw. irreführend und muß daher entweder geändert oder gelöscht werden.
  • Ramona
    Ramona
    am 03.06.2020
    Hallo
    Ich bin Momentan im krankengeld bis 30.06.2020. Dan sind die 78 Woche fertig!
    Ich habe zum Arbeitsamt angerufen das ich mich arbeitlosmelden aber die haben mir gesagt das ich mich in dir leste Tag der Krankheit dort anmelden, Wan ist sicher das ich wider gesund bin.
    Ohne spere sägt die Dame.
    Stimmt das? Das keine sperenzeit kommen wenn ich mich in der leste Tag anmelden?
    Danke
  • Beate Becker
    Beate Becker
    am 10.07.2020
    Hallo, ich bin ab dem 28.08.20 ausgestellt. Ich habe grosse Angst mich beim Arbeitsamt arbeitslos zu melden und damit auch noch meinen Arbeitsplatz zu verlieren. Nach der Reha habe ich Eu rente beantragt. Meine Frage wieviel Stunden darf ich arbeiten, damit die Rente trotzdem genehmigt wird.
  • 0815Nummer eisold
    0815Nummer eisold
    am 19.07.2020
    Ich bin jetzt seid dem 13.08.2018 Krankgeschrieben. Seid dem 9.2.20 bekomme ich ALG 1. Jetzt wurde ich aufgefordert mich zu bewerben, da der Amtsarzt nach Aktenlage entschieden hat, ich könnte als Pförtner 50 Stunden pro Woche arbeiten. Aber laut der ersten Untersuchung über den Rententräger ist ein Psychologisches Gutachten noch erforderlich und der Arzt hat die Fragen mit der Arbeitsfähigkeit gestrichen. Wie muss ich mich jetzt verhalten? Ich bin auch noch ungekündigt.
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 20.07.2020
    Hallo, beim Bezug von Arbeitslosengeld müssen Sie sich bewerben. Die Wahrscheinlichkeit, dass man Ihnen nun einen Job anbietet geht allerdings gegen Null. Ihre Mitwirkung ist jedoch wichtig, um den Bezug des Arbeitslosengeldes nicht zu verlieren. Auch wenn noch ein Arbeitsvertrag besteht.
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 20.07.2020
    Hallo Beate, Ihre Frage habe ich nicht ganz verstanden. Arbeiten Sie in Ihrer Firma zurzeit noch? Dann dürften Sie doch gar kein Krankengeld bekommen? Oder meinen Sie die Nebentätigkeit bei Erwerbsminderungsrente? Da können Sie im Jahr bis zu 6300 Euro verdienen, ohne dass die Rente gekürzt wird.
  • Stefanie
    Stefanie
    am 05.09.2020
    Hallo in die Runde.
    Ich habe mal eine Frage.
    78 Wochen Krankengeld habe ich bekommen und wurde dann ausgesteuert. Danach ging es zur Agentur für Arbeit und bezog Alg.I. Jetzt genau nach 10 Monaten bin ich wieder krank geschrieben. Das Amt sagt ich muss einen Antrag bei der Krankenkasse stellen, und die Krankenkasse sagt das Sie nicht zuständig wären. Rentenantrag wurde schon gestellt. Woher bekomme ich nun mein Geld?? Ich hoffe Sie können mir weiterhelfen.
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 08.09.2020
    Hallo Stefanie, streng genommen ist das Arbeitsamt nur zuständig, wenn Sie dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Und nach der Aussteuerung besteht zurzeit kein Anspruch auf Krankengeld - zumindest nicht für dieselbe Erkrankung: https://www.sovd-sh.de/2019/08/20/neue-krankheit-neue-blockfrist-wieder-krankengeld/

    Sie müssen sich beim Arbeitsamt trotz Krankheit dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen, zumindest theoretisch. Holen Sie sich am besten professionelle Hilfe, zum Beispiel im Rahmen unserer Sozialberatung.
  • Kai Barthel
    Kai Barthel
    am 17.09.2020
    Hallo, habe da mal eine Frage! Ich bin nun seid dem 20.05.19 auf die selbe Krankheit krank geschrieben und möchte mich aus Angst vor der Erwerbsminderungsrente gesund schreiben lassen und mich dem Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung stellen! Da ich mit den Nerven momentan am Ende bin und ich Existenzängste durchlebe wollte ich mir professionelle Hilfe suchen! Da ich dann wahrscheinlich wieder mit einer neuen Krankheit krank bin, stellt sich mir die Frage wie es dann weiter geht! Habe ich dann wieder Anspruch auf Krankengeld? Vielleicht kann mir da jemand einen Rat geben, ich bin echt verzweifelt...
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 18.09.2020
    Hallo Kai, beim erneuten Krankengeld für eine weitere Erkrankung kommt es auf kleinste Details an. Wichtig ist: Wenn Sie für die neue Erkrankung zum ersten Mal krankgeschrieben werden, darf keine andere aktive Krankmeldung bestehen. Außerdem muss ausgeschlossen sein, dass die neue Krankheit aus der ersten hervorgegangen ist.

    Sie sehen schon - das kann in der Praxis ziemlich kompliziert werden. Daher sollten Sie sich professionelle Hilfe suchen - zum Beispiel in unserer Sozialberatung: https://www.sovd-sh.de/sozialberatung/
  • Klaus-Bernd
    Klaus-Bernd
    am 30.09.2020
    Hallo !
    Ich werde am 21.10.2020 ausgesteuert und erhalte normalerweise dann ALG 1 weil ich keinen AG habe. Jedoch bin ich bis zum 27.10.2020 in Kur die durch meine GKV bezahlt wird. Jetzt hat das Arbeitsamt erst zum 28.10.2020 das ALG 1 genehmigt weil dann meine Kur beendet ist und ich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehe. Nun fehlt mir vom 22.10.-27.10 natürlich Geld; und wo bin ich versichert? Hat einer eine Idee?? Vielen Dank.
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 30.09.2020
    Hallo Klaus, wegen der Krankenversicherung müssen Sie sich keine Sorgen machen. Nach der Aussteuerung gilt einen ganzen Monat lang die sogenannte Nachversicherung. Sie sind also bis zum Start des Arbeitslosengeldes krankenversichert: https://www.sovd-sh.de/2020/09/10/bin-ich-nach-dem-krankengeld-noch-versichert/
  • Susanne Dabisch-Braumandl
    Susanne Dabisch-Braumandl
    am 05.10.2020
    Hallo! Bin seit 3.12.17 durchgehend krankgeschrieben. Bekam dann Krankengeld bis zur Aussteuerung! Im Januar 2019 beantragte ich die Erwerbsminderungsrente und gleichzeitig die Nahtlosigkeitszahlung die bis heute 05.10.20 gezahlt wurde! Nun kämpfe ich immer noch mit derDRV! Woher bekomme ich jetzt meine Leistungen???? Lg
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 06.10.2020
    Hallo Susanne, wenn Sie keinen Anspruch mehr haben, sollte erst einmal die Krankenversicherung Priorität haben. Falls Sie verheiratet sind, könnte das über die Familienversicherung gehen. Alternativ müsste man über "Hartz IV" nachdenken oder eine freiwillige Versicherung in der Krankenkasse.
  • Susanne
    Susanne
    am 07.10.2020
    Hallo Herr Schultz! Bin ausgesteuert und die nahtlosigkeit endet heute! Durch dass Arbeitsamt habe ich erfahren dass bei mir jetzt die Blockfrist für Krankengeld wieder greift! Heute hat mein Arbeitgeber bzw. Krankenkenkasse gesagt dass gilt nicht da ich seit 03.12.17 arbeitsunfähig bin! Aber die Krankmeldung hat das Arbeitsamt nie verlangt aber meine Krankenkasse = mein Arbeitgeber! Seit Mai 2919 bin ich mit der drv Berlin im Streit meiner Eu-rente und seit mei bin ich als Arbeitssuchend Alg 1 beim Arbeitsamt gemeldet obwohl ich vom Arbeitgeber nicht gekündigt bin. Nun hätt ich wieder Anspruch auf Krankengeld da mein Rentenantrag noch nicht entschieden ist! Was ist jetzt richtig??? DANKE
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 08.10.2020
    Hallo Susanne, bitte haben Sie Verständnis, dass ich das ohne Einsicht in die Unterlagen nicht seriös beantworten kann.

    Generell gilt für einen neuen Anspruch auf Krankengeld: Die Blockfrist von drei Jahren muss abgelaufen sein. Außerdem müssen in der Zwischenzeit sechs Monate Krankenkassenbeiträge gezahlt worden sein - entweder durch Arbeit oder zum Beispiel auch Arbeitslosengeld I. Dritte Voraussetzung, und die wird häufig übersehen: Mindestens sechs Monate lang dürfen Sie wegen der Krankheit, um die es geht, nicht krankgeschrieben gewesen sein.
  • Jansen
    Jansen
    am 15.10.2020
    Ich bin seit 28.8.2020 ausgesteuert und bekam kein Arbeitslosengeld danach, sondern direkt Hartz IV weil ich laut Gutachten vom Amtsarztes des Gesundheitsamtes vom Arbeitsamt in Wuppertal als arbeitsunfähig gestuft bin. Habe Erwerbsminderungsrente beantragt. Bin aber nicht in ungekündigter Stellung und der Amtsarzt des Arbeitgebers also Gesundheitsamt Solingen hat mich nur für ein halbes Jahr arbeitsunfähig gestuft. Welcher Amtsarzt gilt jetzt? Und kann man Zuschuss zum Hartz IV beantragen, weil ich für mich und 25jährige Tochter nur 750 Euro bekomme? Also unter dem Sozialsatz?
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 19.10.2020
    Hallo, leider kann ich Ihre Frage anhand dieser Informationen nicht beantworten. Die Gutachten müssten wir uns persönlich anschauen, um eine seriöse Einschätzung abgeben zu können.

    Das Gleiche gilt für Ihre zweite Frage: Ob die Berechnung Ihres Regelsatzes bei "Hartz IV" korrekt war und welche Mittel zur Verfügung stehen, mit denen Sie Ihr Einkommen erhöhen könnten, ist in jedem Fall individuell.
  • Marcus R
    Marcus R
    am 23.11.2020
    Hallo, ich bin seit 2017 durchgehend krank geschrieben. Nach der Aussteuerung folgte ALG 1 und ALG 2. Da ich noch Sonderzahlungen von meinem Arbeitgeber beziehe gibt es Monate in denen ich nichts vom Jobcenter bezogen habe. AM 28.08.20 habe ich einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt. Und das ALg 2 ist am 31.08.20 ausgelaufen. Leider habe ich ,aufgrund schlechter Kommunikation mit dem Jobcenter, verpasst einen Weiterbewilligungsantrag zu stellen und bekomme jetzt erst ab November evtl. wieder ALG 2. Jetzt hat mir meine Krankenkasse die "obligatorische Anschlussversicherung" aufgedrückt und ich soll die Krankenkassenbeiträge allein bezahlen. Bei meiner Recherche im Netz bin ich aber auf folgende Sätze gest0ßen: "...Erst wenn es im schlimmsten Fall dazu kommt, dass die Krankenkasse das Krankengeld einstellt, wird´s eng.
    Besteht die Arbeitsunfähigkeit weiterhin, bleibt auch die Versicherung (beitragsfrei) bestehen. Das setzt voraus, dass sie rechtzeitig ärztlich festgestellt und der Krankenkasse fristgerecht gemeldet wird." Ich habe alle Krankschreibungen durchgehend eingereicht. Meiner Meinung nach muss ich doch jetzt Beitragsfrei weiterversichert sein. Die Krankenkasse meinte jedoch das die beitragsfreie Zeit mit Ende des Anspruchs auf Krankengeld endet. Ist das so richtig?
  • Christian Schultz
    Christian Schultz
    am 23.11.2020
    Hallo Marcus, wenn das Krankengeld ausgelaufen ist, gilt ein sogenannter "Nachversicherungsschutz" - allerdings nur einen Monat lang. Mehr dazu hier: https://www.sovd-sh.de/2020/09/10/bin-ich-nach-dem-krankengeld-noch-versichert/

    Den braucht man aber nicht, wenn Sie nach der Aussteuerung Arbeitslosengeld I oder II beziehen. Er ist vor allem als Notfallversicherung gedacht, falls sich das Antragsverfahren beim Arbeitsamt in die Länge zieht. In Ihrem konkreten Fall empfehle ich Ihnen eine individuelle Beratung: https://www.sovd-sh.de/sozialberatung/
  • Mustu taliha
    Mustu taliha
    am 20.12.2020
    Haloo ich bin zeit september 2018 krankgeschrieben meine krankengeld habe ich bekommen und jetz bekomme ich arbeitslosengel 1 und endet ende februar das ich ausgesteuert bin bekomme ich krankengeld nicht aber ich muz andere krankheit operiren.bekomme ich nach 6 wochen wieder keine krank geld? Und wie werd danach gerechnet die arbeitlosengeld ? Ich habe in erverbsminderunrente antrag gegeben und es ist nicht genemicht jetz bin ich gericht undin märz mus ich wieder in gutachten was kan ich mmach
  • Elmasad
    Elmasad
    am 06.01.2021
    ich bin Arbeitsunfähig Zeit 1.9.19 nun bekomme ich schreiben von Krankenkasse das ab dem 25.2.21 kein Krankengeld bekommen darf, ich habe Erwerbsminderung durch Anwalt beantragt es dauert noch, steht in März Gutachten, meine frage wann darfe ich diese Antrag auf ALG1,abgeben und wie muss ich verhalten da als 20 Jahre Bus.Fahrer bin noch nicht gekündigt bin bzw. muss ich verbergen das Arbeitsunfähig bin,und mit Arbeitgeber was soll ich machen um vielleicht Abfindung für meine 20 Jahren bekommen kann, Danke
  • Röhm Martina
    Röhm Martina
    am 12.01.2021
    Ich bin bei der Krankenkasse ausgesteuert und bekomme nun meine Bezüge vom Arbeitsamt bis ich in Rente ab Oktober gehe. Rente wurde noch nicht beantragt. Nun will meine Firma weiterhin eine Krankmeldung, aber mein Arzt meint das wäre nicht mehr nötig und stellt mir keine aus. Was kann ich jetzt tun?
    • Christian Schultz
      Christian Schultz
      am 12.01.2021
      Wenn die Firma auf die Krankmeldung besteht, sollten Sie auch eine einreichen. Da würde ich an Ihrer Stelle noch einmal mit dem Arzt sprechen.
  • Felix 01
    Felix 01
    am 12.01.2021
    Sehr geehrter Herr Schulz,

    ich bin seit Mai 2018 krankgeschrieben. Bin im Dezember 2018 mit dem Hamburger Modell eingestiegen, welches bis Anfang Februar 2019 ging. Danach wollte ich als volle Arbeitskraft wieder einsteigen, bin aber auf Arbeit und auch zu Hause zusammengebrochen und ins Krankenhaus gekommen, weil ich starkes
    Herzklopfen, Angst- und Schweißausbrücke und heftige Zitterattacken bekam. Ich wurde entlassen. Das ganze Wochenende quälte ich mich mit diesen Symptomen, so dass ich am Montag meine Hausärztin aufsuchte, die mich sofort in eine psychatrische Einrichtung einwies. Dort befand ich mich 8 Wochen und im Januar 2020 bekam ich eine Reha.
    Von meiner Krankenkasse wurde ich im November 2019 ausgesteuert. Ich bekomme nun bis Juni 2021 Arbeitslosengeld, habe ein ruhendes Arbeitsverhältnis und bin noch krank geschrieben. Es wurde ein Antrag auf Erwerbsminderung gestellt der abgelehnt wurde und mir eine tägliche 6-stündige Arbeitszeit bescheinigt wurde. Ist es richtig, dass ich mich bewerben muss, damit ich mein Arbeitslosengeld weiterhin bekomme? Ich habe einen Widerspruch eingelegt und warte auf den zweiten Bescheid.
    Da das Arbeitslosengeld nur bis Juni diesen Jahres greift, frage ich an ob hier die Nahtlosigkeitszahlung greift oder ich einen Weiterbewilligungsantrag stellen muss. Bekomme ich nach Juni 2021 dann Hartz IV? Was kann ich eventuell noch tun?
  • Alexa Brightman
    Alexa Brightman
    am 21.01.2021
    Guten Morgen Herr Schultz,

    mein Mann ist seit September 2018 krankgeschrieben im Mai 2020 wurde er von der Krankenkasse ausgesteuert, seitdem erhält er Arbeitslosengeld welches bis Anfang Juni 2021 genehmigt wurde. Er ist weiterhin Nahtlos krankgeschrieben und sendet die Krankmeldungen an die Krankenkasse und an den Arbeitgeber, da der Arbeitsvertrag immer noch ungekündigt ist.
    Er kann in seinem Beruf als Buchbinder aufgrund der Arthrose in seiner rechten Hand allerdings nicht mehr arbeiten, dies ist vom Arzt bescheinigt worden.
    Das Arbeitsamt ist über diesen Sachverhalt informiert und schickte immer wieder Stellenangebote auf die sich mein Mann auch beworben hat. Nun hat er einen Arbeitsplatz als Telefonist bestätigt bekommen (Vermittlung durch das Arbeitsamt) und soll am Freitag den Vertrag unterschreiben...
    Wie sollen wir jetzt mit dem alten Arbeitgeber verbleiben? Muss mein Mann kündigen? Was ist aber, wenn es mit dem neuen Arbeitsplatz doch nicht funktioniert und ihm in der Probezeit gekündigt würde?
    Für Ihren Rat wären wir sehr dankbar.
    Freundliche Grüße
    Alexa Brightman
    • Christian Schultz
      Christian Schultz
      am 21.01.2021
      Hallo Alexa, in der Beratung erleben wir es selten, dass nach der Aussteuerung - noch im Arbeitslosengeld - tatsächlich ein neuer Job beginnt. Ich rate Ihnen auf jeden Fall, dass sie dsa noch einmal persönlich mit einem Experten besprechen. Zum Beispiel beim SoVD. Wegen Corona läuft das im Moment ja ohnehin alles per Telefon.

      Generell hätte Ihr Mann noch einen Restanspruch auf Arbeitslosengeld, wenn er im neuen Job wieder gekündigt wird. Wie das mit der Kündigung aussieht, würde ich in jedem Fall individuell klären lassen.
  • Anita
    Anita
    vor 3 Tagen
    Da ich nach meiner Aussteuerung nicht beim Arbeitsamt war, bekomme ich auch kein Geld.Das ist nun schon sechs Jahre her.(ohne Geld von niemanden)könnte ich erneut Krankengeld beantragen?würde gerne erwerbsminderungsrente beantragen.

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